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Rezension:Stuart Pigotts Weinreisen: Pfalz - Weine - Winzer - Weinlandschaften (Broschiert)

Das Autorenteam Manfred Lüer sowie Stefan Reinhardt und der Fotograf Andreas Durst nehmen den Leser mit auf eine Weinreise durch die von mir überaus geschätzte Pfalz und stellen dort gute Winzer und ihre Weine vor.

Gleich zu Beginn wird auf einige sehenswerte Orte und Ereignisse hingewiesen. Ich bin mit den Autoren einer Meinung, dass kein Ausflug in die Pfalz komplett ist, wenn man nicht die historische Stadt Speyer aufgesucht hat. Dort nämlich befindet sich eine der ältesten, romanischen Kirchen der Welt: der Speyerer Dom, außerdem gibt es ein überaus sehenswertes jüdisches Bad und eine wirklich schöne Innenstadt.

Das Museum für Weinkultur in Deidesheim sollte man sich nicht entgehen lassen. Stimmt. Ich habe es bereits mehrmals besucht, wenn ich im "Deidesheimer Hof" übernachtet habe. Deidesheim ist übrigens einer meiner Lieblingsorte in der Pfalz. Sehr gelungen erscheint mir der Beitrag zur Wasserversorgung der Reben im Buch. Hier wird das Für und Wider perfekt abgewogen. Zudem wird sachkundig auf den Begriff "Terroir" eingegangen. Ich halte übrigens den Porphyr in Forst (" Forster Pechstein") für den besten Boden, weil er die mineralisch differenziertesten Rieslinge hervorbringt.


Der biologische Säureabbau wird thematisiert und es wird auch über das Wesen Gerbstoffe informiert und Allgemeines zu dem königlichen Riesling, aber auch über den Weißburgunder bekundet. Viele sehr gute Winzer werden benannt, u.a. "Weingut Bergdolt" Klostergut Lamprecht, Neustadt-Duttweiler. Dieses Weingut befindet sich seit 1754 im Familienbesitz. Die Weißburgunder von Bergdolt, die auf Lösboden gedeihen, entsprechen genau der Beschreibung der Autoren. Nach meiner Meinung macht der VDP- Winzer Bergdolt die besten Weißburgunder in der Pfalz.


Was die Müller- Catoir- Weine anbelangt, stimme ich ebenfalls der Beurteilung der Autoren zu. Interessant auch ist der Beitrag im Hinblick auf Silvaner. In der Pfalz werden hochklassige Silvaner angebaut, die ideal zu Spargelmahlzeiten munden. Die Autoren heben einige Weine aus der Pfalz hervor, die ihnen besonders schmecken, dazu gehört u.a. auch ein trockener Riesling vom "Weingut Christmann" in Gimmeldingen und ein Weißer Burgunder von "Dr. Wehrheim". Es handelt sich bei diesem Weißburgunder um eine kräutrig quittenhafte Spätlese.


Erfreut bin ich, dass mein Lieblingsweingut in Deidesheim "Weingut Reichsrat von Buhl" perfekt beschrieben ist. Ich stimmte den Autoren hundertprozentig bei der Aussage zu: "Bei den Großen Gewächsen- klar, kraftvoll, pfirsichfruchtig, würzig-mineralisch und nachhaltig- verdienen sich der von salziger Mineralität gezeichnete Pechstein, das würzig, saftige und anhaltend mineralische Ungeheuer sowie das vornehme Kirchenstück allerdings die besten Noten." Genau so ist es! Die Weingüter der nördlichen Pfalz auch hervorragend dargestellt. Zu Recht wird Bernd Philippi vom "Weingut Koehler-Ruprecht" in Kallstadt aber auch Werner Knipser vom "Weingut Knipser" wegen ihres Könnens im Rotweinbereich besonders gelobt. Die Rotweine der beiden Spitzenwinzer schmecken zum Niederknien delikat.


Einzelne Weinkreationen dieser beiden Herren werden geschmacklich aussagekräftig vorgestellt. Auch das "Weingut Egon Schmitt" in Bad Dürkheim wird sehr gut beschrieben. Ich liebe Schmitts trockene Rosés, deren Geschmack an frisch gepflückte Himbeeren und Johannisbeeren erinnert. Neben einer Fülle guter Weingüter, werden zum Ende des Buches auch verschiedene Restaurants genannt. In einigen habe ich schon gespeist. Bestätigen kann ich die Beschreibung des "Hotels Deidesheimer Hof", des "Schwarzen Hahn" im Deidesheimer Hof, des Gasthauses "Zur Kanne in Deidesheim", des "Freinsheimer Hofes", "Luthers Hotel & Restaurant" in Freinsheim, des Hotelrestaurants "Zur Krone" , Herxheim (nach meiner Meinung speist man dort am besten) und des Weinkastells "Zum Weißen Ross" in Kallstadt.


Das Buch übertreibt nicht, weder bei seinen Wein- noch bei seinen Gastronomieempfehlungen. Neben sehr ausgewogenen, informativen Texten laden wunderschöne Landschaftsaufnahmen zu einer Weinreise in die Pfalz ein.

Rezension:Stuart Pigotts kleiner genialer Weinführer 2010 (Broschiert)

Der Weinkritiker Stuart Pigott stellt in seinem kleinen Weinführer Neuentdeckungen für 2010 vor. Er nennt zunächst seinen Traumrosé des Jahres sowie den Party Weißwein- und Rotwein des Jahres und beschreibt diese Weine näher. Es folgen Pigotts 5 Gesetze des Weins. Eines dieser Gesetze lautet "Beim Wein gibt es keine Relation zwischen Preis und Qualität". Eine bemerkenswerte These, über die es sich lohnt nachzudenken. Pigott nennt auch 10 Weinirrtümer. Irrtum Nr. 1: "Nur Männer können Wein verstehen und richtige Weinkenner sein." Auch über diesen Satz lohnt es sich nachzudenken.
In der Folge erklärt Pigott, was auf einem Etikett steht, was es bedeutet und woraus Wein besteht. In diesem Zusammenhang klärt er ausführlich über Säure, Gerbstoffe, Aromen und anderes mehr auf.

Anschließend nennt er seine Lieblings Rotwein-Rebsorten und Lieblings-Weißwein-Rebsorten. Die Beschreibung all dieser Weinsorten gefällt mir, weil Pigott einen erheblichen Wert auf den Spaßfaktor bei der Vermittlung seines Weinwissens legt. Dann erklärt er wie sein Weinführer, der dann folgt, d.h. wie sein Bewertungssystem zu verstehen ist. Dieses System setzt er bei trockenen Rotweinen, trockenen Weißweinen, süßen Weißweinen, weißen Schaumweinen, seinen trockenen und süßen Lieblingsrotweinen über 50€, seinen trockenen Lieblingsweißweinen über 50€, seinen Lieblingssüßweinen über 50€ und seinen Lieblingsschaumweinen über 50€ an. Gefreut habe ich mich, dass er bei seinen trockenen Weißweinen auch Bründlmayers Grünen Veltliner "Ried Loiser Berg" empfiehlt.


Dass pfefferige Frische und sanfte Säure diesen Wein zu einem erstklassigen und vielseitigen Essenbegleiter macht, trifft zu. Sieht man von den Weinen über € 50 ab, sind die Preise alle moderat. Dass man Dönhoffs, Schönlebers oder Gunderlochs Eisweine und Trockenbeerauslesen nicht umsonst bekommt, dürfte jedem Weinkenner klar sein. Das Gleiche gilt für exzellente Champagnermarken, wie Taittinger, Laurent -Perrier und Bollinger. Sehr interessant finde ich die Auflistung von Pigotts Lieblingsweinhändler in Deutschland. Einige Adressen kenne ich und stimme Pigotts Beurteilung völlig zu.


Dieses Büchlein sollte man beim Weineinkauf nicht zuhause lassen, sofern man zu den Menschen gehört, die keinen Wert darauf legen, das Rad ein zweites Mal zu erfinden, sondern lieber in dieser Zeit mit ihren Freunden plaudern und dazu ein gutes Glas Wein trinken möchten. :-)))

Rezension:Wein-Karaffe Riedel ultra

Diesen Dekanter habe ich vor einigen Jahren meinem Gatten zum Geburtstag geschenkt. Seither ziert er gemeinsam mit anderen Dekantern einen kleinen Beistelltisch in unserem Wohnzimmer.

Dekantierkaraffen sind einen "Hingucker" wert. Sie verleihen mit oder ohne Dekoration, klassisch und modern geformt, einer gedeckten Tafel ein wenig Festglanz.

Bei ungestümen, jungen Weinen sorgen sie für die notwendige Sauerstoffdusche und auch dafür, dass der junge Wein anschließend dem Gaumen schmeichelt. Was er sonst leider nicht tut.

In erster Linie verhilft das Dekantieren dem Wein, sich von seinem Depot zu trennen.

"Riedel ultra" ist eine besonders edle Karaffe. Sie bringt es auf 1,79 Kilogramm Leergewicht. Mit ihr gestaltet sich das Dekantieren mehr als nur zufriedenstellend, weil die Form den Dekantiertrichter überflüssig macht.

Problematisch ist das Ausschenken der Neige. Zumeist landen die letzten Tropfen auf der Tischdecke, wenn man keine Vorkehrungen getroffen hat. Die Reinigung ist nur dann ohne Schwierigkeiten zu bewerkstelligen, sofern man sie nach Trinkgenuss vornimmt. Doch wer macht dies schon? Am darauf folgenden Tag hilft nur noch Reis oder Backpulver.

Diese kleinen Ärgerlichkeiten vergisst man jedoch gerne, wenn man ein Liebhaber schöner Formen ist.

Beschreibung des Produktes: "Taittinger Prestige Rose)

Für besondere Anlässe sollte man eine Flasche "Taittinger Prestige Rose" (0,75 Prestige Rose) kalt stellen. "Taittinger Prestige Rose" zählt zu meinen Liebingschampagnersorten. Ich schätze sein feines fruchtiges Aroma und seine Bekömmlichkeit und trinke ihn zumeist zum Jahreswechsel, da ich ansonsten zu den preisgünstigeren Winzersekten tendiere. Er ist sehr feinperlig, angenehm trocken, von ganz milder Säure und erinnert mich im Aroma an Brombeeren, Moosbeeren und roten Johannisbeeren.


Taittinger ist meines Wissens eines der letzten bedeutenden Handelshäuser, die noch vollständig im Familienbesitz sind.


Dieser Champagner kann durchaus von einem kleinen Imbiss begleitet werden.


Kalter Hummer oder Langusten passen ideal dazu. Kaviar harmoniert eher zu "Louis Roederer". Diesbezüglich werde ich mich in einer weiteren Produktbesprechung gedanklich auslassen.