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Weingut Thomas Brodbeck, Bötzingen/Baden, 4 Weissweine 1 Rosé und 1 Rotwein

 Thomas Brodbeck
Das Weingut von Thomas Brodbeck ist in Bötzingen, einer kleinen Winzergemeinde am südöstlichen Kaiserstuhl zu finden. Tatsächlich ist Bötzingen der älteste Weinort Badens, wurde die Gemeinde schon im Jahre 769 urkundlich erwähnt. Bereits seit dieser Zeit wurde in Bötzingen Wein nachweislich angebaut. Es ist jedoch davon auszugehen, dass bereits die Römer hier Weinbau betrieben haben, auf ihrem Jahrhunderte-alten Weg durch das Rheintal in Richtung Pfalz, Mainz, Köln oder Trier. Es waren ja die Römer, die den Wein nach Germanien mitgebracht haben und der Bedarf war beachtlich, denn Verwaltungsbeamte und Soldaten hatten neben ihrem Sold auch einen Anspruch auf eine tägliche Vergütung in Wein. Daher mussten die geeigneten Weinberge her, um Wein anzubauen und wo wäre dies besser möglich gewesen als an den südlichen und südöstlichen Hängen des Kaiserstuhls um Bötzingen. 

 Foto: Helga König
Heute jedenfalls sind die Lagen von Bötzingen außerordentlich, selbst für die Verhältnisse am Kaiserstuhl, wo die Natur per se nicht mit Spitzenlagen gegeizt hat. Thomas Brodbeck kultiviert seine Weine ebenfalls in solchen ganz besonderen Lagen, die da sind: Einzellage Bötzinger Lasenberg, Großlage Bötzinger Vulkanfelsen und Einzellage Bötzinger Eckberg. 

Durch die Dauerbegrünung der Rebanlagen werden Bodenerosionen vermieden. Nährstoff-liefernde Pflanzen sorgen dafür, dass der Einsatz von Düngemittel auf ein Minimum reduziert wird. Überhaupt ist es Thomas Brodbeck sehr daran gelegen, seine Weinbergspflege sehr naturnah zu gestalten. Dazu gehört auch die Schonung von Nützlingen, etwa wie Raubmilben, Marienkäfer und Schlupfwespen. Die besondere Qualität der Weine ist weiterhin gewährleistet durch den richtigen Reb- und Laubschnitt, wobei auf Mengenreduktion wert gelegt wird, und durch eine selektive Lese, die garantiert, dass nur gesundes und hochreifes Traubengut in den Keller gelangt, um dort sehr zeitnah und sehr schonend verarbeitet zu werden. 

 Rebenlage des Weinguts Brodbeck
Die Burgunder-Rebsorten stehen im Weingut Brodbeck im Vordergrund, so etwa Weiß- Grau- und Spätburgunder, der dann auch noch zu Weißherbst oder Rosé ausgebaut wird, oder weiß-gekeltert zu einem köstlichen Blanc de Noir wird. Zusätzlich werden auch noch Chardonnay, Müller-Thurgau, Muskat-Ottonel, Regent, Acolon, Cabernet Mitos, Gewürztraminer, Scheurebe und Riesling erzeugt. Selbstverständlich eignen sich solche besonderen Grund-Weine auch bestens zur Versektung, wobei sie auf der Basis eines Jahrganges dann nach der klassischen Methode der Flaschengärung etwa zu einem Spätburgunder-Rosé-Sekt oder einem Riesling-Sekt brut oder trocken ausgebaut werden. Ergänzt wird das Programm der besonderen Weine und Sekte durch edle Brände und Liköre aus der Hausbrennerei von Thomas Brodbeck. 

Sowohl das Magazin "Der Feinschmecker" und das Genuss-Magazin "Selection" haben bereits die Weine aus dem Weingut Brodbeck vorgestellt und ausgezeichnet. 

Um sich selbst einen unmittelbaren Eindruck von der herausragenden Qualität und dem Niveau der Weine zu machen, ebenso von der beeindruckenden Landschaft am südlichen Kaiserstuhl mit seinen grandiosen Weinbergs-Lagen ist es natürlich ein Erlebnis einmal eine sachkundige Weinprobe bei Thomas Brodbeck zu erleben. Wer gar mehr vom Kaiserstuhl und von der herzlichen Winzerfamilie Brodbeck erleben möchte, um ihnen einmal beim Weinmachen über die Schultern zuzuschauen, der hat auch die Möglichkeit sich in einer gemütlichen Ferien-Wohnung im Gut einzumieten, wobei man dann ganz genau erfährt, warum die Weine so großartig sind. 

Wir möchten diese köstlichen Weine jetzt ebenfalls kennenlernen und freuen uns auf die anstehende Verkostung von 6 unterschiedlichen Weinen: 

 Thomas Brodbeck
2017 Bötzinger Vulkanfelsen Scheurebe Kabinett Trocken 

Beginnen wollen wir unsere interessante Verkostung mit dieser 2017er Scheurebe, dessen Traubengut in der Groß-Lage Bötzinger Vulkanfelsen gewachsen ist. Der Wein ist in der Prädikats-Klassifizierung Kabinett trocken ausgebaut worden. Scheurebe ist eine 1916 von Georg Scheu gezüchtete Weißwein-Sorte, eine Kreuzung aus Riesling und der Bukettraube. Ursprüngliche Angaben von Georg Scheu, es handele sich dabei um eine Kreuzung von Riesling und Silvaner konnte durch moderne DNA-Analysen inzwischen widerlegt werden, sodass tatsächlich die Bukettraube anstatt Silvaner der Kreuzungspartner mit Riesling ist. In Deutschland und hier speziell in Rheinhessen, der Pfalz und an der Nahe hat die Scheurebe ihre größte Verbreitung, während sie in ganz Baden-Württemberg eher eine untergeordnete Rolle spielt mit gerade einmal etwa 50 ha Rebfläche. Da ist es schon interessant, warum Thomas Brodbeck gerade diese Rebe bei seinen Weinen kultiviert hat. 

Entscheidend ist für den Winzer aus Bötzingen, dass die Qualität hervorragend ist. Deshalb auch überlässt er nichts dem Zufall, weder bei der Weinbergspflege, dem Rebschnitt, der Lese und der äußerst schonenden Verarbeitung im Keller. Und welches hohe Niveau hier vorhanden ist, zeigt deutlich der hier verkostete 2017er Bötzinger Vulkanfelsen Kabinett trocken. 

Im Glas präsentiert sich der Wein in einer hellgelben Farbe mit grünlichen Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, ohne die niemals ein Wein verkostet werden sollte, ist es ratsam ihm zunächst den nötigen Sauerstoff zuzugestehen, damit er sich komplett öffnen kann. Danach zeigen sich Anklänge in der Nase, die an schwarze Johannisbeeren, Ananas und Grapefruit erinnern. Im Mund und am Gaumen werden diese Duftaromen geschmacklich bestätigt, wobei eine wunderbar eingebundene Säure die Frucht-Nuancen optimal tragen. So kommt ein köstliches Frucht-Säure-Spiel zustande, das auch vom Ausbau zum Prädikat Kabinett profitiert. Die Scheurebe ist intensiv im Geschmack, vollmundig und besitzt einen wunderbaren langen Nachhall, der von optimaler Frische geprägt ist. Frucht, Säure und Frische bilden hier eine exzellente Balance mit dem Ergebnis den Verkoster absolut zu animieren, ein weiteres Glas dieser überzeugenden Scheurebe zu genießen. Top!

Der Wein hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

Wir empfehlen diese Scheurebe zu "Geschmorten Kalbsbäckchen mit einer Steinpilzpolenta"

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König 

Bitte klicken Sie auf nachstehenden Link, dann gelangen Sie zum Weingut Brodbeck und können den Wein dort bestellen: https://www.weingut-brodbeck.de/

  Thomas Brodbeck
2017 Bötzinger Lasenberg Chardonnay Kabinett Trocken 

Es folgt nun ein weiterer Prädikats-Wein von Thomas Brodbeck mit diesem 2017er Chardonnay Kabinett. In der Einzellage Bötzinger Lasenberg gewachsen, wurde das Rebgut bei der Vinifizierung trocken ausgebaut. Der Chardonnay hat seine Herkunft in Burgund in Frankreich. Mittlerweile ist er weltweit verbreitet mit einem hohen Qualitätspotential und Bekanntheitsgrad. Wenn auch in USA(40.848ha), Australien(27.773ha) und Chile(13.082ha) die Rebsorte mit am häufigsten angebaut wird und zudem im geringeren Maße weltweit in über 30 weiteren Anbau-Gebieten, so ist Frankreich immer noch führend mit 45.245 Hektar Bestockung und den absolut berühmtesten Weinbau-Gebieten für Chardonnay wie Puligny-Montrachet, Meursault, Corton-Charlesmagne und Chablis, wo die kalkhaltigen Böden sich besonders gut für den Chardonnay eignen. Ansonsten ist eine der herausregenden Eigenschaften dieser Premium-Rebsorte sich unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten erstklassig anzupassen, um in vielen Wein-Regionen der Welt beste Chardonnay-Weine zu ermöglichen. So auch am Kaiserstuhl in der Lage von Thomas Brodbeck, dem Bötzinger Lasenberg. 

In Deutschland und hier speziell in Baden ist die Bestockung mit Chardonnay nicht so häufig verbreitet, was natürlich überhaupt nichts über die Qualität der Weine aussagt, eher das Gegenteil, denn jeder Winzer der Chardonnay kultiviert, hat zunächst genau recherchiert, ob die Rebe hier auch optimale Ergebnisse bringt. Und dies ist bei dem verkosteten 2017er Bötzinger Chardonnay Kabinett trocken absolut der Fall. 

 Weingut Thomas Brodbeck
Farblich zeigt sich der Wein in einem hellen Gelb mit brillanten Reflexen. Auch jetzt ist es unumgänglich dem Chardonnay zunächst die richtige Beatmung zu geben, damit er sein ganzes Duft- und Geschmackspotential anbieten kann. Olfaktorisch werden danach Anklänge wahrgenommen, nach Apfel, Grapefruit und Zitrusnoten. Im Mund und am Gaumen findet die geschmackliche Bestätigung statt. Getragen werden diese Frucht-Nuancen von einer knackig, frischen Säure, die so einen wunderbaren Frucht-Säure-Bogen entstehen lässt, wobei der Ausbau in der Prädikatsstufe Kabinett dem Chardonnay mehr Fülle, Substanz und Kraft verleiht. Der 2017er Chardonnay trocken ist geschmacklich sehr präsent, vollmundig und mit einem beeindruckenden Finish versehen, das nicht nur die gelungene Balance von Frucht und Säure noch einmal hervorhebt, sondern zitrus- frisch überaus animierend ist. 

Der 2017er Chardonnay Kabinett trocken überzeugt auf Anhieb, hat man es hier doch mit einem Weisswein zu tun, der einfach gut schmeckt. Da freut man sich bereits auf den nächsten Schluck, der so viel Geschmack, Substanz und Erfrischung verspricht. Wunderbar! 

Der 2017er Bötzinger Lasenberg Chardonnay Kabinett trocken hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

Wir empfehlen diesen Chardonnay zu: "Gefülltem Steinbutt mit Langostinos und Zucchini."

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König 

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 Thomas Brodbeck
2017 Bötzinger Lasenberg Grauburgunder Kabinett Trocken 

Weiter geht es mit einem 2017er Grauburgunder, ebenfalls aus der Spitzenlage Bötzinger Lasenberg. Auch hier handelt es sich um einen Prädikats-Wein der Stufe Kabinett, ebenfalls trocken ausgebaut. Die Einzellage Lasenberg in Bötzingen umfasst eine Fläche von etwa 160 ha, die Bodenbeschaffenheit besteht aus Lösslehm und die Neigung ist hängig-steil. Die Ausrichtung der Lage ist nach Süd-Ost-Ost und die optimale Sonneneinstrahlung gewährleistet, dass hochreifes, gesundes Traubengut entstehen kann, auch weil der Reb- und Laubschnitt sehr akribisch durchgeführt wird, um so die Qualität der Trauben zu optimieren. Die Grauburgunder-Traube gehört zur Familie der Burgunder-Weine, die generell am Kaiserstuhl ganz hervorragende Ergebnisse erzielen, ist hier doch das passende Terroir vorhanden, mit kalkigen, steinigen Böden, um Weine von besonderer Klasse zu vinifizieren. 

Grauburgunder, franz. Pinot Gris wurde früher zunächst als italienischer Pinot Grigio hierzulande bekannt und beliebt, allerdings ließ oftmals bei solchen Weinen die Qualität zu wünschen übrig. Erst als die Winzer in Baden, der Pfalz und in Rheinhessen sich des Grauburgunders annahmen, seine Qualität und sein Ausbau enorm steigerten, gelang dem Pinot Gris ein wirklicher Siegeszug in Deutschland. Und der Grauburgunder wird zusehends beliebter bei den deutschen Weinfreunden, somit auch die Anbau-Fläche größer hierzulande und in Baden sind bereits 12% der Rebfläche mit Grauburgunder bestockt. Da er mehrheitlich trocken ausgebaut wird, wie eben auch hier von Thomas Brodbeck bei seinem 2017er Grauburgunder Kabinett trocken, eignet sich der Wein vorzüglich zu vielen Gelegenheiten, als Essensbegleiter ebenso, wie als erlesener Wein in fröhlicher Runde oder solo zur täglichen Erbauung. 

Im Glas offeriert der 2017er Grauburgunder Kabinett trocken eine leuchtende hellgelbe Farbe mit brillanten Reflexen. Ohne langweilen zu wollen, auch hier der Hinweis auf die geeignete Belüftung des Weines, denn nur so kann er komplett zeigen was in ihm steckt. Und es bedeutet auch dem Wein und seinem Winzer gegenüber den nötigen Respekt zu zeigen, wenn man ihn sich richtig entfalten lässt. Der Grauburgunder revanchiert sich dann mit seiner großartigen Aromenfülle. Jetzt nach einem geduldigen Innehalten darf die Nase sich an wunderbaren Anklängen erfreuen, die an Birne, Ananas, und Apfel bei den Frucht-Aromen erinnern, ebenso an eine leichte Nuss- und Mandel-Komponente. Geschmacklich werden die olfaktorischen Wahrnehmungen bestens bestätigt. Was wäre ein solcher erstklassiger Grauburgunder ohne die richtige Säure, die ein gelungenes Spiel von Frucht und Säure entstehen lässt? Es ist gerade diese Balance die einen großen Wein ausmacht, wie der hier verkostete 2017er Bötzinger Lasenberg Grauburgunder Kabinett trocken. Der Wein besitzt viel geschmackliche Substanz, die nötige Kraft und einen herrlich langen, einprägsamen Nachhall mit viel Frische und willkommener Zitrusfrucht. Dieser Grauburgunder ist ein Wein der Extraklasse, ein Wein für die große Trinkfreude, ein Weisswein, der allerbestens schmeckt. Chapeau!

Der 2017er Bötzinger Lasenberg Grauburgunder Kabinett trocken hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

Wir empfehlen diesen Grauburgunder zu einer "Tarte mit Kartoffeln+ Steinpilzen+Majoran+Walnüssen"

Maximal empfehlenswert.

Peter J. und Helga König



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  Thomas Brodbeck
2017 Bötzinger Lasenberg Muskat Ottonel Kabinett 

Als vierter Weisswein aus der kleinen aber sehr feinen Reihe der Weine von Thomas Brodbeck kommt dieser 2017 Muskat Ottonel zur Verkostung. Erneut sind die Trauben zu diesem Wein in der Einzel-Lage Bötzinger Lasenberg gewachsen, naturnah gepflegt, selektiv gelesen und zeitnah sehr schonend im Keller vinifiziert worden. Dabei wurde der Wein im Prädikat Kabinett ausgebaut und zwar halbtrocken. Die Rebsorte Muskat Ottonel ist eine Weisswein-Sorte die ursprünglich aus Frankreich stammt. Es handelt sich um eine Kreuzung von Gutedel und der eher unbekannten Rebsorte Ingram´s Muscat, ihre Züchtung geht auf das Jahr 1839 zurück und die Markteinführung fand im Jahr 1852 statt, durch Jean Moreau-Robert, der in Angers im Loire-Tal ansässig war.

 Weingut Brodbeck
Die Rebsorte Muskat Ottonel hat bisher keine allzu große Verbreitung erlangt, größere Anbau-Flächen gibt es in erster Linie in Ost-Europa in Rumänien und Bulgarien, selbst in Frankreich, dem Ursprungsland sind maximal 200 ha Rebfläche bestockt und hier überwiegend im Elsass. In Deutschland (Anbaufläche unter 20 ha) kann man durchaus von einem Exot sprechen, wenn auch von einem feinen, überaus interessanten ganz speziellen Wein, so wie ihn Thomas Brodbeck ausgebaut hat. Bekanntlich gelten solche "Wein-Exoten" oftmals als die besonderen Lieblinge der Winzer, die sich einer solchen Rebsorte verschrieben haben. Hier geben sie ihr ganzes Herzblut, ihr Können und ihre Erfahrung zum Auf- und Ausbau dieser Weine, so wie es Thomas Brodbeck mit seinem sehr gelungenen 2017er Bötzinger Muskat-Ottonel Kabinett bewerkstelligt hat.

Farblich zeigt sich der Wein in einem grünlichen Gelb im Glas. Achtung, bitte auch hier auf den Sauerstoff achten. Jetzt nimmt die Nase ein intensives, feines und würziges Muskatbukett wahr, zudem sehr angenehme Citrus-Aromen, die die olfaktorischen Anklänge bestens ergänzen. Im Mund und am Gaumen sind sowohl geschmacklich die Fruchtnuancen präsent, ebenso aber auch die durch den halbtrockenen Kabinett-Ausbau willkommene Restsüße, die zunächst brilliert, dann aber nach und nach von der geeigneten Säure begleitet wird. So kommt ein wunderbares Süße-Säure-Spiel zustande, das eine fabelhafte Balance besitzt und auch den eingefleischtesten "Trockentrinker"begeistert.

Der 2017er Muskat-Ottonel Kabinett besitzt einen langen zitronigen Abgang mit dieser angenehmen Muskatnote und einer überzeugenden Frische, die durchaus zu animieren weiß. Hier ist Thomas Brodbeck ein nicht alltäglicher wunderbarer halbtrockener Wein gelungen, der richtig gut schmeckt. À la bonne heure!

Der 2017er Bötzinger Lasenberg Muskat-Ottonel hat moderate 11% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden.

Wir empfehlen diesen Muskat Ottonel zu "Pfannengerührten  Garnelen mit Tamarinde"

Maximal empfehlenswert

Peter J. und Helga König



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 Thomas Brodbeck
2017 Bötzinger Spätburgunder Rosé Kabinett Trocken 

Nach den köstlichen Weissweinen vom Weingut Thomas Brodbeck wird nun dieser 2017er Spätburgunder Rosé verkostet. Die Trauben stammen aus den bekannten Lagen aus der Winzer-Gemeinde Bötzingen. Als Prädikatswein der Stufe Kabinett wurde der Rosé trocken ausgebaut. Die rote Spätburgunder-Traube ist die Basis dieses als Rosé vinifizierten Weines. Rosé wie auch der Weißherbst entstehen durch die besondere Methode des Kelterns der roten Trauben. Bekanntlich ist der Saft auch aller Rotwein-Beeren hell, sitzt doch die rote Pigmentierung allein in der Beerenhaut. Bei vorsichtiger Pressung tritt dann der helle Saft aus der Rotweintraube, hier also dem Spätburgunder, während die rote Farbe weiterhin in der Beerenschale zurückbleibt. Damit der Rosé dann doch seine schöne rosarote Erdbeerfarbe erhält, lässt der Winzer Saft und Beerenhaut noch für einige Stunden zusammen, das rote Pigment tritt sukzessive aus der Haut und so wird der gewünschte Rosé-Ton erreicht. Je nach der Länge dieses Vorganges wird die Rose´-Tönung immer dunkler, tendierend zu einem hellen Rot. Bei den Rosé-Weinen aus mediterranen Gefilden kann dies bis zu einem kräftigen Rot ähnlich eines Rotweines führen. Hierzulande präferieren die Winzer den Kundenwünschen gemäß allerdings eher den leuchtenden Rosé-Ton.

Ist dieser Vorgang abgeschlossen, dann wird der Rosé wie ein Weisswein vinifiziert, heutzutage meistens im gekühlten Edelstahl-Tank mit dem gewünschten Ausbau, hier als Kabinett und trocken. Der Rosé vereint die Vorzüge sowohl vom Weiss- als auch vom Rotwein. Vom Rotwein, weil er durch die Traube auch die intensiveren Inhaltsstoffe besitzt, vom Weisswein die Art der Herstellung, frisch, geschmackvoll und weniger extraktreich und komplex. So werden die beiden Vorzüge geschmacklich optimal vereint. Dies zeigt sich auch bei der steigenden Beliebtheit von Rosé-Weinen hierzulande, wo bereits fast 10% der konsumierten Weine zur Sorte Rosé gehören.

 Weingut Brodbeck
Im Glas präsentiert sich der 2017er Bötzinger Spätburgunder Rosé Kabinett trocken in diesem besagten leuchtenden erdbeerfarbenen Rosarot, das auf Anhieb Frische und Trinkfreude signalisiert. Auch hier schadet es nicht, dem Wein zunächst etwas Sauerstoff zu gönnen. Die Nase freut sich danach auf wunderbare Anklänge nach Kirschen, Johannisbeeren, Erdbeeren und einen leichten Mandelton. Die geschmackliche Bestätigung der olfaktorischen Nuancen findet sehr beeindruckend im Mund und am Gaumen statt. Der Rosé punktet mit seinem frischen, fruchtigen Geschmack, ist intensiv, vollmundig und sehr animierend. Auch wartet er mit einem angenehmen Finish auf, das einen langen zitronigen Abgang ebenso aufweist, wie die Balance von Frucht und Säure. Da macht das Weintrinken einfach nur Spass, zumal wenn man an sommerlichen Abenden mit Freunden in fröhlicher Runde sitzt. Aber auch in der dunklen Jahreszeit bringt der 2017er Bötzinger Spätburgunder Rosé Kabinett trocken Freude, Erbauung und Erfrischung. Einfach lecker!

Der Wein hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden.

Wir empfehlen diesen Rosé zu   "Gebeiztem Lachs an Wildkräuterschmand"

Maximal empfehlenswert

Peter J. und Helga König

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  Thomas Brodbeck
2015 Bötzinger Eckberg Spätburgunder Spätlese Trocken 


Kommen wir nun zu diesem Spätburgunder Rotwein, der einen würdigen Abschluss beim Kennenlernen der besonderen Weine von Thomas Brodbeck bildet.

Es handelt sich hierbei um einen 2015er Spätburgunder, gewachsen in der weiteren Einzellage Bötzinger Eckberg. In der Prädikatsstufe Spätlese wurde der Rotwein trocken ausgebaut. Auch bei diesem Wein zeigt sich welche überragenden Qualitäten speziell die Spätburgunder am Kaiserstuhl haben, ganz besonders wenn die Bodenbeschaffenheit wie hier im Bötzinger Eckberg aus Löss-Lehm besteht, hängig ist und die Ausrichtung nach Südwest-Süd-Ost gewährleistet, dass sehr viele Sonnenstunden die Trauben optimal reifen lassen. Die Premium-Rebe Spätburgunder gilt für viele Rotwein-Liebhaber als der König unter den Rotweinen. Die fast 2000 Jahre alte Rebe stammt ursprünglich aus Frankreich, wo sie mit Abstand am häufigsten kultiviert wird, vor den USA und Deutschland. Berühmte Weine dieser Rebsorte stammen aus Burgund, wo sich die eher kühle Regionen liebende Sorte traditionell heimisch fühlt.

Hierzulande ist die Region Baden das bestimmende Wein-Gebiet, etwa die Hälfte aller Spätburgunder-Weine in Deutschland werden hier erzeugt. Aus Baden stammen mehr Spätburgunder als etwa aus Australien und Neuseeland. Was die Qualität angeht, können sich die Spätburgunder vom Kaiserstuhl heute durchaus mit ihren berühmten Vorfahren aus Burgund messen, sind sie doch diesen im Ausbau am ähnlichsten. Dies gilt auch ganz bestimmt für die hier verkostete 2015er Bötzinger Eckberg Spätburgunder Spätlese trocken.

Im Glas zeigt sich der Wein in einem mittleren Burgunderrot mit violetten Reflexen an der Oberfläche. Haben die Weissweine bereits den wichtigen Sauerstoff zum Öffnen benötigt, so gilt dies für einen Rotwein dieser Klasse ganz besonders. Die olfaktorische Prüfung zeigt danach Duftnoten, die an dunkle Kirschen, Brombeeren und Johannisbeeren erinnern, zudem eine leichte Bittermandel-Nuance. Im Mund und am Gaumen werden exakt diese Aromen geschmacklich bestätigt, intensiviert durch den Ausbau als Spätlese und die nötige Säure. Der 2015er Spätburgunder ist tiefgründig, extraktreich und durchaus komplex, dabei kraftvoll und mit einem eigenen Charakter versehen. Der Wein besitzt viel Potential, wobei Frucht, Säure und Alkohol eine gelungene Balance bilden. Jetzt schon eine geschmackliche Persönlichkeit, wird er in den nächsten Monaten auf der Flasche seinen Zenit erreicht haben. Bei einem langen Abgang zeigt sich aber bereits jetzt wie weich und rund der Spätburgunder mundet. Hier ist Thomas Brodbeck ein wunderbarer Spätburgunder gelungen, der deutlich zeigt, auf welchem großartigen Terroir am Kaiserstuhl er gedeihen konnte. Superb!

Die 2015er Bötzinger Eckberg Spätburgunder Spätlese trocken hat 13,5% vol/alc und sollte bei 18 bs 20 Grad Celsius genossen werden.

Wir empfehlen diese Spätburgunder Spätlese zu "Hirschkalbsrücken mit Spätzle und Wirsinggemüse"

Maximal empfehlenswert.

Peter J. und Helga König

Bitte klicken Sie auf nachstehenden Link, dann gelangen Sie zum Weingut Brodbeck und können den Wein dort bestellen: https://www.weingut-brodbeck.de/

Nachdem wir jetzt die 4 Weissweine, den Rosé und den Spätburgunder mit großem Interesse, viel Respekt und Freude verkostet haben, hier unser Fazit: 

 Weingut  Thomas Brodbeck
Alle Weine vom Weingut Thomas Brodbeck zeichnen sich durch das höchste Niveau und mit der allerbesten Qualität aus. Ob Scheurebe, Chardonnay, Grauburgunder, Muskat-Ottonel, Spätburgunder Rosé oder Spätburgunder, sie alle besitzen ihren eigenen Charakter, sind geschmacklich individuell, sortentypisch und Terroir-geprägt. Spielen hier die Lagen von Thomas Brodbeck in Bötzingen am gesegneten Kaiserstuhl auch eine sehr gewichtige Rolle, so müssen die Weine doch zunächst einmal auf die Flasche gebracht werden, mit einer solchen geschmacklichen Qualität, wie wir sie hier verkosten durften. Dazu ist viel Herzblut, großes Engagement, Wissen und Können und das gewisse "Händchen zum Weinmachen" vonnöten. All dieses beherrscht Thomas Brodbeck perfekt, seine Weine bezeugen dies eindrucksvoll. Sie alle schmecken einfach großartig, sind sie doch authentisch, voller Trinkfreude und sehr animierend. Hier stimmt einfach alles, jede Rebsorte zeigt deutlich ihre natürlichen Vorzüge, ohne dabei überzogen oder designt zu sein. So schmeckt ein Spitzenwein am besten und um ehrlich zu sein, man kann eigentlich nicht genug davon bekommen, jedes Glas ist aufs Neue köstlich. Thomas Brodbecks Weine sind ehrlich, voller Geschmack und einfach nur besonders gut. Deshalb: 

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König

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Weingut -Meine Freiheit- Oestrich-Winkel/Rheingau 3 Weissweine, 1 Rotwein und 2 Winzersekte

 Susanne Ossendorf, Standortleiterin Oestrich Winkel
Weingut "Meine Freiheit"
Das Weingut mit dem originellen Namen- Meine Freiheit- ist im Rheingau in der Winzer-Gemeinde
Oestrich-Winkel zuhause. So speziell wie der Name, ist auch die Entstehungsgeschichte des Gutes, das im Jahre 2010 gegründet worden ist. In einer immer enger werdenden Welt war es dem Gründer des Weingutes eine Herzensangelegenheit das Gefühl von Freiheit zu leben und diese praktisch im Weinbau umzusetzen, indem konsequent auf Nachhaltigkeit und Rücksicht und Ausgleich auf die Natur gesetzt wird. 

Das Weingut –Meine Freiheit- ist entsprechend kein Gut in herkömmlichen Sinn mit einer langen Familien-Tradition sondern die Erfüllung einer Idee und einer Vorstellung eines Enthusiasten, der im Weinmachen eine persönliche Erfüllung sieht, nachdem er zuvor als Journalist und Investmentbanker tätig war. Mangels ererbter Weinbau-Lagen war es nun vordergründig notwendig die geeigneten Lagen zu erstehen, denn ohne Spitzenlagen ist ein solches Projekt unmöglich zu realisieren. Weinberge mit einer über 35jährigen Bestockung im Rheingau sind nun die Voraussetzung bestes Rieslings-Traubengut zu erzeugen, natürlich immer unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, damit aus den Trauben allerbeste Riesling-Weine und –Sekte kreiert werden können. 

 Foto: Helga König
Ein grandioser Spätburgunder stammt von Lagen des weltberühmten Assmannshäuser Höllenberges. Insgesamt wurden allein mehr als 60 Parzellen in den verschiedensten Lagen erstanden, um die Idee zu verwirklichen, eigene Weine auf eigenem Boden nach eigenen Vorstellungen zu erzeugen, ganz nach dem Gedanken: Meine Freiheit. 

Aber nicht nur im Rheingau bis nach Lorch wurden Rebflächen erworben, mit dem Sitz des Weingutes in Hallgarten, einem Ortsteil von Oestrich-Winkel, und auch an der Nahe bot sich die Chance in der kleinen Winzer-Gemeinde Gutenberg insgesamt 2 Hektar Rebfläche zu erstehen, einschließlich der Burgruine der bereits 1213 erwähnten Burg Gutenberg. Während im Rheingau die Bodenbeschaffenheit überwiegend aus Quarzit, Schieferersatz und Lössboden besteht, sind die Böden an der Burg Gutenberg durch markant rötlich, sandig kiesige Lehmböden geprägt, auf denen bis zu 30jähriger Rebbestand dezent bis blumige Weine hervor bringt, die alle ihren eigenen unverkennbaren Charakter besitzen. 

Bei einer Neigung der Weinberge bis zu 50 Grad ist ausschließlich Handarbeit gefragt, auch wenn durch Einsaat von Wildkräuter, Blumen und Gräser in den Weinbergs-Lagen ganz natürliche Bedingungen geschaffen werden, um möglichst naturnah, nur mit minimalem Einsatz von Pflanzenstärkungsmittel, Traubengut wachsen zu lassen, das sich durch höhere Extrakt-Gehalte und Fruchtaromen auszeichnet. 

Riesling ist neben Weiß- und Grauburgunder die dominierende weiße Rebsorte im Weingut - Meine Freiheit-, während bei den Rotweinen ausschließlich der König der roten Reben, der Spätburgunder vinifiziert wird. Ergänzt wird das Sortiment durch die Edition Gutenberg, die für hochwertigsten Spätburgunder Blanc de Noir - im Barrique gereift-, Riesling im Arkazienholzbarrique gereift, und einem trockenen Spätburgunder steht. Hinzu kommen wunderbare Riesling- und Spätburgunder-Winzersekte zuzüglich eines Spätburgunder Secco Rosé. 

Um die ausgezeichneten Weine und Winzersekte zu verkosten, besteht die Möglichkeit einer Weinprobe im Weingut in Hallgarten, aber auch auf den zahlreichen Veranstaltungen, an denen das Weingut –Meine Freiheit- teilnimmt, etwa bei den Weinmessen in Berlin, Hannover oder Limburg, in Dortmund, Hamburg, München oder Köln und nicht zuletzt bei der savoir-vivre Weinmesse in der Orangerie des Schlosses Charlottenburg in Berlin. 

Schließlich sei auch noch erwähnt, dass der 2016er  Riesling namens "Papa" bei den Berliner Filmfestspielen als offizieller Wein den Gästen gereicht wurde. 

Nach der Vorstellung des Weingutes-Meine Freiheit- ist es jetzt an der Zeit sich mit den Weinen und den Sekten selbst zu befassen: 

2017 Papa Riesling Trocken 

Beginnen wollen wir unsere kleine aber feine Verkostung mit diesem ganz speziellen 2017er trockenen Riesling, dessen Vorgänger  dem Weingut –Meine Freiheit-  im Jahrgang 2016  den Titel eines "Official Supplier" beschert hat, wurde dieser Riesling doch in die Liste der offiziellen Weine aufgenommen, die bei den Berliner Filmfestspielen ausgeschenkt wurden. Die Trauben zu diesem Riesling stammen aus den ausgesuchten Lagen im Rheingau, wo die Bodenbeschaffenheit aus fruchtbaren Lössböden besteht, die dem Riesling viele Mineralien verleihen. 

Die Wurzeln der Reben haben es in dem lockeren Substrat leicht aus der Tiefe sich mit genügend Wasser und vielen Nährstoffen zu versorgen. So kommt ein kraftvoller Wein zustande mit ausgeprägter Aromatik und Fülle, ungemein saftig mit einer großen Bandbreite verschiedenster Fruchtaromen. 

Im Glas präsentiert sich der 2o17er Papa-Riesling trocken in einer hellgelben Farbe mit grünlichen Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, ohne die nie ein Wein verkostet werden sollte, ist es zunächst notwendig ihn mit dem nötigen Sauerstoff zu vermählen. Dies geschieht am besten, indem man das Glas zunächst eine Weile schwenkt und den Riesling darin kreisen lässt. So werden sowohl die duft- als auch die geschmacksmäßigen Aromen besonders gut freigesetzt und die Nase hat danach das Vergnügen intensive Anklänge an reife Pfirsiche, Limone und Wildblüten wahrzunehmen. Im Mund und am Gaumen werden diese Nuancen bestens geschmacklich bestätigt. Die optimal eingebundene Säure lässt so ein wunderbares Frucht-Säure-Spiel entstehen, das den Verkoster sogleich komplett für sich einnimmt. 

Der 2017er Riesling trocken besticht mit seiner Kraft und seinem speziellen Charakter, besitzt einen langen Nachhall, der nicht nur noch einmal die gesamte Fülle dieses typischen Rheingau-Rieslings zeigt. sondern auch über die herrliche Frische verfügt, die einen solchen Wein erst komplett macht. Dass ein solcher Spitzen-Riesling sehr gerne verkostet wird, kann jeder nachvollziehen, der gerne einen ausgesuchten Wein dieser Rebsorte trinkt, zumal wenn er von dem hervorragenden Terroir aus Rheingauer Lagen stammt. Exzellent!

Der 2017er Papa-Riesling trocken hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

Wir empfehlen den 2017er Papa-Riesling trocken zu  "Zanderfilet in Limettensauce an Wildreis und Zuckerschoten".

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König 

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie  zum  Weingut Meine Freiheit und können den Wein dort bestellen.  https://www.weingutmeinefreiheit.de/

2017 Mama Riesling Süß

Weiter geht es mit diesem 2017er Riesling, der dank seiner Fruchtsüße süß ausgebaut wurde. Dabei sollte man sich durch den Hinweis auf dem Etikett, der den Wein als "Mama-Riesling" ausweist,  nicht irritieren lassen. Zwar wurde der Riesling dank seiner hohen Öchsle-Grade fruchtsüß ausgebaut, dies bedeutet, dass nach offizieller weintechnischer Definition er einen Zucker-Gehalt von mindestens 45g je Liter aufweisen muss. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Riesling im herkömmlichen Sinn nur süß ist, entscheidend ist dabei welche Säure er gleichzeitig mitbringt. 

Ein etwas geringerer Säure-Gehalt sorgt für eine wunderbare Balance und lässt den Wein zwar fruchtsüß schmecken, jedoch nicht eindeutig geschmacklich süß dominant sein. Erfahrungsgemäß liebt die holde Weiblichkeit überwiegend eher einen Wein mit einer angenehmen Fruchtsüße, wobei es auch viele Mamas gibt, die durchaus einen trocken ausgebauten Wein vorziehen. Als Pendant zum Papa-Riesling hat man im Weingut –Meine Freiheit- allerdings sich die Freiheit erlaubt, diesen 2017er Wein Mama-Riesling zu nennen. Und um einer Irritation vorzubeugen, so mancher Papa wird gerne ein Glas vom fruchtsüßen Riesling der trockenen Variante vorziehen. Das Traubengut stammt aus den Hallgarter Rheingau-Lagen, wo die Böden von Serezitgneis geprägt sind, einem hellgrünlich-grauen, feinschiefrig bis plattigem Gestein, das als Reste uralter Vulkane übrig geblieben ist. Hier wachsen dank der exzellenten Reifemöglichkeiten außergewöhnliche fruchtsüße Rieslinge, eben wie der hier verkostete 2017er Mama-Riesling. 

Farblich zeigt sich der Wein im Glas in einem hellen Gelb mit grünlichen Reflexen. Auch hier sollte der 2017er Riesling zunächst richtig belüftet werden, damit er sein ganzes Potential anbieten kann. Olfaktorisch zeigen sich besondere Aromen, die an Pfirsich und tropische Früchte wie Litschi und Karambole erinnern, zudem eine feine Mineralität. Geschmacklich findet die Bestätigung im Mund und am Gaumen statt, wobei zwar die Fruchtsüße durchaus eine gewisse Priorität besitzt, jedoch nach und nach von der angenehmen Säure eingebunden wird. So kommt ein Frucht-Säure-Bogen zustande, der sich überwiegend an den süßen Frucht-Aromen orientiert, ohne dabei jedoch den Charakter eines Rheingau-Rieslings zu verleugnen. Der Wein besitzt eine besondere Fülle, auch ausgelöst durch die Terroir-bedingte Mineralität, ist sehr geschmackvoll und vollmundig und animiert zu einem weiteren Glas, zumal wenn man die Richtung fruchtsüßer Ausbau bevorzugt. Top!

Wir empfehlen diesen  2017er Mama-Riesling zu "Entenleberpastete mit getoastetem Weißbrot"

Der 2017er Mama-Riesling hat moderate 10,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie  zum  Weingut Meine Freiheit und können den Wein dort bestellen.  https://www.weingutmeinefreiheit.de/

Maximal empfehlenswert.

Peter J. und Helga König 

2016 Edition Gutenberg Riesling Trocken-Im Akazienholz-Barrique gereift-

Es folgt nun eine weitere Edel-Pretiose des Weingutes –Meine Freiheit- mit diesem 2016er Riesling, der trocken ausgebaut wurde und seine Reife im Akazienholz-Barrique erlangt hat. Dieser Riesling gehört zur Edition Gutenberg. Dies bedeutet, dass die Trauben zu diesem Wein in der Einzellage Schlossberg in Gutenberg im Weinbau-Gebiet Nahe gewachsen sind.

Hier nennt das Weingut -Meine Freiheit- eine Rebfläche von 2 Hektar ihr Eigen, nachdem 2015 dieser Weinberg nebst der Ruine von Burg Gutenberg erworben worden ist. Die Bodenbeschaffenheit besteht hier aus markant rötlich, kiesig sandigem Lehmboden, die Hanglage besitzt teilweise eine Neigung von bis zu 50 Grad, sodass die Bewirtschaftung der Lage ausschließlich per Hand möglich ist. Zudem weist die Bestockung einen bis zu 30jährigen Rebbestand auf, sodass man hier durchaus von "Alten Reben" sprechen kann. Alles zusammen macht die erstklassige Qualität des Traubenguts aus, das Weine höchsten Niveaus entstehen lässt. Nur bei solchen Spitzenweinen ist der weitere Ausbau im Barrique geeignet, bekommt der Wein doch zusätzlich noch besondere Aromen, bedingt durch das spezielle Holz. Im Weingut –Meine Freiheit- hat man nicht das Fass aus Eiche gewählt, sondern hier wurde der Riesling im Akazienholz-Barrique gelagert, damit er zusätzliche Aromen erlangt und ebenso eine lange Lagerfähigkeit.

Im Glas präsentiert sich der 2016er Edition Gutenberg Riesling trocken in einer hellgelben Farbe mit grünlichen Reflexen. Ohne langweilen zu wollen, auch hier wieder der Hinweis auf die nötige Zufuhr von Sauerstoff, zumal der Wein ja im Barrique ausgebaut wurde und so die von der Gerbsäure eingeschlossen Aromen sich wieder öffnen können, um die gesamte Fülle optimal zu entfalten. Die Nase registriert Anklänge danach, die an Pfirsich, Aprikose und kräutrige Noten erinnern, zudem Nuancen von Zedernholz, Muskatnuss und einem Hauch von Vanille, nebst einer gewissen Mineralität. Im Mund und am Gaumen werden die Fruchtaromen geschmacklich absolut bestätigt. Das feine Tannin-Gerüst gibt dem Wein Kraft, Intensität, Fülle und geschmackliche Tiefe. Dazu trägt auch die richtige Säure bei, die die Aromen ausdrucksvoll trägt und dem 2016er Riesling trocken die nötige Länge im Finish verleiht, wobei noch einmal alle Vorzüge dieses großen Rieslings Revue passieren, einschließlich einer animierenden Frische.

Hier ist den Wein-Kreativen vom Weingut -Meine Freiheit- ein spitzenmäßiger Riesling gelungen, der neben seiner eindrucksvollen Fülle auch noch die nötige Lagerfähigkeit besitzt, um auf dem Zenit seiner Reife auf der Flasche absolut außergewöhnlich zu sein. Ihn auf diesem Weg zu begleiten, ist für jeden Liebhaber eines Spitzen-Rieslings zweifelsohne ein ganz besonderes Highlight. Chapeau!

Der 2016 Edition Gutenberg Riesling Barrique trocken hat 12% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden.

Wir empfehlen diesen 2016 Edition Gutenberg Riesling Barrique trocken zu "Perlhuhnbrust auf Beluga-Linsen"

Maximal empfehlenswert.

Peter J. und Helga König

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2016 Edition Gutenberg Schlossberg Spätburgunder Trocken 

Nachdem jetzt 3 exzellente Rieslinge des Weinguts –Meine Freiheit- verkostet werden durften, steht nun ein ganz besonderer Rotwein an, mit diesem 2016er Spätburgunder trocken aus der Edition Gutenberg. Das erstklassige Traubengut stammt aus der Lage Schlossberg, eine der 22 Einzellagen der Großlage Pfarrgarten. Ganz besonderen Wert wird hier auf die naturnahe Pflege der Weinberge gelegt, wozu auch die natürliche Begrünung zwischen den Rebzeilen zählt, damit Lebensraum für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge entsteht, die viele Rebschädlinge wirksam entsorgen. So kann der Einsatz von Pflanzenstärkungsmittel auf ein Minimum reduziert werden.

Neben dieser naturnahen Bewirtschaftung ist es der geeignete Reb- und Laubschitt, der absolut qualitätsfördernd ist. Hinzu kommt eine gezielte Ertragsbeschränkung, damit nur hochreifes, gesundes Traubengut schließlich geerntet werden kann. Das Terroir in der Lage Schlossberg eignet sich bestens für großartige Spätburgunder mit seinen Böden aus Quarz und Schiefer, Porphyr, Metaphyr und Bundsandstein, ebenso Verwitterungsgestein aus Löss und Lehm. Die südliche Ausrichtung der Lage mit seiner optimalen Hangneigung ermöglicht der Sonne die Trauben bestens reifen zu lassen, der Schutz durch den Soonwald gegen nördliche kalte Winde lässt ein Kleinklima hier an der Nahe und seinen Seitentälern entstehen, das durchaus mit der Pfalz oder in Baden vergleichbar ist. Und der Klimawandel hat auch dazu beigetragen, dass die Qualität speziell der Rotweine kontinuierlich zugenommen hat.

Farblich präsentiert sich der 2016er Spätburgunder trocken in einem tiefen Burgunderrot im Glas mit violetten Reflexen an der Oberfläche. Hat der Riesling schon Sauerstoff benötigt um sich zu öffnen, so gilt dies für diesen Spätburgunder erst recht. Erst dann wird er richtig zeigen was in ihm steckt. Außerdem zeugt die richtige Behandlung eines solchen Spitzenweins nicht nur von dem nötigen Verstehen, es zeigt auch den nötigen Respekt gegenüber dem Wein und seinem Macher. Schließlich hat die Nase das Vergnügen besondere Anklänge wahrzunehmen, die an Kirschen, Waldbeeren und einen feinen Mandel-Duft erinnern. Mund und Gaumen bestätigen das olfaktorische Ergebnis, wobei eine gut eingebundene Säure dem 2016er Spätburgunder trocken einen kraftvollen markanten Auftritt verleiht.

Der Wein ist dicht, extraktreich und mit dem nötigen geschmacklichen Volumen versehen. Da er ziemlich jung ist, wird er weiterhin auf der Flasche noch reifen, dafür bringt er einfach zu viel Potential mit. Schließlich zeigt er auch jetzt schon welche intensive gewichtige Frucht er besitzt, welchen langen Nachhall er innehat und wie prägend sein ausdrucksstarker Geschmack ist, sortentypisch und charaktervoll. Nach vielen Monaten auf der Flasche wird er zunehmend rund und weich, dann hat er seinen Höhepunkt erreicht, den er weitere Jahre exzellent anzubieten weiß. Á la bonne heure!

Der 2016er Edition Gutenberg Schlossberg Spätburgunder trocken hat 13% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius verkostet werden.

Wir empfehlen diesen  2016er Edition Gutenberg Schlossberg Spätburgunder trocken zu  einer "Rosa gebratenen Lammkeule auf Zwiebel-Thymian-Sauce".

Maximal empfehlenswert.

Peter J. und Helga König

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2015 Riesling Sekt Brut Flaschengärung 

Nach den Riesling-Weinen und dem wunderbaren Spätburgunder folgt nun die Verkostung von zwei großartigen Winzersekten. Zunächst ist da dieser Riesling-Sekt, der brut ausgebaut wurde bei der zweiten Gärung auf der Flasche. Brut, eine französische geschmackliche Begrifflichkeit für den Ausbau von Champagner oder Crémant wird zu Deutsch passenderweise mit herb übersetzt. Als Grundwein zu diesem Winzersekt hat man im Weingut –Meine Freiheit- einen besonderen Riesling des Jahrganges 2015 genommen. Bekanntlich ist ein Sekt ja nur so gut wie der Grundwein der zur Versektung herangezogen worden ist. Entsprechend wurde ein hochqualitativer Riesling auf die Flasche gebracht, um nach der Methode der klassischen Flaschengärung die Versektung auf der Hefe vorzunehmen. Dabei ist das Verfahren gleich der "Méthode Champenoise", also der Champagner-Erzeugung, allerdings ist dieser Begriff rechtlich geschützt und nur diesen Produkten aus der Champagne vorbehalten. Unterm Strich ändert dies jedoch nichts, denn durch die klassische Flaschengärung entstehen heutzutage Winzersekte, die es an Qualität durchaus mit jedem guten Champagner aufnehmen können. Entscheidend ist der Grundwein und entscheidend ist, wie lange der Sekt auf der Hefe gelagert worden ist und wie akribisch der Ausbau stattgefunden hat.

Professionelle Blindverkostungen der größten Experten haben hier schon zu sensationellen Ergebnissen geführt und nicht unbedingt zum Vorteil der glamourösesten Champagner, die sich hinter ausgesuchten Winzersekten einreihen mussten.

Nachdem der 2015er Riesling Sekt brut ins Glas gegossen wurde, zeigt sich dem Auge sofort das schäumende Mousseux, das hernach in eine besonders feine Perlage übergeht. Einhergehend mit der hellgelben Farbe wird eine animierende Frische signalisiert, die sofort Lust auf einen ersten Schluck macht. Zunächst darf die Nase sich jedoch an den feinen Apfel- und Zitrus-Aromen erfreuen, begleitet von Hefenoten, die angenehm mit den feinen Perlen im Glas aufsteigen. Im Mund und am Gaumen dann werden die olfaktorischen Fruchtanklänge aufs Angenehmste geschmacklich bestätigt, wobei eine feine, sehr angenehme Säure dem Geschmacksempfinden schmeichelt. Hinzu kommt diese wohlige Frische, die den 2015er Riesling Sekt brut zu einem wirklichen Geschmackserlebnis mit großer Trinkfreude macht und besonders lange anhält. Da freut man sich sogleich auf den nächsten Schluck. Zu einem festlichen Empfang bestens geeignet, ist der Riesling-Sekt absolut auch großartig zu Meeresfrüchten oder einem Vorspeisenteller maritimer Art. Getoppt wird dies nur noch bei lauschiger Zweisamkeit, hier ist gute Laune unvermeidlich.

Der 2015er Riesling Sekt brut hat 12,5% vol/alc und sollte bei 6 bis 8 Grad Celsius getrunken werden.

Maximal empfehlenswert.

Peter J. und Helga König

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2015 Spätburgunder Sekt Extra Brut 

Als weiterer Trinkspass steht nun dieser 2015er Spätburgunder Sekt zur Verkostung an. Grundwein ist dieses Mal ein Top-Spätburgunder aus den Spitzenlagen des Weingutes – Meine Freiheit-. Als Ausbau bei der Versektung wurde die Stufe "Extra Brut" gewählt. War der Riesling-Sekt zuvor "Brut", also "Herb"(weniger als 12 g/l Zuckergehalt) ausgebaut, so ist hier eine weitere Reduzierung des Zuckergehalts auf eine Größen-Ordnung von 0 bis 6 g/l erreicht worden, die man folgerichtig als "Extra Herb" bezeichnet. Da bereits der Spätburgunder-Grundwein trocken ausgebaut worden ist, entsteht so durch die zweite Gärung ein wunderbarer Sekt, der sehr geschmackvoll und ungeheuer frisch ist. Für die Aromenfülle sorgt der Spätburgunder, für die Frische die lange Lagerung auf der Hefe und für die überragende Qualität bürgt die klassische Flaschengärung, die den Sekt optimal reifen lässt.

Bereits im Glas überzeugt der 2015er Spätburgunder Extra Brut das Auge mit seiner hellroten Farbe, die an frische Erdbeeren erinnert. Hinzu kommen Mousseux und Perlage, die neben diesem schönen Rot-Rosé viel schäumende Frische sigalisieren und dabei eine unbändige Vorfreude entwickeln. Zunächst darf jedoch die Nase ihr großes Vergnügen wahrnehmen, mit Aromen nach Kirschen und Waldbeeren und einer feinen Hefenote. Im Mund und am Gaumen besticht geschmacklich die üppige Frucht des Spätburgunders, die burgundisch breit und weich ist und so typisch für einen großartigen Spätburgunder steht, gepaart mit einer extra herben Frische.

Der 2015er Spätburgunder Sekt Extra Brut ist sehr intensiv im Geschmack, punktet mit viel Kraft und Substanz und ist so animierend, dass man den nächsten Schluck kaum abwarten kann, so gut schmeckt er. Da ist es nicht verwunderlich, dass er bei einem Empfang bestens ankommt und im Kreise lieber Freunde wird er immer besonders begehrt sein. Für Spass und Freude ist damit gesorgt und für eine lockere Atmosphäre sowieso. Genial!

Der 2015er Spätburgunder Sekt Extra Brut hat 13% vol/alc und sollte bei 6 bis 8 Grad Celsius genossen werden.

Maximal empfehlenswert

Peter J. und Helga König

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Nachdem wir jetzt die 3 Rieslinge, den Spätburgunder und die beiden fabelhaften Sekte mit viel Respekt und Vorfreude verkostet haben, hier unser Fazit: 

Das Weingut -Meine Freiheit- aus Hallgarten im Rheingau ist kein Gut im klassischen Sinn, was etwa die Generationen-Folge und eine Familien-Tradition anbetreffen, war doch die Gründung aus der Idee geboren, traditionelle Werte des Weinbaus, wie Nachhaltigkeit und naturnahe Bewirtschaftung der Spitzen-Lagen zu betreiben. Diese galt es ab 2010 nach und nach im Rheingau in Hallgarten und Oestrich-Winkel, in Assmannshausen (Höllenberg) und Lorch, aber auch an der Nahe zu erwerben. Insofern folgte das Weingut mit seinen Weinmachern einer klaren Philosophie, die ausnahmslos nur auf Qualität und höchstes Niveau der Weine und Sekte setze. Dies ist bei allen hier verkosteten Pretiosen unzweifelhaft nachzuvollziehen. Die Weine besitzen ihren unverkennbaren Charakter, sind authentisch und individuell und überzeugen mit einem ganz eigenen Geschmack, der alles andere als Mainstream ist. Dabei verkörpern sie ihr ausgesuchtes Terroir und das Können und das Einfühlungsvermögen ihrer Macher. 

Die Tatsache, dass sich das Gut auf die edelsten Rebsorten beschränkt hat, die optimal zu den Lagen passen, hier jeweils Riesling, Weiß-,Grau- und Spätburgunder, ist gleichfalls als Optimierung der Weine zu sehen. Die Ergebnisse sind dann auch grandios, davon durften wir uns ausgiebig und mit viel Trinkfreude überzeugen. Uns haben die Weine und Sekte besonders gut geschmeckt. Und dass ein solch junges Weingut mit seinem Papa-Riesling mit dem  Jahrgang 2016 bereits große Anerkennung bei einem internationalen Event wie den Berliner Filmfestspielen genossen hat, spricht ja auch eindeutig für den Wein vom Weingut -Meine Freiheit-. Man hat sich halt "die Freiheit" herausgenommen, möglichst rasch Spitzenweine zu erzeugen. Und dass dies bestens gelungen ist, dies durften wir hier intensiv probieren und somit feststellen. Deshalb: 

 Maximal empfehlenswert

 Peter J. und Helga König

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Familien-Weingut Knapp Miltenberg/Main Churfranken: 4 Weissweine und 2 Rotweine

 Johannes Hermann Knapp
Das Weingut Knapp ist in Miltenberg am Main zuhause. Hier bewirtschaften seit mehreren Generationen die Vorfahren ihre Weinberge. Zwischen Spessart und Odenwald im Talkessel gelegen, ist das historische Städtchen Miltenberg einerseits bekannt für die vielen Fachwerkhäuser, anderseits aber auch für die Weinberge, die in steilen Terrassenlagen ein optimales Terroir bieten, um exzellente Weine zu erzeugen. Die beiden Grossväter des jetzigen Inhabers Johannes-Hermann Knapp, Hermann Knapp und Josef Bube bewirtschafteten in der Miltenberger Altstadt jeweils landwirtschaftliche Betriebe, die im Nebenerwerb auch Weinbau aufwiesen. Dieser Wein wurde dann in der Häckerwirtschaft ausgeschenkt.

 Claudia Widmaier
Anfang des 20. Jahrhunderts war der Weinbau in Miltenberg, bedingt durch die in ganz Europa grassierende Reblaus zum Erliegen gekommen, obwohl bereits im Mittelalter eine Rebfläche von 180 Hektar kultiviert worden war. Es waren dann die Vorfahren von Johannes-Hermann Knapp, sein Vater Otto Knapp und sein Großvater Josef Bube, die in den letzten 50 Jahren dem Weinbau in Miltenberg neuen Auftrieb gegeben haben und mit dafür sorgten, dass wieder großartige Weiss- und Rotweine aus den Miltenberger Lagen gekommen sind, die auch überregional durch ihre besondere Qualität und ihr absolutes Niveau Anerkennung fanden.

Heute bewirtschaftet das Familien-Weingut Knapp, auch immer noch mit Hilfe der Eltern Otto und Marianne Knapp eine Rebfläche von 5 Hektar in der Gemarkung Miltenberg und 1 Hektar in der Gemeinde Bürgstadt, Frankens größter Rotwein-Gemeinde. Die aktuelle Leitung des Weingutes liegt in den Händen von Johannes-Hermann Knapp, gemeinsam mit Claudia Widmaier, nachdem beide das Weinbau-Ingenieurs-Studium absolviert haben. Dabei lautet ihre Philosophie: umweltbewusster Weinbau, schonende Kellerwirtschaft und ganz wichtig – Klasse statt Masse

 Weinprobe
Als besondere Lage kann das Weingut Knapp in Miltenberg mit dem "Miltenberger Steingrübler" aufwarten und in Bürgstadt mit der Lage "Bürgstädter Centgrafenberg". Während im "Miltenberger Steingrübler" in der steilen Terrassenlage, die Bodenbeschaffenheit besteht hier aus Buntsandsteinverwitterungsböden mit unterschiedlichen Lehmanteilen, Spätburgunder und Riesling wachsen, überwiegend in Handarbeit kultiviert, wird in der Lage"Bürgstadter Centgrafenberg" fast ausschließlich Spätburgunder angebaut. Bedingt durch das milde Klima und die südliche Ausrichtung zur Sonne entstehen hier Rotweine, die zu den besten in ganz Deutschland zählen. 

Weitere Rebsorten sind bei den Weissweinen: Müller-Thurgau und Bacchus als frische, fränkische Schoppenweine, weiterhin auch Silvaner, Weissburgunder und rassige Rieslinge, trocken ausgebaut, als Spitzenweine von höchstem Niveau. Zudem gibt es noch Gewürztraminer und als besonderes Highlight der Familie Knapp seit fast 70 Jahren eine ganz exzellente Scheurebe. 

 Foto; Helga König
Bei den roten Weinen, und hier sind fast ein Drittel der gesamten Rebfläche mit roten Rebsorten bestockt, ist es der edle Spätburgunder der im Mittelpunkt steht. Der Ausbau erfolgt hier je nach Qualität im traditionellen, fränkischen Stückfass, und die handverlesenen, hochwertigsten Spätburgunder werden im Barrique ausgebaut. Hinzu kommen noch Portugieser, Domina und Dornfelder. Komplettiert wird das Angebot des Weingutes Knapp durch wunderbare Winzersekte aus handverlesenen Weissburgundertrauben, die nach der Methode der klassischen Flaschengärung allerbeste Qualität aufweisen können. 

Wer es jung und spritzig haben möchte, für den wartet das Familien-Weingut mit fruchtig frischen Seccos auf, die durch eine Cuvée aus Scheurebe, Bacchus und Kerner entstanden ist. Neben den vielen Veranstaltungen in der gemütlichen Häcker-Wirtschaft des Gutes gibt es weitere Events, bei denen es möglich ist die großartigen Weine von Familie Knapp zu verkosten. Dass es auch individuelle Weinproben im Weingut Knapp gibt, ist ja geradezu eine Selbstverständlichkeit. Bei einem Besuch auf dem samstäglichen Miltenberger Wochenmarkt lassen sich die Spitzenweine in einer besonderen Atmosphäre ebenfalls verkosten. Doch jetzt genug der Theorie, beginnen wollen wir nun mit unserer kleinen, aber feinen Verkostung der ausgesuchten 6 Weine von Johannes-Hermann Knapp und wir tun dies mit viel Respekt und einer neugierigen Vorfreude: 

  Johannes Hermann Knapp
2017er Miltenberger Steingrübler Müller-Thurgau Trocken 

Zu Beginn unserer besonderen Verkostung der Weine vom Familien-Weingut Knapp steht dieser 2017er Müller-Thurgau trocken an, der ein wunderbares Beispiel für einen fränkischen Schoppenwein ist und der im Gut unter der Rubrik Basisweine geführt wird. Gewachsen sind die Trauben zu diesem Müller-Thurgau in einer der beiden Spitzenlagen des Weinguts Knapp, dem Miltenberger Steingrübler. Die Bodenbeschaffenheit besteht hier aus Bundsandsteinverwitterungsböden mit unterschiedlichen Lehmanteilen, wobei die Lage an den Hängen des Miltenberger Talkessels sehr sonnenintensiv ist, was zugleich aber auch viel körperliche Arbeit bedeutet, denn hier ist überwiegend Handarbeit gefragt. Handarbeit ist im Weingut Knapp per se ein Qualitätsmerkmal für die prächtigen Weine, denn ob beim reduzierenden Reb- oder Laubschnitt, bei der selektiven Lese oder beim Aussortieren der gesunden, hochreifen Trauben, überall wird Hand angelegt. Nur so kommen charaktervolle, individuelle Weine zustande, die von höchstem Niveau sind und die zeigen, dass Familie Knapp nichts dem Zufall überlässt, zumindest nicht bei der nachhaltigen Bearbeitung ihrer Weinberge und bei dem Wunsch sehr akribisch die optimalsten Bedingungen ihren Weinen angedeihen zu lassen. 

Dabei wird neben der Erfahrung und dem fundierten Wissen beim Weinmachen ihr ganzes Herzblut eingebracht, denn die Familien Knapp sind mit Leib und Seele Winzer und dies bereits schon seit einigen Generationen. Da spielt natürlich auch die Nachhaltigkeit eine Rolle, da solche Weine wie sie Johannes-Hermann Knapp und seine Lebensgefährtin Claudia Widmaier erzeugen, nur im Einklang mit der Natur entstehen können und nicht gegen sie. Und gerade die Basisweine des Gutes geben eine klare Auskunft darüber wie exzellent die Weine generell sind. Und hier spricht der 2017erMüller-Thurgau trocken ganz für sich. Und dass der Wein in der fränkischen Boxbeutel-Flasche angeboten wird, weist nicht nur auf seine eindeutige Provenienz hin, sondern zeigt auch, dass er mindestens 72 Grad Oechsle aufweist und bei der amtlichen Qualitätsprüfung eine Mindestpunktzahl von 2.0 erreicht hat. 

Im Glas präsentiert sich der Wein in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, ohne die niemals ein Wein verkostet werden sollte, ist es notwendig den 2017er Müller-Thurgau mit genügend Sauerstoff zu vermählen. Jetzt zeigen sich Anklänge in der Nase, die an Sommerapfel,  Quitte  und Wiesenkräuter erinnern. Mund und Gaumen bestätigen das olfaktorische Ergebnis geschmacklich, wobei eine gut integrierte, tragende Säure den Geschmack optimal ergänzt, sodass ein wunderbarer Frucht-Säure-Bogen entsteht. 

Der Wein ist intensiv im Geschmack, frisch und fruchtig und dabei nicht kompliziert. Der lange Abgang zeigt erneut wie gut ausbalanciert der 2017er Müller-Thurgau trocken ist, aber auch welche animierende Trinkfreude er bereitet, so wie eben ein gelungener fränkischer Schoppenwein schmecken muss. Wunderbar! 

Wir empfehlen  den 2017er Miltenberger Steingrübler Müller-Thurgau trocken zu "Pikanten Orangen-Garnelen mit frischen Thymianblättchen" und Baguette.

Der 2017er Miltenberger Steingrübler Müller-Thurgau trocken hat 11,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden. 

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König  

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 Claudia Widmaier
2016er Miltenberger Steingrübler Scheurebe 

Es folgt nun aus der gleichen Spitzenlage wie zuvor, nämlich dem Miltenberger Steingrübler, eine 2016er Scheurebe. Die Rebsorte Scheurebe wurde nach Georg Scheu benannt, der diese Weissweinsorte 1916 aus Riesling und der Bukettraube gezüchtet hat. Ursprünglich glaubte Georg Scheu es handele sich um eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner, dies konnte aber mittlerweile durch eine DNA-Analyse widerlegt werden. Scheurebe spielt im Weingut Knapp seit Anfang der 1950er Jahre eine ganz besondere Rolle, ist diese Rebsorte doch seit den Zeiten des Großvaters quasi "das Lieblingskind" der Familie in Sachen Reben. Deshalb wird hier ein ganz besonderes Augenmerk bei jedem Jahrgang auf die höchste Qualität dieser Weine gelegt, ohne natürlich die anderen Rebsorten zu vernachlässigen. 

Die erstklassige Scheurebe ist nun einmal Tradition und Herausforderung zugleich in der Winzer- Familie Knapp. Rheinhessen und die Pfalz sind die wichtigsten Anbau-Gebiete für Scheurebe, aber auch in Franken wird die Rebsorte kultiviert, wenn auch mit einem weit geringeren Aufkommen wie die Hauptrebsorten Silvaner und Müller-Thurgau. Und dort wo sie angebaut wird, wie hier in der Lage Miltenberger Steingrübler, benötigt sie viel Sonne, damit die Traube optimal ausreifen kann, denn erst so garantiert sie exzellente Weine, wie hier bei der 2016er Miltenberger Steingrübler Scheurebe. Auch dieser Wein wird in der klassischen Boxbeutel-Flasche angeboten, ein untrügliches Markenzeichen für besten fränkischen Wein. 

Farblich zeigt sich der Wein im Glas in einem klaren Blassgelb mit brillanten Reflexen. Auch hier sollte die Scheurebe zunächst belüftet werden, denn nur so kann sie ihr ganzes duft- und geschmacksmäßiges Potential offerieren. Jetzt zeigen sich Anklänge in der Nase nach schwarzer Johannisbeere und leichter Limone. Im Mund und am Gaumen werden diese Nuancen geschmacklich bestätigt und durch eine feine Säure ergänzt. 

Da der Wein nicht trocken ausgebaut wurde, überzeugt er mit einem Spiel von verhaltener Süße und korrespondierender Säure, alles bestens ausgewogen und sehr animierend. Der Alkohol-Gehalt ist dabei moderat, sodass die Fruchtaromen im Vordergrund stehen, ohne dabei zu dominant zu sein. Die 2016er Scheurebe punktet mit viel Fülle, eindeutiger Substanz und einer Präsenz, die den Verkoster sofort einnimmt. 

Hier zeigt sich das Familie Knapp bereits seit Jahrzehnten darin Erfahrung hat, wie eine außerordentliche Scheurebe kreiert wird, wobei Terroir und Ausbau den Wein zu einer wunderbaren Einheit führt, die einfach bestens schmeckt. Chapeau! 

Wir empfehlen  die 2016er Miltenberger Steingrübler Scheurebe  zu "Rindfleischcurry mit Paprika"

Die 2016er Miltenberger Steingrübler Scheurebe hat 11% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König  

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  Johannes Hermann Knapp
2015 Miltenberger Steingrübler Weissburgunder Trocken "Inter Toutonos"

Weiter geht es mit diesem ganz speziellen 2015er Weissburgunder, der trocken ausgebaut wurde. Auch hier steht die Spitzenlage Miltenberger Steingrübler für das geeignete Terroir, um erstklassiges gesundes und hochreifes Traubengut zu kultivieren. Johannes-Hermann Knapp hat dem 2015er Weissburgunder trocken den Beinamen "Inter Toutonos" gegeben, nach dem sogenannten Miltenberger Toutonenstein, auch um darauf hinzuweisen, dass sein Weingut und seine Lagen in Miltenberg auf historischem Grund fußen, denn bereits die Römer haben hier ihre Spuren hinterlassen, was der antike römische Grenzstein dokumentiert, der einst zum Ringwall Greinberg bei Miltenberg gehörte. Und dass die Römer bereits hier Wein angebaut haben, scheint mehr als nur eine Vermutung zu sein, denn bekanntlich haben sie den Wein nach Germanien gebracht und überall dort wo es römische Siedlungen und Castelle gab, wurde wenn möglich auch Wein angebaut, denn Wein war ein unverzichtbares Versorgungsgut für die römischen Beamten und Soldaten, war er doch Teil der Vergütung und des Soldes.

Der hier verkostete 2015er Weissburgunder trocken wurde zum Teil im Barrique ausgebaut, sodass er in aller Ruhe heranreifen konnte. Als erfahrene Winzer wissen Claudia Widmaier und Johannes-Hermann Knapp ganz genau, dass nur die qualitativ-hochwertigsten Weine im Eichenholzfass ausgebaut werden sollten, damit sie zusätzlich noch an Substanz und Aromenvielfalt gewinnen. Im Glas zeigt sich der 2015er Weissburgunder trocken in einer intensiven hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. 

Ohne langweilen zu wollen, auch hier wieder der Hinweis den Wein zunächst richtig zu beatmen, damit er seine gesamte Fülle präsentieren kann. Gerade die im Barrique ausgebauten Weine benötigen zunächst Sauerstoff, damit die Gerbstoffe, die die Aromen umhüllen sich verflüchtigen können und das ganze Potential des Weines zum Vorschein kommt. Der Verkoster zeigt gleichzeitig damit seinen Respekt dem Wein und seinem Macher gegenüber und der 2015er Weissburgunder revanchiert sich mit seiner ganzen Klasse. Jetzt wird die Nase von Anklängen entzückt, die an Pfirsich, Aprikose und Zitrus erinnern, wobei sich noch leichte Vanillenoten und ein feines Tanningerüst hinzu gesellen. Im Mund und am Gaumen werden diese Nuancen intensiv geschmacklich bestätigt und durch tragende Säure und eine zarte Kräuternote ergänzt. 

Der 2015er Weissburgunder trocken besitzt viel Substanz, ist dicht, durchaus komplex und vielschichtig. Die Lagerung im Barrique hat ihm weiterhin ein nicht unerhebliches geschmackliches Gewicht gegeben, Frucht, Säure und Tannin bilden dabei eine gelungene Einheit. Diese zieht sich bis in den langen Nachhall hinein, ohne jedoch auf die nötige Frische zu verzichten, die einen solchen Ausnahme-Weissburgunder erst richtig komplett macht. Hier ist jeder Schluck ein Erlebnis und eine wunderbare geschmackliche Erfahrung. Großartig! 

Wir empfehlen diesen 2015er Miltenberger Steingrübler Weissburgunder trocken zu einem "Kalbsfilet im Steinpilzmantel"

Der 2015er Miltenberger Steingrübler Weissburgunder trocken hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

Maximal empfehlenswert .

Peter J. und Helga König

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 Claudia Widmaier
2015er Bürgstadter Centgrafenberg Blanc de Noir Spätburgunder Spätlese 

Zur Verkostung kommt nun ein "Unikum" vom Weingut Knapp mit dieser 2015er Spätburgunder Spätlese weiß gekeltert. Gewachsen sind die Trauben zu diesem Wein in der kleinen gutseigenen Lage von einem Hektar im Bürgstadter Centgrafenberg. Dazu muss man wissen, dass die Winzer-Gemeinde Bürgstadt, unmittelbar neben Miltenberg am Main in Churfranken gelegen, die fränkische Rotwein-Region überhaupt ist. Hier gedeihen Rotweine, die zu den besten in ganz Deutschland gehören,profitieren die Weine doch von den Südhang-Steillagen, deren Bodenbeschaffenheit aus Bundsandstein-Verwitterungsboden besteht und dem besonderen Kleinklima im Talkessel um Miltenberg. 

Das Einzigartige an der hier verkosteten 2015er Spätburgunder Spätlese Blanc de Noir ist die Tatsache, dass ein solcher Spitzen-Spätburgunder nicht als Rot- sondern als Weisswein gekeltert worden ist. Das heißt, dass die Spätburgunder-Trauben in Spätlese-Qualität nach der Handlese unmittelbar zur Pressung gebracht worden sind, danach aber der weiße Saft, der ja auch in der roten Traube vorhanden ist, von der Maische sofort getrennt wurde. Die Farbe des Saftes bleibt dann fast hell, denn die Rotpigmente sitzen bei der Rotwein-Traube in der Beerenhaut. Erst bei der Gärung auf der Maische löst sich der rote Farbstoff bei der Vinifizierung eines Rotweins aus der roten Haut, während der Blanc de Noir wie ein Weisswein gekeltert wird, in der Regel im gekühlten Gärtank. 

Bei Blanc des Noirs werden die intensiven und vielfältigen Aromen der Rotweintraube mit der Frische des Ausbaus eines Weissweines vereint. Mittlerweile erfeuen sich hierzulande solche Blanc des Noirs Weine immer größerer Beliebtheit und die Tatsache, dass Johannes-Hermann Knapp seinen Blanc de Noir aus Spätburgunder-Trauben der Prädikatsstufe Spätlese gekeltert hat, macht ihn tatsächlich zu einem "Unikum". 

Farblich präsentiert sich die 2015er Blanc de Noir Spätlese in einem kräftigen Mittelgelb mit rosaroten Reflexen, lässt sich doch selbst bei der schnellsten Trennung von Saft und Maische nicht verhindert, dass doch noch einige rötliche Pigmente in den Saft gelangen. Achtung, auch hier bitte wieder an den nötigen Sauerstoff denken, der Wein dankt es mit allem was in ihm steckt. Olfaktorisch werden Nuancen wahrgenommen, die an feine helle Kirscharomen, leichte Bittermandel und eine gewisse Mineralität erinnern. Mund und Gaumen bestätigen geschmacklich die mit der Nase erlebten Aromen sehr intensiv, wobei die Restsüße der Spätlese-Qualität wunderbar eingebunden ist und von der Säure in Balance gehalten wird. 

Der Blanc de Noir ist kraftvoll, sehr intensiv und präsent, die Aromen der Spätburgunder-Traube geben dem Wein viel geschmackliche Fülle und Substanz. Hinzu kommt noch ein langer Abgang, bei dem noch einmal alle Vorzüge des Blanc de Noir Revue passieren, einschließlich der angenehmen Frische, die den Wein einfach perfekt und sehr animierend macht. Exzellent!

Wir empfehlen zu dieser 2015er Bürgstadter Centgrafenberg Blanc de Noir Spätlese eine "Kalbslende mit Kapern-Kräuter-Risotto"

Die 2015er Bürgstadter Centgrafenberg Blanc de Noir Spätlese hat 13% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

Maximal empfehlenswert

Peter J. und Helga König 

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Weingut Knapp und können dort den Wein bestellen: https://www.weingut-ottoknapp.de/

  Johannes Hermann Knapp
2015er Miltenberger Steingrübler Spätburgunder "S" Trocken 

Verlassen wir nun die wunderbaren Weissweine des Weinguts Knapp und wenden uns den zwei Rotweinen zu. Beginnen wollen wir hier mit diesem 2015er Spätburgunder "S", der trocken ausgebaut worden ist. Im Weingut Knapp wird dieser Rote unter der Rubrik – Die Klassiker – geführt, was heißt, dass es sich hier um einen Spätburgunder handelt, wie er von Familie Knapp seit langem an- und ausgebaut wird. Dabei ist sehr interessant, dass im Weingut in Churfranken, also in "der" Rotwein-Gegend Frankens, etwa 40% ihrer Weine aus Roten besteht. Dies hat natürlich in erster Linie mit den Böden in den Steillagen zu tun, aber vielleicht noch viel entscheidender mit dem besonderen Kleinklima, das in und um Miltenberg herrscht. 

Hier im Talkessel zwischen Spessart und Odenwald am Main besitzen die Weinberge eine südliche Ausrichtung und der Einfallswinkel der Sonne ist geradezu optimal, sodass viel Wärme und Bestrahlung mit Sonne möglich ist. Dies sind die geeigneten Bedingungen die der Spätburgunder liebt, hier fühlt er sich wohl, hier reift er optimal aus. Die Trauben werden dann zu 100% mit der Hand gelesen, so wie alle anderen Weine im Weingut Knapp auch. Bei traditioneller Maischegärung hat der Spätburgunder "S" trocken anschließend ca. 18 bis 24 Monate im Holzfass
(hauptsächlich Halbstückfass mit 600 Liter) verbracht, wo er in aller Ruhe heranreifen konnte. Besonders erwähnenswert ist, dass alle Rotweine im Weingut Knapp absolut trocken ausgebaut werden und dies zeigt der hier verkostete 2015er Spätburgunder ganz eindeutig. 

Im Glas präsentiert sich der Rotwein in einem schönen Burgunderrot mit violetten Reflexen an der Oberfläche. Hat der Weisswein schon den richtigen Sauerstoff benötigt, so gilt dies für diesen exzellenten, trockenen Spätburgunder erst recht. Danach darf sich die Nase auf intensive Anklänge freuen, die leichte Kirschnoten aufweisen, gepaart mit Bittermandel, Tannin und einer kräutrigen Komponente. Mund und Gaumen bestätigen die intensiv trockenen Nuancen geschmacklich aufs Beste, wozu sich auch noch feine Holznoten hinzugesellen. 

Der 2015er Spätburgunder "S" trocken, "S" steht übrigens für "Superior", was vielleicht am besten mit "vortrefflich" übersetzt werden kann, ist extraktreich, dicht und wirklich kraftvoll. Dabei punktet er mit einer phantastischen Balance mit seiner Frucht und der nötigen Säure und ist dabei doch voll und weich im Abgang. Wie bereits gesagt, der 2015er Spätburgunder ist ein ganzer Kerl, selbstbewusst und überzeugend im Geschmack und absolut ein Klasse-Spätburgunder, den man gerne des Öfteren genießen möchte. Top! 

Wir empfehlen diesen 2015er Miltenberger Steingrübler Spätburgunder "S" trocken zu  Rinderrückensteaks mit Sauce Béarnaise"

Der 2015er Miltenberger Steingrübler Spätburgunder "S" trocken hat kraftvolle 14% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius getrunken werden. 

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König 

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Weingut Knapp und können dort den Wein bestellen: https://www.weingut-ottoknapp.de/

 Claudia Widmaier
2014er Miltenberger Steingrübler Frühburgunder Trocken 

Als zweiter Rotwein folgt nun, ebenfalls aus der Lage Miltenberger Steingrübler dieser 2014er Frühburgunder, der wie alle Rotweine von Claudia Widmaier und Johannes-Hermann Knapp trocken ausgebaut worden ist. Über die Churfränkischen Rotweine wurde bereits hier ja schon einiges gesagt, sie besitzen Spitzen-Qualität, wenn sie so ausgebaut werden wie im Weingut Knapp. Bei der Traube handelt es sich hier um einen Frühburgunder, die Rebe ist durch natürliche Mutation aus dem Spätburgunder entstanden. Frühburgunder ist im Vergleich zum Spätburgunder anbautechnisch eher ein Exot mit unter 300 Hektar Anbaufläche deutschlandweit. Vor allem in der Pfalz, an der Ahr, in Rheinhessen, in Franken und in Baden und Württemberg findet sich eine überschaubare Bestockung dieser Rebsorte. Dies besagt aber nichts über die Qualität der Weine, ganz im Gegenteil, denn die Winzer die Frühburgunder kultivieren sind sich besonders über die Herausforderung der Qualität bewusst, und so genießt die Frühburgunder-Rebe eine ganz gezielte Aufmerksamkeit. Das Ergebnis ist entsprechend großartig, wie bei dem hier verkosteten 2014er Frühburgunder trocken. 

Farblich präsentiert sich der Wein in einem dunklen Burgunderrot. Und noch einmal ganz kurz, ein solch großartiger Rotwein hat es verdient, optimal behandelt zu werden, also gönnt man ihm was er braucht: genügend Sauerstoff. Die Nase hat danach das Vergnügen ganz besondere Aromen zu registrieren, nämlich rote Waldfrüchte und Wildkirsche. Im Mund und am Gaumen werden die dezenten Fruchtanklänge geschmacklich bestätigt. Der 2014er Frühburgunder trocken besitzt ein gut eingebundenes Tannin-Gerüst, eine willkommene Säure, die den fruchtigen Aromen die nötige Unterstützung verleiht und so dem Rotwein Substanz und Fülle gibt. Der Frühburgunder ist extraktreich, mit der nötigen Kraft versehen und dabei von einer angenehmen trockenen Frucht, die mit jedem Schluck den Geschmack auf ganz besondere Weise einnimmt, sodass man sich sofort auf einen weiteren freut. Dabei überzeugt der Wein mit einer gewissen Eleganz und einem sehr nachhaltigen Finish, das weich und doch prägnant ist und einfach nur begeistert. 

Dieser 2014er Frühburgunder trocken ist einfach für den Freund eines roten Burgunders die absolute Trinkfreude pur. Bitte mehr davon. Á la bonne heure! 

Wir empfehlen diesen  2014er Miltenberger Steingrübler Frühburgunder trocken zu "Lammkarree mit Kräuter-Oliven-Haube"

Der 2014er Miltenberger Steingrübler Frühburgunder trocken hat 14% vol/alc und sollte bei 18 bis 20 Grad Celsius genossen werden.

 Maximal empfehlenswert 

 Peter J. und Helga König 

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 Miltenberg/Main
Nachdem wir jetzt die 4 Weissweine und 2 Rotweine vom Weingut Knapp aus Miltenberg/Main in Churfranken mit großer Freude und Begeisterung verkostet haben, hier unser Fazit: Alle Weine, ob Müller-Thurgau, Scheurebe, Weißburgunder, das "Unikum" Blanc de Noir vom Spätburgunder, der Spätburgunder selbst oder der Frühburgunder, sie alle sind von allerhöchstem Niveau und von ganz außerordentlicher Qualität. Claudia Widmaier und Johannes-Hermann Knapp setzen exakt das um, was sie sich als Philosophie auf die Fahnen geschrieben haben: Klasse statt Masse. Ihre Weine sind individuell, besitzen einen ganz eigenen Charakter, insofern unverwechselbar und hauptsächlich schmecken sie einfach phantastisch. Dies hat natürlich etwas mit den ganz besonderen Lagen zu tun, denn ein Wein kann nur so gut sein wie das Terroir auf dem er gewachsen ist. Wein entsteht im Weinberg, hier wird umweltbewusst und naturnahe Pflege betrieben, der Ausbau im Keller findet dann auf äußerst schonende Weise statt. Dabei gilt die Devise: Soviel wie nötig und so wenig wie möglich. Und doch geben ihnen die beiden Winzer die Richtung zum Ausbau vor. Das Ergebnis ist dann optimal, das Terroir kommt idealerweise bestens auf die Flasche.

So individuell wie das Terroir ihrer Lagen, so individuell gestalten Claudia Widmaier und Johannes-Hermann Knapp ihren Umgang mit ihren Weinen. In erster Linie legen sie Wert darauf, dass die Freunde und Kunden ihres Weingutes von ihren Weinen überzeugt sind. Das ist ihr Gradmesser, hier finden sie ihr Feedback und ihre Anerkennung für ihre Spitzenweine. 

Dem haben wir nichts hinzu zu fügen, denn auch wir haben uns durch den Wein im Glas überzeugen lassen. Und da ist alles bestens, schmecken die Weine doch einfach wunderbar, ob weiß oder ganz besonders rot. 

 Deshalb: Maximal empfehlenswert 

 Peter J. und Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Weingut Knapp und können dort den Wein bestellen: https://www.weingut-ottoknapp.de/