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Rezension:Staatsweingut Meersburg, Meersburger Jungfernstieg, Spätburgunder Blanc de Noirs, 2011 trocken

Dr. Jürgen Dietrich
Zum Einstieg unserer kleinen Verkostungsreihe von Weinen vom Bodenseegebiet, das  weintechnisch zur Region Baden  zählt,  verkosten wir drei Weine des Staatsweingutes Meersburg. Beginnen möchten wir mit einem Spätburgunder Blanc de Noirs, der zeigt zu welchen wunderbaren Weinen dieses Staatsweingut in der Lage ist. Der Weißwein stammt von der Spätburgundertraube, die an sich rot, durch einen besonders schnellen Keltervorgang weiß zustande kommt, da mittels dieser Methode kein Farbstoff in den Rebensaft gelangt.

Die Trauben für den Wein sind aus der Lage Meersburger Jungfernstieg. Vor den Toren des alten Meersburg gelegen, ist dieser Weinberg nach Süden ausgerichtet.

Das Terroir besteht aus weichem, hellgelben Sandsteinfels, über dem eine Schicht Verwitterungsboden aus Moränenschotter gelagert ist. Da diese Lage unmittelbar an den Bodensee angrenzt, kommt es hier zu einem besonderen Effekt, der ein mediterranes Klima hervorbringt. Zum einen werden die Sonnenstrahlen vom Wasser reflektiert, in die Rebenzeilen zurücktransportiert, zudem sorgt das Wasser als Wärmespeicher dafür, dass die Wärme nachts wieder abgegeben wird. So ist eine optimale, natürliche Bedingung vorhanden, um große Weine zu erzeugen.

Die Farbe des Weines hat einen  feinen Gelbton, der  eine gewisse Brillanz  ausstrahlt, dabei ist der Duft leicht kräutrig. Dieser Wein zeichnet sich durch eine unverkennbare Fülle aus. Die Substanz entstammt zweifellos der Spätburgundertraube, die den gesamten Mundraum einnimmt und die besondere Güte dieses Weines andeutet. Als erkennbare Geschmacksnuancen haben wir Himbeer-und grüne Tomatenanklänge entdeckt.

Als Weißwein ist er kein  Leichtgewicht mit 13% vol/alc, was jedoch zur Folge hat, dass er sehr ausgewogen ist. Alles in allem ein harmonischer, voller Wein.

Wer mehr den Weißwein mit Substanz liebt, ist mit diesem Spätburgunder Blanc de Noir  bestens bedient.
Wir empfehlen den Wein zu Kalbsfilet,  zu einem Bresse-Huhn oder auch zu Quiche Lorraine.

Die Trinktemperatur liegt wie bei allen guten Weißweinen bei 8-10 Grad, wobei sich die Qualität dieses Tropfens besonders zeigt, wenn er  nicht allzu gekühlt getrunken wird. Dieser Wein ist ein gelungenes Beispiel für einen  Blanc de Noir. Selten haben wir etwas ähnlich Geschmackvolles an einer solchen Sorte Wein getrunken.

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Staatsweingut Meersburg und können den Wein bestellen: www.staatsweingut-meersburg.de
 Staatsweingut Meersburg

Rezension:Staatsweingut Meersburg, Meersburger Jungfernsteg, Weißburgunder 2011 trocken

Dr. Jürgen Dietrich
Ebenfalls vom Meersburger Jungfernstieg stammt der zweite Wein, der heute verkostet wird, ein Weißburgunder 2011 trocken. Die Reblage hat ihren Namen aus früheren Zeiten, da sie den Liebenden als heimlicher Treffpunkt diente. Dieser romantische Aspekt wird ergänzt durch die sonnenverwöhnte Südlage, die bis heute dem Wein dort zu Gute kommt.

Im Glas zeigt sich dieser Wein in einer hellgelben Farbe mit leicht grünen Reflexen. In der Nase erinnert er an eine bunt blühende Frühlingswiese und vermittelt einen intensiven frischen Duft, der die Freude an dem ersten Schluck aufkommen lässt. In der Mundhöhle vermittelt dieser besondere Tropfen Geschmacksnuancen von Birne, grünem Apfel und Nektarine, gepaart mit einer knackigen Säure, die den Wein zu einem besonderen Erfrischungserlebnis werden lässt. Dabei ist dieser Weißburgunder kein typischer Sommerwein, sondern für alle Jahreszeiten geeignet, wenn die Lust auf einen frischen, geschmackvollen Wein den Genießer packt.

Dieses Geschmackserlebnis ist in einer perfekten Balance zwischen Fruchtnoten sowie Säureanteil und hat einen langen Nachhall.

Der Bodensee-Weißburgunder mit 13 % vol/alc ist beileibe kein Leichtgewicht, dafür hat schon die intensive Sonnenbestrahlung gesorgt.

Natürlich ist dieser Wein ein angestammter Essensbegleiter des Bodenseefelchens, ebenso schmeckt dieser Weißburgunder   zu anderen Süßwasserfischen, aber durchaus auch zu einem Wiener Schnitzel oder  zu einem Kalbsnierenbraten. 

Der Meersburger Jungfernsteg, Weißburgunder 2011 trocken ist ein wirklich gelungener Wein, der es jederzeit mit anderen Spitzenweißburgundern aufnehmen kann. 

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie auf die Seite des Staatsweinguts Meersburg und können den Wein dort bestellen: www.staatsweingut-meersburg.de
 Staatsweingut Meersburg



Rezension:Staatsweingut Meersburg, Hohentwieler Olgaberg, Spätburgunder 2011 trocken.

 Dr. Jürgen Dietrich
Als dritter Wein kommt ein Spätburgunder trocken zur Sprache. Spätburgunder sind die meist hergestellten Weine des Staatsweinguts Meersburg, immerhin beträgt die Quote 50%.

Wie der Name verrät, ist die Lage am erloschenen Vulkan des Bergkegels Hohentwiel angesiedelt. So steht das Terroir ganz im Zeichen des hitzigen, vulkanischen Gesteins, der dem Wein eine besondere mineralische Note verleiht.

Der Olgaberg legt Zeugnis über die außergewöhnliche Geschichte dieses Namens ab. Als Zarentochter wurde Olga einst württembergische Königin und die Lage wurde nach ihr benannt. Zudem ist er der höchst gelegene Weinberg Deutschlands.

Dieses besondere Terroir bringt einen ganz wunderbaren Spätburgunder hervor. Die Farbe des Weins ist ein kräftiges Rot. Schon im Glas duftet der Spätburgunder angenehm nach Herzkirschen und schmeckt auch ganz intensiv danach. 

Das Vulkangestein sorgt für die mineralische Note. Dabei ist es gelungen, alles bestens miteinander abzustimmen. Der Wein präsentiert sich weich und elegant und animiert,  mehr als ein Glas zu genießen. 
Dafür sorgt auch der intensive Abgang. 

Das ist Lust pur.

Mit 13,5 vol/alc hat er die nötigen Prozente, die ein runder, weicher und gehaltvoller Spätburgunder haben muss. In diesem Wein zeigt sich, wie sonnenverwöhnt die Region am Bodensee um Meersburg ist. 

Damit der Wein auch eine passende Grundlage erhält, können wir uns sehr gut ein zart rosa Roastbeef am Stück vorstellen, aber auch einen Fasan oder eine auf den Punkt gebratene Kalbsleber. Nach dem Essen muss aber noch lange nicht Schluss sein mit diesem Tropfen. Zur angenehmen Geselligkeit darf auch ruhig eine zweite oder gar dritte Flasche geöffnet werden. 

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Staatsweingut Meersburg und können den Wein dort bestellen: www.staatsweingut-meersburg.de 
 Staatsweingut Meersburg

Rezension:Gault&Millau WeinGuide Deutschland 2013

Der Winzer des Jahres 2013 heißt Joachim Heger

Für die Jubiläumsausgabe des Gault Millau Weinguide Deutschland 2013 wurden 8700 Weine ausgewählt und bewertet. Vorgestellt werden 1080 Weinerzeuger. Wie der Herausgeber Joel B. Payne allerdings unterstreicht, liegt eine der wichtigsten Aufgaben des WeinGuide darin, Weingüter zu entdecken, die einen Qualitätssprung vollzogen haben. Auch in diesem Jahr haben es 46 Betriebe geschafft, mit einer Traube im Buch ausgezeichnet zu werden.

Vorgestellt werden zunächst Vorbilder der deutschen Weinkultur. Zu ihnen zählt Dr. Georg Prinz zur Lippe, mit dem ich im vergangenen Jahr ein Interview realisieren konnte, aber auch der bereits verstorbene Graf Matuschka-Greiffenclau, der so vielen Studenten in Mainz an der Uni in den späten 1970er Jahren in seiner Vorlesung über Wein begreifbar machte, um welches Kulturgut es sich dabei handelt. Für seine Aufklärung bin ich ihm heute noch dankbar.

Winzer des Jahres 2013
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Winzer des Jahres 2013 ist Joachim Heger aus Ihrigen, Baden. Auch mit ihm habe ich im letzten Jahr ein Interview gemacht. Der Gault Millau urteilt: "Seit Jahren holt er weiße Burgunder von allererster Güte aus dem fabelhaften Ihringer Winkelberg und dem großartigen Schlossberg in Achkarren. Nun haben auch seine Spätburgunder zur badischen Spitze aufgeschlossen." (Zitat: S.12).

Es folgen Ehrungen, u.a. werden die Spitzenreiter unterschiedlicher Kategorien und die Sieger des Jahres vorgestellt. Präsentiert werden zudem die Klassiker der deutschen Weinkultur und es wird ausführlich und gut nachvollziehbar erläutert, wie man den WeinGuide zu lesen hat. Offengelegt wird, wie der WeinGuide entsteht und vor allem wie die Weinjournalisten für das Projekt die Weine bewerten.

Thematisiert werden die Rebsorten in Deutschland, die deutschen Weinanbauregionen und ihre Rebsorten, der Biotrend im Weinbau und die besten Bio-Weingüter, dann erst lernt man die 1800 Erzeuger und verschiedene ihrer Weine kennen.

Diese Erzeuger sind den Regionen: Ahr, Baden, Franken, Hessische Bergstraße, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen, Saale-Unstrut, Sachsen und Württemberg zugeordnet. Die fokussierten Weingüter und deren Weine werden bestens beschrieben, man erhält stets die Kontaktdaten, neben der Beurteilung des Weingutes und ausgesuchter Weine erfährt man auch Preise und hat Gelegenheit sich einen Gesamteindruck über die ausgesucht gute Weine in unserem Land zu verschaffen.

Es wurden in diesem Jahr im Verhältnis zum Vorjahr 51 Weinerzeuger mehr ins Buch aufgenommen und 750 Weine mehr ausgewählt und bewertet. Das Buch ist durch den veränderten Einband handlicher und lässt sich auf Reisen besser in der Handtasche unterbringen. Auf die Qualität der Bindung hat die Veränderung keinen Einfluss. Die ist nach wie vor sehr gut. Habe das Buch einem entsprechenden Test unterzogen.

Betrachtet man die Beurteilungen nicht als das Maß aller Dinge, dann wird man das Buch als interessanten Partner begreifen, mit dem man gerne im Dauerdialog steht. Man muss nicht immer einer Meinung sein. Ich bin es jedenfalls nicht immer.

 Empfehlenswert.

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