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Die Weingüter Willems-Willems und Hofmann 6 Weissweine

 Carolin und Jürgen Hofmann
Für die deutsche Weinszene ist es ein Glücksfall. Im Juni 2006 hat die Hochzeit von Carolin und Jürgen Hofmann stattgefunden und seit dieser Zeit werden die beiden elterlichen Weingüter des jungen Winzer-Ehepaares zusammengeführt und dies mit maximalem Erfolg. Carolin Hofmann stammt aus dem Weingut Willems-Willems aus Konz-Oberemmel an der Saar, ihr Mann Jürgen aus Appenheim im nördlichen Rheinhessen, unweit von Ingelheim. 

Einst ein Gemischtbetrieb wurde das Weingut Willems-Willems 1971 zu einem Weingut ausgebaut, das heute etwa 6 ha Rebfläche bewirtschaftet, einschließlich ganz außerordentlichen Spitzenlagen, wie etwa "Altenberg" und "Herrenberg". Mittlerweile in 5. Generation, in denen die Frauen die Geschäfte leiten, ist es heute Carolin Hofmann, die für die großartigen Weine des Weinguts Willems-Willems verantwortlich ist. Seit 2001 produziert sie die eigenen Weine im elterlichen Gut und dies mit durchschlagendem Erfolg. 

 Foto: Helga König
Sie ist diplomierte Önologin und hat ihre hervorragenden Weinkenntnisse durch nationale und internationale Praktika vervollständigt, gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen, so auch in Australien und Südafrika, ebenso in deutschen Spitzenweingütern. Schon während ihrer Ausbildung trug sie die Verantwortung für die Saar-Weine im elterlichen Betrieb. Schon bald danach wurde klar, dass mit Carolin Hofmann und dem Weingut Willems-Willems ein absolutes Highlight in der ersten Reihe der besten Weingüter Deutschlands aufgegangen war. Dies blieb weder den renommierten Weinführern Gault Millau (2 Trauben 2017) noch Eichelmann (3,5 Sterne 2017 und 2018) und Vinum (2,5 Sterne 2018)verborgen. Stuart Pigott, einer der bekanntesten Weinkritiker hierzulande hat Carolin Hofmann zu der besten "Jungwinzerin des Jahres 2010" gekürt und im Wettbewerb "Best of Riesling" gelang ihr 2013 der 1. Platz.

Damit hatte die Saar ein neues Spitzen-Weingut, dessen Weine weit über Deutschland hinaus absolut geschätzt werden. Voraussetzung ist bei allem Wissen und nimmermüdem Herzblut, das Carolin Hofmann investiert, die Tatsache, dass das Terroir der gutseigenen Lagen bestens geeignet ist, solche Spitzenweine hervorzubringen. Dazu tragen auch die mediterranen Südhanglagen bei und die Reben, die über 70 Jahre alt sind. Die Böden aus Devonschiefer, vermischt mit feinerdreichen Ablagerungen eignen sich ganz besonders für Weine die eine feine Frucht hervorbringen, gepaart mit einer unverwechselbaren Mineralität.

Fachliche Unterstützung erhält Carolin Hofmann von ihrem Mann Jürgen, der die dreifache Mutter mit seinen eigenen herausragenden Qualitäten als Spitzenwinzer optimal ergänzt. Das Winzer-Ehepaar führt ihren familiären Mittelpunkt im Weingut Hofmann in Appenheim, wobei die Großeltern Karl und Maria Willems auch heute noch ihre ganze Kraft im Weingut in Konz-Oberemmel an der Saar einbringen, nicht nur bei der naturnahen Bewirtschaftung der Weinberge sondern auch bei der Betreuung der gutseigenen Ferienwohnungen, die im historischen Teil des Winzerhauses untergebracht sind. Erstklassige Hilfe bekommt Carolin Hofmann in ihrem Weingut an der Saar heute durch ihren Betriebsleiter Peter Thelen, der ihr dort viel Arbeit abnimmt.

Riesling ist mit weitem Abstand die Hauptrebsorte die im Weingut Willems-Willems kultiviert wird. Hinzu kommen Weisser Burgunder und Spätburgunder, ebenso Blanc de Noir. Und alles gedeiht prächtig auf den Devonschieferböden. Im nördlichen Rheinhessen in Appenheim hingegen besteht die Bodenbeschaffenheit überwiegend aus Muschelkalk. Hier zwischen Mainz und Bingen befanden sich vor ungefähr 20 Millionen Jahren die Ausläufer des Urmeeres. So eignen sich die Weinberge des Weingutes Hofmann, das 21 ha kultiviert, ganz vorzüglich für ganz besondere Rieslinge, die das Terroir der Region optimal widerspiegeln.

  Carolin und Jürgen Hofmann
und Kinder
Doch auch Silvaner, Sauvignon Blanc, Chardonnay und die Burgundersorten, Weiss-, Grau- und Spätburgunder werden großartig von Jürgen Hofmann kreiert, der seinerseits sich jetzt ganz auf die Erfahrung und Kenntnis seiner Frau Carolin stützen kann. Auch im Weingut Hofmann entstand aus einem landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb im Jahre 1971 ein Unternehmen, das sich ausschließlich auf die Erzeugung von Wein konzentrierte, bevor Jürgen Hofmann nach seinem Weinbau-Studium und seinen praktischen Erfahrungen in Südafrika, Australien und dem Aufbau eines Weingutes in Kalifornien, in den Jahren 1997 und 1998 den Betrieb auf den neuesten Stand brachte. Dazu investierte er in moderne Kellertechnik, konzentrierte sich auf die besten Lagen und verband diese mit den optimalen Rebsorten, die sich für das Terroir besonders gut eignen. Neben dem historischen Winzerhaus im Ortskern von Appenheim, das heute von den Großeltern Hofmann sehr liebevoll mit allerlei tropischen Pflanzen geschmückt wird, haben Jürgen und Carolin Hofmann, das sehr erfolgreiche junge Winzer-Ehepaar, ein modernes Weingut konzipiert, mit neuem Keller, Lager und einer sehr ansprechenden Vinothek.

Hier werden die Weinfreunde empfangen und bei einer überaus informativen Weinprobe wird erlebt wie großartig die Weine sowohl aus Appenheim als auch von Konz-Oberemmel schmecken. In beiden Weingütern sind die Weine nach den gleichen Rubriken qualifiziert. Es beginnt mit den Gutsweinen, setzt sich fort mit den Ortsweinen und erreichen die Spitze mit den Lagenweinen. Neben vielen Veranstaltungen regionaler und überregionaler Art, wie etwa der größten Weinmesse der Welt, der Prowein in Düsseldorf, ist es eine Herzensangelegenheit von Carolin und Jürgen Hofmann die Weine ihrer beiden Weingüter in ihrer Vinothek zu präsentieren. Dann ist es spannend zu erleben, wie "Schiefer Muschelkalk trifft". Spannend ist aber auch, was das großartige Winzer-Ehepaar dazu zu sagen hat. Auch wir wollen nun diese Spitzenweine von Carolin und Jürgen Hofmann erleben und verkosten dazu jeweils 3 Weissweine von der Saar des Weingutes Willems-Willems und auch 3 Weissweine aus dem nördlichen Rheinhessen vom Weingut Hofmann:

 Carolin und Jürgen Hofmann
2016 Saar Blanc de Noir Trocken Willems-Willems 

Beginnen wollen wir unsere kleine aber sehr feine Verkostungsreihe mit diesem 2016er Saar Blanc de Noir, ein Gutswein, der trocken ausgebaut wurde. Blanc de Noir ist die Bezeichnung für einen Weisswein, dessen rote Trauben weiß gekeltert worden sind. Dies geschieht, indem der Rebensaft noch vor der Gärung von den roten Beerenschalen getrennt wird. Da die rote Farbe ausschließlich bei den roten Trauben in der Beerenhaut sitzt, gelangen so nahezu keine Rotpigmente in den Traubensaft, allenfalls ein leichter Roséton. Der Most wird dann wie ein Weisswein ausgebaut, im gekühlten Edelstahl-Gärtank auf eigenen Hefen.

Als Basis für den 2016er Blanc de Noir wurde das Traubengut vom Spätburgunder aus der Lage Rosenberg genommen, die als Südhanglage des Weingutes Willems-Willems prächtig Rebgut gedeihen lässt. Blanc de Noirs-Weine erfreuen sich hierzulande immer größerer Beliebtheit, besitzen sie doch einerseits die Frische eines Weissweines, andererseits auch die Kraft, Fülle und Intensität der Rotwein-Traube. Das schwarz-weiß gestreifte Zebra auf dem Etikett soll die Keltermethode anzeigen, also die Herstellung eines hellen Weins aus Rotweintrauben.

Im Glas zeigt sich der 2016er Blanc de Noir trocken in einer hellgelben Farbe mit einem leichten Roséton. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, ohne die nie ein Wein verkostet werden sollte, ist es notwendig dem Wein den nötigen Sauerstoff zu gestatten, damit er sich duft- und geschmacksmäßig ganz öffnen kann. Jetzt zeigt sich ein dezenter Duft in der Nase, der an Cassis, Zitrus und eine leichte Mineralität erinnert.

Im Mund und am Gaumen werden diese Anklänge geschmacklich bestätigt und durch eine feine Säure ergänzt. So ist ein überzeugender Frucht-Säure-Bogen entstanden, der den Verkoster überaus animiert. Der 2016er Blanc de Noir ist bestens ausbalanciert, dabei intensiv im Geschmack und dabei verspielt cremig. Im Nachhall lang und zitronig, zeigt der Wein eine wunderbare Frische, die ihn ideal zur täglichen Erfrischung macht und im Freundeskreis ein begehrtes Trinkerlebnis hervorruft.

Großartig! 

Wir empfehlen diesen Wein zu  einer "Mais- Poularde  mit gedünstetem Fenchel und weißen Zwiebeln"

Der 2016er Saar Blanc de Noir trocken hat 11,6% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden.

Maximal empfehlenswert.

Peter J. und Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zur Homepage  der Weingüter Willems& Hofmann und den Kontaktdaten.http://www.schiefer-trifft-muschelkalk.de/

 Carolin und Jürgen Hofmann
2016 Riesling "Auf der Lauer" Feinherb 

Mit diesem 2016er Riesling "Auf der Lauer" feinherb, im Weingut Willems-Willems als Ortswein klassifiziert, wird einer von zwei ganz besonderen Rieslingen verkostet, die auf den Schieferböden des Weingutes Willems-Willems gewachsen sind und zwar in einer Oberemmeler Weinbergs-Lage, die mit Rebstöcken bestockt ist, die bereits 55 Jahre alt sind. Deshalb verdienen sie die Bezeichnung "Alte Reben", die zwar weintechnisch juristisch nicht geschützt ist, jedoch gewöhnlich für Rebstöcke gelten die 40 Jahre und mehr aufweisen können.

Alte Reben zeigen ganz besondere Qualitätsmerkmale auf. Die Weine, die aus ihrem Traubengut vinifiziert werden, verfügen über eine hohe Qualität, dichtere Aromen und sind bei Weinfreunden besonders beliebt. Grund für die gesteigerte Qualität ist zum einen das tief in den Weinbergsboden eingedrungene Wurzelwerk, das so über eine große Mineralienvielfalt verfügen kann, dort auch genügend Wasser findet, selbst in längeren Trockenperioden und letztendlich kleinere Beeren am Stock ausbildet, die aber sehr intensiv und sehr konzentriert sind, was dem Riesling optimal zugutekommt.

Da die Bodenbeschaffenheit im Oberemmeler Weinberg aus Devonschiefer besteht, ist der hier verkostete 2016er Riesling "Auf der Lauer" feinherb wunderbar mineralisch geprägt. Mit dem Etikett des Weines hat es eine ganz besondere Bewandtnis. Zum einen symbolisiert das Dreieck den Schiefer an der Saar, der Fuchs hingegen soll andeuten, dass das Weingut den ursprünglichen Namen, den der Wein zunächst hatte, nämlich "Auf der Mauer", kurzerhand in "Auf der Lauer" abgeändert hat, da der erste Name bereits urheberrechtlich geschützt war. Somit ist ein Riesling entstanden, der doppelt Spass macht, einmal im Glas und dann noch beim Betrachten des Etiketts.

Farblich zeigt sich der Wein in einem hellen Gelb mit grünlichen Reflexen. Auch hier bitte wieder auf die nötige Beatmung des Weins achten, denn nur so kann er sich komplett entfalten und sein ganzes Potential offerieren. Die Nase wird beglückt mit Anklängen nach Pfirsich und Aprikose und dieser wunderbaren Mineralität, die dem Riesling Kraft und Fülle gibt.

In Mund und Gaumen werden die Aromen geschmacklich bestätigt. Der Wein ist bestens ausbalanciert. Frucht, der feinherbe Ausbau und die richtig integrierte Säure bilden eine gelungene Symbiose, die einfach nur ganz großartig schmeckt. Dabei besitzt der Riesling viel Spiel und eine animierende Finesse, die sich auch noch im langanhaltenden Nachhall zeigt.

Der 2016er Riesling "Auf der Lauer" feinherb ist absolut gelungen, begeistert er doch auf Anhieb und lässt das Riesling-Herz einfach höher schlagen.

Dabei kann bei einem Glas noch nicht Schluss sein, denn bei jedem weiteren Schluck gewinnt der Wein an Format.

Wir empfehlen diesen Riesling zu "Gedünstetem Wildlachs, Datteltomaten, Grünen Bohnen und entsteinten Oliven"

Exzellent!

Der 2016er Riesling "Auf der Lauer" feinherb   hat 10,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden.

Maximal empfehlenswert

Peter J. und Helga König

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   Carolin und Jürgen Hofmann
2016 Riesling "Altenberg" Feinherb 

Der zweite hier verkostete Riesling vom Familienweingut Willems-Willems ist dieser 2016er Riesling aus der Spitzenlage "Altenberg". Als Lagenwein gehört er zu einem der Highlights aus dem Saar-Weingut, stammt sein Traubengut doch aus einer Lage die eine beeindruckende Historie aufweisen kann. Bereits die Römer haben hier Wein angebaut, denn als sie in "Augusta Treverorum", also in Tier die größte Stadt nördlich der Alpen angelegt hatten, mussten Beamte und Soldaten mit Wein versorgt werden. Dieser wurde an der ganzen Mosel angebaut und ganz besonders an der Oberen Mosel und der Saar. Für den Weinbau insgesamt in Deutschland ist daher der Weinbau der Römer an Mosel, Saar und Ruwer von historischer Bedeutung. 

Der "Altenberg" hat auch später immer eine herausragende Rolle gespielt. So wurde in der preußischen Lagequalifikation von 1868 diese Lage zu den allerbesten Lagen des Landes gezählt. Die Bodenbeschaffenheit in der Steillage besteht aus blauem Schiefer, die Hangneigung ist ideal und garantiert einen optimalen Winkel zur Sonneneinstrahlung. Zudem ist der "Altenberg" ebenso mit "Alten Reben" bestückt, die ein sehr konzentriertes Traubengut hervorbringen. Das tiefe Wurzelwerk sorgt für eine Fülle an Mineralien, die dann an die Trauben weiter gegeben worden sind und dann für einen besonders starken Ausdruck sorgen. 

Nach selektiver Handlese konnte so ein hochreifes, gesundes Rebgut geerntet werden, das unverzüglich in den Keller gebracht, durch natürliche Hefen aus dem Weinberg vergoren wurde. Der 2016er Riesling konnte in aller Ruhe auf der Feinhefe lagern, bevor er im Sommer nach der Ernte auf die Flasche gefüllt worden ist. So konnte mit diesem 2016er Riesling "Altenberg" feinherb ein absoluter Spitzen-Riesling heranreifen, der im Weingut Willems-Willems als ihr "persönliches Großes Gewächs" gilt. 

Im Glas zeigt sich der Wein in einer hellgelben Farbe mit grünlichen Reflexen. Ohne langweilen zu wollen, auch hier wieder der Hinweis auf die richtige Belüftung des Weines zumal die Pretiose, zunächst noch etwas verschlossen, dann erst zeigen kann, was wirklich in ihr steckt. Zudem ist es auch der nötige Respekt, der so dem Wein gegenüber und natürlich auch seinem Erzeuger kundgetan wird. Olfaktorisch überzeugt der Spitzen-Riesling mit großartigen Anklängen an Pfirsich, Sommerapfel und begeisternde Mineralität.

Im Mund und am Gaumen werden Nuancen ebenfalls intensiv wahrgenommen, wobei auch hier die Mineralität eine breite Fülle einnimmt und dem Riesling viel Substanz gibt. Getragen werden die Aromen von der bestens integrierten Säure, die zunächst noch Stärke demonstriert, nach und nach dem großartigen Aromenspiel den Vortritt lässt.

Dieser 2016er Riesling feinherb ist ein exzellenter Terroir-Wein, der langlebig von seiner Herkunft geprägt ist. Im Finish intensiv, frisch und prägnant, lässt er noch einmal seine ganze Klasse Revue passieren, ohne dabei seine Intensität zu verleugnen, lang, anhaltend und einfach begeistern. Hier ist jeder Schluck ein wunderbares Riesling-Erlebnis auf höchstem Niveau.

Wir empfehlen diesen Wein zu "Überbackenen Shrimps mit Baguette"

Chapeau!

Der  2016er Riesling feinherb hat 10%  vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius getrunken werden.

Maximal empfehlenswert

Peter J. und Helga König

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 Carolin und Jürgen Hofmann
2017 Grauer Burgunder Trocken 

Nach den wunderbaren Weinen vom Schiefer aus dem Weingut Willems-Willems in Konz-Oberemmel an der Saar folgen nun die 3 ausgezeichneten Weine vom Muschelkalk aus dem Weingut Hofmann aus Appenheim im nördlichen Rheinhessen. Dabei ist besonders interessant, dass Carolin und Jürgen Hofmann ihre jeweiligen Weine nach der gleichen Methode ausgebaut haben, im Stil burgundischer Weine und nach der Qualifikation ähnlich wie der VDP(Vereinigung deutscher Prädikatsweingüter) sie vorgibt, also Guts-, Orts- und Lagenweine. Die Weine von Saar und Rheinhessen haben jedoch ihren völlig eigenen Charakter und ihren Terroir- bedingten Geschmack entwickelt, so wie das Motto des innovativen Winzerehepaar es vorgibt: "Schiefer trifft Muschelkalk". 

Mit Jürgen Hofmann´s Weingut besuchen wir die Welt des Muschelkalks, befinden sich seine Weinbergslagen alle in der Region des Urmeeres, das vor 20 Millionen Jahren im Mainzer Becken sich erstreckt hat, von rund um Appenheim bis Rhein-aufwärts zum Roten Hang in Nierstein. Der hier verkostete 2017er Grauburgunder, der trocken ausgebaut wurde, stammt aus einer der Spitzenlagen des Gutes der Lage "Hundertgulden" in Appenheim. Nach der Qualifikation handelt es sich bei diesem 2017er Grauburgunder trocken um einen Gutswein, der ebenso wie die Weine von Weingut Willems-Willems von der Saar mit einem besonderen Etikett daherkommt. Im Weingut Hofmann ist es der weiche, runde Kreis der den Muschelkalk symbolisiert, die geöffneten Zähne weisen eindeutig auf einen Wein mit Biss hin. Farblich präsentiert sich der Graue Burgunder in einem hellen Gelb mit brillanten Reflexen. 

Auch hier gilt wieder das Motto: Zunächst genügend Sauerstoff, bevor die Nase sich mit den Aromen eingehend vertraut macht. Danach zeigen sich Anklänge, die an Sommerapfel, Birne und Melone erinnern. Zudem zeigt sich eine leichte Mineralität, die aber nicht vergleichbar mit den Hofmannschen Weinen von der Saar ist und doch die Aromen olfaktorisch ergänzt. In Mund und Gaumen werden die Nuancen geschmacklich wunderbar bestätigt, hier zeigen sich die Fruchtanklänge eindeutig im Vordergrund. 

Der 2017 Grauburgunder trocken besitzt eine fabelhafte Balance durch eine bestens integrierte Säure, die dem Wein Substanz, diesen besagten "Biss" und die nötige Frische gibt. Der lange, knackige Abgang sorgt für eine bleibende Erinnerung und ein wunderbares Nachschmecken dieses Spitzen-Grauburgunders. Da bleiben keine Wünsche offen, da ist jeder Schluck das pure Trinkvergnügen. Top! 

Wir empfehlen zu diesem Grauburgunder "Kalbsfilet mit Grünem Spargel"

Der 2017er Grauer Burgunder trocken hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden.

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König

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  Carolin und Jürgen Hofmann
2017 Sauvignon Blanc Trocken 

Weiter geht die Entdeckungsreise durch den Weinkeller des weltoffenen, positiv innovativ denkenden Winzers Jürgen Hofmann mit diesem 2017er Sauvignon Blanc trocken, der zu den Ortsweinen des Gutes gehört. Das Traubengut stammt von Weinbergslagen aus Appenheim, wo die Bodenbeschaffenheit eindeutig vom Muschelkalk dominiert wird. Diese Böden sind bestens geeignet für die Rebsorte Sauvignon Blanc, einer Traubenart die ursprünglich aus Frankreich aus dem Loire-Tal stammt. Sancerre und Pouilly-Fumé sind berühmte Weine aus der Traube, die eine Kreuzung von Traminer und Chenin Blanc ist. 

Mittlerweile rangiert Sauvignon Blanc hinter Chardonnay als die zweithäufigste Rebsorte weltweit und es gibt kaum eine Wein-Region auf dem Globus, wo diese Traubenart nicht angebaut wird, zumal sie an Beliebtheit immer weiter zunimmt. Aus Neuseeland im Gebiet von Marlborough kommen dank des geeigneten Terroirs geradezu Kultweine dieser Sorte, aber auch in Deutschland speziell in Rheinhessen ist sie nach der Pfalz auf dem zweiten Platz was die Häufigkeit des Anbaus anbetrifft. Jürgen Hofmann hat bei seiner Umstellung des elterlichen Weingutes sehr genau darauf geachtet, welche Rebsorten besonders geeignet sind für das Terroir seiner heimischen Weinberge und mit dem Entschluss hier Sauvignon Blanc anzubauen, hat er eine optimale Entscheidung getroffen.

Das Ergebnis ist grandios, zumal sein 2017er Sauvignon Blanc bestens die Vorzüge dieser Rebsorte aufweist. Das Etikett demonstriert auch hier wieder ganz exemplarisch den Hinweis auf den Muschelkalk durch den runden, weichen Kreis, dem sich ein Kiwi-Vogel zugewandt hat, was wohl eine Hommage an Neuseeland bedeuten soll. 

Im Glas zeigt sich der Wein in einer animierenden, hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Und auf ein Neues: Achtung den Sauerstoff bitte nicht vergessen. Jetzt wird die olfaktorische Wahrnehmung mit einer Fülle von Aromen beglückt, die an Stachelbeere, Kiwi, Mango und Karambole erinnern, wozu sich auch noch Zitrus gesellt. Alle Frucht-Nuancen werden geschmacklich im Mund und am Gaumen bestätigt und durch die geeignete Säure ergänzt. Diese trägt die Frucht optimal, sodass ein herrlicher Frucht-Säure-Bogen entsteht, der den Geschmack fabelhaft einnimmt. 

Der 2017er Sauvignon Blanc trocken überzeugt mit intensiver Kraft, tropischer Frucht und einer sehr lebendigen Frische, die sich bis weit in den langen Nachhall hineinzieht. Damit ist der Sauvignon ein ständiger Liebling im Freundeskreis oder auf jeder sommerlichen Party. Er schmeckt halt einfach zu gut. À la bonne heure! 

Dazu empfehlen wir: "Petersfisch mit Garnelen und cremiger  Dillsauce"

Der 2017er Sauvignon Blanc trocken hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius verkostet werden. 

Maximal empfehlenswert.

Peter J. und Helga König

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 Carolin und Jürgen Hofmann
2017 Riesling Trocken „Vom Muschelkalk“ Appenheimer 

Last but not least wird nun dieser 2017er Riesling trocken "vom Muschelkalk" verkostet. Als Ortswein trägt er die Bezeichnung "Appenheimer" im Etikett. Die Trauben stammen aus der Spitzenlage "Hundertgulden" und da die Rebstöcke noch jüngeren Datums sind, bezeichnen die Hofmanns diesen Wein als ihren "kleinen Hundertgulden". Diese Top-Lage ist geprägt vom Muschelkalk, was zum einen Etikett-mäßig durch den runden, weichen Kreis symbolisiert wird, aber zusätzlich noch durch das Bild einer typischen Versteinerung seinen Ausdruck findet, die noch aus der Zeit stammt, als dieses Urmeer aus dem Tertiär ein Korallenriff aufwies, das später die Bodenbeschaffenheit geprägt hat. 

Zur Vinifizierung ist nur hochreifes gesundes Traubengut zu diesem Riesling genommen worden, dessen naturnaher Anbau ebenso endscheidend für die optimale Qualität des Weines ist, wie die zeitnahe, sehr schonende Verarbeitung im Keller. Der 2017er Riesling trocken ist ganz entscheidend beeinflusst von seiner bodenmäßigen Herkunft, hier kommt der Muschelkalk besonders zum geschmacklichen Ausdruck. Gerade weil Familie Hofmann so unterschiedliche Weinbergslagen mit ihrem speziellen Terroir besitzt, ist es höchst spannend die jeweiligen Weine zu verkosten. Vergleiche verbieten sich da per se, da jeder Wein seinen eigenen Charakter und seinen eigenen Geschmack besitzt. 

Aber es lässt sich ganz deutlich zeigen, wie der Schiefer den einen und der Muschelkalk den anderen Riesling geprägt hat. Dass beide exzellent schmecken, ist dabei das entscheidende Plus. 

Farblich präsentiert sich der 2017er Orts-Riesling trocken in einem hellen Gelb mit grünlichen Reflexen. Bitte auch hier den Wein zunächst belüften, die Aromen werden es danken. Danach hat die Nase das Vergnügen intensive Anklänge nach Pfirsich, Aprikose, Sommerapfel und eine bestimmte Mineralität wahrzunehmen. 

Mund und Gaumen bestätigen diese Fruchtaromen, wobei der Muschelkalk dem Geschmack noch eine leicht salzige Note als zusätzliches Mineral hinzufügt. Alle Nuancen zusammen werden von der richtigen Säure getragen, die dem Geschmack den besonderen Ausdruck verleiht. 

Der 2017er Riesling besitzt viel Extrakt, eine klare Frucht und eine schöne Würze, ist dabei mit einem unverkennbaren Charakter versehen, der durch die Intensität des Weines verstärkt wird. Er zeigt deutlich sein Terroir, vom Muschelkalk, aber auch die besondere Handschrift von Jürgen Hofmann, dem hier ein ganz großartiger Riesling gelungen ist. Beim langen Finish wird noch einmal klar, dieser spezielle Wein ist etwas ganz Besonderes, sein Geschmack überzeugt und macht ihn unverwechselbar und zu einem wirklich großen Riesling. Grandios! 

Wir empfehlen zu diesem Riesling "Saibling, pochiert an Wirdreis und gedünstetem Fenchel".

Der 2017er Riesling trocken "vom Muschelkalk" Appenheimer hat 12,5% vol/alc und sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius genossen werden. 

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König

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Nachdem wir jetzt jeweils 3 Weissweine vom Weingut Willems-Willems von der Saar und vom Weingut Hofmann aus dem nördlichen Rheinhessen verkostet haben, hier nun unser Fazit: 

Neben der Tatsache, dass alle Weine auf höchstem Niveau und von allerbesten Qualität sind, ist besonders zu erwähnen, dass mit dem sehr sympathischen und sehr fähigen Winzer-Ehepaar Carolin und Jürgen Hofmann, zwei junge dynamische, bestens ausgebildete Winzer mit internationalen Erfahrungen auf Weingütern in Australien und Südafrika, bei Jürgen Hofmann kommt noch Kalifornien hinzu, Weine kreieren, die ihren Ursprung in unterschiedlichen Wein-Regionen in Deutschland haben. 

Um die jeweilige Spezialität herauszuarbeiten, werden die Weine im gleichen burgundischen Stil entwickelt, wobei doch beide ihre eigenen Weine verantworten. Dass sie dabei sich mit Rat und Tat zur Seite stehen, versteht sich von selbst. Aber Wein entsteht nun einmal primär im Weinberg, entsprechend sind die Weine von Carolin Hofmann vom Schiefer und von Jürgen Hofmann vom Muschelkalk geprägt. Während an der Saar Riesling dominiert und durch Weiß-und Spätburgunder ergänzt wird, herrscht in Rheinhessen Vielfalt, was sich durch die unterschiedlichen Rebsorten im Familien-Weingut zeigt. Hierdurch wird deutlich, dass das Terroir nicht nur den Geschmack des Weines prägt, bei einem fähigen Winzer bestimmt es auch maßgeblich die Rebsorte, die sich für das Terroir besonders eignet. Uns hat diese Verkostung auch dadurch begeistert, weil mit den zwei unterschiedlichen Weingütern dies besonders deutlich wurde. 

Über die Klasse der Weine wurde bereits ausführlich geschrieben, alle sind großartig, schmecken wunderbar und zeigen deutlich wieviel Fähigkeiten Carolin und Jürgen Hofmann in Sachen Wein besitzen. Dies sehen die renommierten Weinführer Gault Millau und Eichelmann ebenso und dass der bekannte Weinkritiker Stuart Pigott Carolin Hofmann zur Jungwinzerin des Jahres einst gekürt hat, spricht ebenfalls Bände. Paula Bosch, Deutschlands bekannteste Sommelière hat die Weine der Hofmanns ganz besonders buchmäßig erwähnt, was für uns nach dieser Verkostung mehr als nachvollziehbar ist. Doch bei allem Lob und aller Großartigkeit der Weine, letztendlich ist doch nur eins entscheidend, sie müssen einfach schmecken und dies tun sie absolut. 

Deshalb: 

Maximal empfehlenswert.

Peter J. und Helga König


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