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Privat-Weingut Schmitt Bergtheim/Franken 5 Weissweine und 1 Rotwein

 Anja Schmitt-Kraiß und Frank Kraiß 
Das Privat-Weingut Schmitt ist in Bergtheim nordöstlich von Würzburg in Franken zuhause. Hier führen Manfred und Helene Schmitt und Anja Schmitt-Kraiß und ihr Ehemann Winzer- und Kellermeister Frank Kraiß das innovative Weingut, dass seinen Anfang Mitte der 1940iger Jahre nahm, als der Großvater Ernst Schmitt von seinen Eltern das erste Stück Weinberg von 1/3 Hektar erhielt. Als Mischbetrieb wurde ursprünglich Ackerbau, Obstbau und Viehwirtschaft betrieben. Mit dem 25 Kilometer entfernten Stück Weinberg im Weinort Thüngersheim begann zusätzlich auch noch Weinbau. Dieser wurde nach und nach durch weitere Flächen in Thüngersheim und Retzbach erweitert. 

In Bergtheim selbst wurden die letzten Weinberge im Jahre 1925 durch die Reblaus vernichtet, und erst 50 Jahre später 1974 pflanzten Manfred und Helene Schmitt wieder die ersten Rebstöcke in der Lage Bergtheimer Harfenspiel. Aktuell bewirtschaftet der fränkische Familienbetrieb knapp 30 Hektar eigene Rebfläche in Bergtheim (Lage Hafenspiel), Thüngersheim (Lagen Johannisberg und Ravensburg), Retzbach(Lage Benediktusberg), Untereisenheim, Escherndorf (Lage Lump) und Handthal(Lage Stollberg). Damit verteilen sich die Rebflächen auf die Wein-Bereiche Mittelmain, Volkacher Mainschleife und Weinpanorama Steigerwald. 

 Foto: Helga König
Höchste Qualität der Weine und Sekte ist die entscheidende Voraussetzung für alle Aktivitäten im Privat-Weingut Schmitt, ihr ist alles untergeordnet. So entstehen Spitzenweine, deren Erzeugung ganz im Einklang mit der Natur steht, naturnah und umweltschonend. Eine solche außerordentliche Wein-Qualität kommt ebenso dadurch zustande, dass neben Manfred und Helene Schmitt auch Anja Schmitt-Kraiß und Frank Kraiß (Winzer und Kellermeister) und weiteren sehr engagierten Helfern, alle mit ganzem Herzblut bei der Sache sind, ganz im Einklang mit der Natur. 

Ausgebaut werden die Weine nach den optimalsten Standards der Weinerzeugung und dies findet bei Weissweinen im Edelstahltank statt, nachdem die gesunden, hochreifen Trauben zunächst schonend gepresst wurden. Spitzenweine erhalten ihre endgültige Reife im Barrique, dem kleinen Eichenholzfässchen von 225 Liter. 

In den Spitzenlagen des Privat-Weingutes Schmitt wächst eine Vielfalt von unterschiedlichen Rebsorten, die da sind: Silvaner, Bacchus, Müller Thurgau, Riesling, Perle, Sauvignon Blanc, Scheurebe, Weiß- und Grauburgunder, Rieslaner, Gewürztraminer und Kerner bei den Weissweinen und Spätburgunder, Regent, Domina, Cabernet Doria und Cabernet Dorsa bei den Roten. 

Familie Kraiß
Seit 3 Jahrzehnten erzielen die Weine und Sekte des Weingutes Schmitt national wie international sehr beachtliche Prämierungen, etwa bei der Vinitaly in Verona, der International Wine Challenge in London, dem Paneuropäischen Rotweinwettbewerb, der International Challenge du Vin in Bourg/France, der AWC Vienna, dem Müller-Thurgau Wettbewerb Cembra und auch im französischen Weinführer "1000 vin du monde". 

Neben all den ausgezeichneten Weinen und Sekten gibt es im Privat-Weingut Schmitt noch weitere Besonderheiten. Und diese bestehen aus Edelbränden, Glühweinen, dem Anbau fränkischer Tafeltrauben und einem besonderen Federweißen. Bei den Glühweinen handelt es sich um Fränkischen Weißen und Fränkischen Roten Winzerglühwein und wer es gerne antialkoholisch haben möchte um Fränkischen Kinderpunsch-Apfelpunsch alkoholfrei. 

Speziell die beiden Winzerglühweine wurden bei einem deutschlandweiten Wettbewerb vom Weinmagazin "Selection" mit Gold (weißer Glühwein) und Silber (roter Glühwein) ausgezeichnet. Eine Fülle von Veranstaltungen im Laufe des Jahres bieten Gelegenheit die Weine und Sekte direkt im Weingut Schmitt oder auf umliegenden Events in angenehmer Atmosphäre kennenzulernen. Dies möchten wir jetzt auch tun und mit großem Respekt und voller Neugierde die Verkostung der 5 Weissweine und dem Rotwein beginnen: 

  Anja Schmitt-Kraiß und Frank Kraiß 
2016er Franken Perle 

Wir starten unsere Verkostung mit diesem Franken Landwein-Main, einem Weisswein der Rebsorte Perle vom Jahrgang 2016. Gewachsen sind die Trauben als Minimalschnitt in der Lage Bergtheimer Hafenspiel. Hier besteht die Bodenbeschaffenheit aus Lößlehm mit Gipskeuper-Ausläufer. Das Rebgut für diese leichte Perle wird geerntet, wenn die Beeren ihre Farbe vom Goldgelb in das typisch Perle-Altrosa färben. Die Weissweinsorte Perle von Alzey wurde 1927 durch Georg Scheu in Alzey aus Gewürztraminer und Müller-Thurgau gekreuzt. Obwohl die Haut der Beeren rötlich bis rot gefärbt ist, wird die Rebe im deutschsprachigen Raum den weißen Sorten zugeordnet. Die Perle zählt mittlerweile zu den Raritäten Frankens, da kaum noch ein Winzer sie anpflanzt. Neben Franken gibt es noch eine kleine Anbaufläche in Rheinhessen. 

Im Glas zeigt sich die 2016er Perle in einer hellen, gelben Farbe mit brillanten Reflexen. Bevor die olfaktorische Prüfung beginnt, ohne die man einen Wein niemals verkosten sollte, ist es ratsam ihm zunächst genügend Sauerstoff zu geben. Danach zeigen sich Duft-Anklänge in der Nase, die an Aprikose, Sommerapfel und Limette erinnern. Die Fruchtaromen werden geschmacklich im Mund und am Gaumen bestätigt und durch eine angenehm, leichte Säure ergänzt. Der Wein ist angenehm fruchtig, zart, feingliedrig und mild. Als tägliches Glas Wein zur Erbauung und Erfrischung eignet sich die 2016er Perle großartig, als Essensbegleiter zu leichten sommerlichen Speisen ist sie ideal. Wunderbar! 

Wir empfehlen diesen Weißwein zu  einer "Schinkensülze mit Kerbel und Schalotten  an Chicoree-Salat"

Der Wein hat moderate 11% vol/alc und sollte bei 10 bis 12 Grad Celsius getrunken werden.

Maximal empfehlenswert.

Peter J. und Helga König

Bitte klicken Sie auf das Foto, dann gelangen Sie zum  Privatweingut Schmitt und können den Wein dort bestellen: https://www.privat-weingut-schmitt.de/

  Anja Schmitt-Kraiß und Frank Kraiß 
Sauvignon Blanc feinherb 

Es folgt nun dieser 2017er Sauvignon Blanc feinherb. Die Rebsorte Sauvignon Blanc ist die zweitwichtigste weiße Qualitätssorte nach Chardonnay. Bei weltweiter Verbreitung rangiert sie mittlerweile unter den 20 am häufigsten angebauten Rebsorten weltweit. Und ihr Beliebtheits- und Bekanntheitsgrad wächst kontinuierlich. Die Heimat ist das französische Loire-Tal, Sancerre und Pouilly Fumé sind die großen Namen aus der Sauvignon Blanc Traube. Sie ist eine natürliche Kreuzung von Traminer und Chenin Blanc. Berühmte Weine dieser Rebsorte kommen auch aus Neuseeland, wo mit dem "Cloudy Bay" aus Marlbourough geradezu ein Kultwein erzeugt wird, der in der weltweiten Weinszene höchste Anerkennung gefunden hat. 

Der Ausbau des Sauvignon Blanc ist entsprechend dem Terroir wo er gewachsen ist sehr unterschiedlich. Der hier verkostete 2017er Sauvignon Blanc feinherb wurde in der Lage Bergtheimer Harfenspiel angebaut. Dabei handelt es sich um einen Süd-Westhang, der im Schutz des oberhalb liegenden Waldes zu finden ist. Die Bodenbeschaffenheit besteht hier aus Lösslehm mit Ausläufer von Gipskeuper. Dass auch in Franken exzellente Sauvignon Blanc kreiert werden, dieses bestätigt der jetzt verkostete Wein dieser Rebsorte, der feinherb ausgebaut wurde. 

Farblich präsentiert sich der Sauvignon Blanc in einem hellen Gelb mit brillanten Reflexen. Auch jetzt sollte der Wein zunächst mit Sauerstoff vermählt werden, bevor die olfaktorische Prüfung beginnt. Danach werden Anklänge in der Nase wahrgenommen, nach Paprika und Limette, die dann auch geschmacklich im Mund und am Gaumen bestätigt werden. Getragen werden diese Nuancen von einer bestens eingebundenen Säure, wobei der feinherbe Ausbau den exotisch-fruchtigen Noten genügend Raum lässt. Und doch kommt eine wunderbare Balance zustande, die dem 2017er Sauvignon Blanc ein herrliches Frucht-Säure-Spiel schenkt. Der nachhaltige, lange Abgang zeigt noch einmal die Fülle, aber auch die Frische dieses großartigen Weins, wobei klar wird, dass es bei einem Glas nicht bleiben wird. Dafür schmeckt der 2017er Sauvignon Blanc feinherb einfach zu gut. Großartig!  

Wir empfehlen  diesen  2017er Sauvignon Blanc feinherb zu "Gebratenen Scampis auf  einem Fenchel-Orangensalat"

Der Wein hat 11,5% vol/alc und sollte bei 10 bis 12 Grad Celsius verkostet werden. 

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König 

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  Anja Schmitt-Kraiß und Frank Kraiß 
2017 Scheurebe Kabinett halbtrocken 

Weiter geht es mit dieser 2017er Scheurebe Kabinett, einem Prädikatswein, der halbtrocken ausgebaut wurde. Gewachsen ist der Wein in einer weiteren Spitzenlage des Privat-Weingutes Schmitt, der Lage Thüngersheimer Ravensburg. Hier sind mineralische Muschelkalkböden mit Gesteinsverwitterungen bodenmäßig vorliegend. Die Trauben wurden selektiv mit der Hand gelesen, nachdem sie bis Anfang Oktober optimal ausgereift sind, sodass nur gesundes und hochreifes Rebgut geerntet worden ist. Bevor die Beeren schonend gepresst wurden, hat man zunächst die bitterhaltigen Stiele entfernt. Anschließend fand der Ausbau im gekühlten Edelstahltank statt, sodass eine ganz exzellente 2017er Scheurebe Kabinett heranreifen konnte. 

Der Wein wird in dem für Franken so typischen Bocksbeutel angeboten, einer Flaschenart, die gerade für die ganz besonderen Weine dieser Wein-Region steht und dies auch optisch signalisiert. Georg Scheu hat 1916 durch die Kreuzung von Riesling und wie er glaubte Silvaner diese Rebe gezogen, die nach seinem Namen benannt wurde. Durch DNA-Analyse ist aber später nachgewiesen worden, dass es sich nicht bei der Kreuzung um Silvaner gehandelt hat, sondern um Riesling mit der Bukettraube. Hauptanbau-Gebiet ist in Deutschland mit Abstand Rheinland-Pfalz, an der Nahe, in Rheinhessen und in der Pfalz, während in Franken diese Rebsorte eher eine untergeordnete Rolle spielt, obwohl auch hier das bestens geeignete Terroir vorhanden ist, und die Scheurebe ganz außerordentliche Weine hervorbringt, wie die hier verkostete 2017er Scheurebe Kabinett halbtrocken. 

Im Glas bietet sich der Wein in einer hellgelben Farbe an, mit brillanten Reflexen. Ohne langweilen zu wollen auch hier wieder der Hinweis auf die richtige Belüftung, damit die Scheurebe ihr ganzes Potential offerieren kann. 

Duftnoten die an Stachelbeere, schwarze Johannisbeere und Ananas erinnern, zeigen sich in der Nase eindeutig. Im Mund und am Gaumen werden diese Fruchtaromen geschmacklich wunderbar bestätigt und durch eine leichte Zitrusnote ergänzt. Die tragende, bestens eingebundene Säure lässt so einen beeindruckenden Frucht-Säure-Bogen entstehen, wobei gerade der halbtrockene Ausbau für ein außergewöhnliches feinfruchtiges Geschmacks-Erlebnis sorgt, das mit zunehmender Reife immer interessanter wird. Der Wein ist intensiv, gehaltvoll, aromatisch und besitzt zudem die nötige Frische, ohne die eine solche Spitzen-Scheurebe nicht auskommt. Dabei zeigt das langanhaltende Finish wie ausdrucksstark dieser Prädikats-Wein tatsächlich ist. Hier ist ein ganz großartiger Wein der Rebsorte Scheurebe gelungen, der Schluck für Schluck den Verkoster überzeugt und ihm optimale Trinkfreude beschert. Top! 

Wir empfehlen diese  2017er Scheurebe Kabinett halbtrocken  zu "Kalbsgeschnetzeltem mit Gurke und Dill"

Die 2017er Scheurebe Kabinett halbtrocken hat moderate 10% vol/alc und sollte bei 10 bis 12 Grad Celsius genossen werden. 

Maximal empfehlenswert

Peter J. und Helga König 

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  Anja Schmitt-Kraiß und Frank Kraiß 
2017 Bergtheimer Harfenspiel Bacchus Kabinett halbtrocken 

Verkostet wird nun ein weiterer Prädikatswein vom Weingut Schmitt, mit diesem 2017er Bacchus Kabinett, der halbtrocken ausgebaut wurde. Die Trauben stammen aus der Lage Bergtheimer Harfenspiel, einer Lage, die 1925 durch Reblaus-Befall komplett vernichtet wurde, und die erst 50 Jahre später 1975 von Manfred und Helene Schmitt neu bestockt worden ist, so auch mit dieser Bacchus-Rebe. Dabei ist das Rebgut an einem Süd-Westhang gewachsen, geschützt gegen nördliche Winde durch den oberhalb liegenden Wald. Die Bodenbeschaffenheit besteht hier aus Lösslehm mit Ausläufer von Gipskeuper. Die Rebsorte Bacchus ist eine Kreuzung von Silvaner X Riesling und Müller Thurgau. Hauptanbau-Gebiet ist Deutschland und hier mit Abstand Franken und Rheinhessen, wo die Bacchus-Rebe ihre besten Wachstums-Bedingungen findet. Geerntet wurden die Trauben zu diesem Wein Mitte September in einem gesunden und hochreifen Zustand. Danach hat der Rebsaft eine längere Maischestandzeit erhalten, um dann anschließend bei einer kühlen Vergärung zu einem harmonisch fruchtigen Wein heran zu reifen, der dann in die attraktive Boxbeutel-Flasche gefüllt worden ist. 

Farblich präsentiert sich der 2017er Bacchus Kabinett halbtrocken in einem lichten Gelb mit brillanten Reflexen. Und nur kurz zur Erinnerung, bitte auch hier die nötige Beatmung des Weins nicht vergessen. Jetzt werden wunderbare Fruchtaromen mit der Nase registriert, nach Orangenblüte, Mango und Orange. Im Mund und am Gaumen werden die fruchtigen Anklänge geschmacksmäßig eindeutig bestätigt, wobei auch hier der halbtrockene Ausbau sich bestens in Szene setzen kann. Die richtige Säure sorgt für die nötige Balance, damit die Fruchtsüße nicht zu dominant wird und der 2017er Bacchus Kabinett auch mit der nötigen Frische aufwarten kann. Diese zieht sich gemeinsam mit der verführerischen Frucht bis in den langen Nachhall hinein, sodass hier ein ganz wunderbares Trinkerlebnis den Verkoster erwartet. Intensiv im Geschmack, dabei harmonisch und vollmundig, zeigt der Prädikats-Bacchus, dass im Privat-Weingut Schmitt ganz außerordentliche Weine erzeugt werden, die nicht nur auf Anhieb begeistern, sondern die auch als fruchtiges Gaumen-Erlebnis absolut punkten. Grandios! 

Wir empfehlen diesen  2017er Bergtheimer Bacchus Kabinett halbtrocken zu "Bio-Schweinekoteletts mit gebratetenen Cox-Orange-Scheiben."

Der 2017er Bergtheimer Bacchus Kabinett halbtrocken hat 10,5% vol/alc und sollte bei 10 bis 12 Grad Celsius verkostet werden. 

Maximal empfehlenswert 

Peter J. und Helga König 

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  Anja Schmitt-Kraiß und Frank Kraiß 
2015 Bergtheimer Harfenspiel Silvaner Spätlese trocken 

Als abschließenden Weisswein der kleinen aber feinen Verkostungsreihe aus dem Keller des Privat-Weingutes Schmitt kommt nun diese exzellente 2015er Silvaner Spätlese trocken an die Reihe. Die Trauben stammen aus der Spitzenlage Bergtheimer Harfenspiel, wo sie neben der Weinbergs-Kapelle gewachsen sind, einem Standort, der sich für allerbeste Weine eignet. Die Rebsorte Silvaner und die Wein-Region Franken sind geradezu zwei Seiten einer Medaille, stammen doch aus diesem Gebiet mit die besten Weine aus der Silvaner Traube, zumal sie auch die älteste Rebsorte Frankens ist. Für solche außergewöhnlichen Weine, wie die hier verkostete 2015er Silvaner Spätlese trocken wird das Terroir benötigt, das nur in den besten Lagen Frankens vorhanden ist, wie eben im Bergtheimer Harfenspiel. 

Die Trauben wurden selektiv mit der Hand geerntet, wobei nur hochreifes, gesundes Rebgut zur Lese kam. Auch wurden zunächst die bitterhaltigen Stile von den Trauben entfernt, damit danach nur die Beeren äußerst schonend gepresst werden konnten. Anschließend reifte der Wein hervorragend in gekühlten Edelstahltanks. So ist ein Spitzen-Silvaner entstanden, der höchste Ansprüche zufriedenstellt und der international bei der weltgrößten professionellen Verkostung, der AWC(Austrian Wine Challenge) in Wien mit Bronze prämiert wurde. 

Im Glas zeigt sich die 2015er Silvaner Spätlese trocken in einer hellgelben Farbe mit brillanten Reflexen. Auch hier soll an den nötigen Sauerstoff erinnert werden, zeigt der Wein doch so erst richtig was wirklich in ihm steckt. Gleichzeitig wird dem Wein und seinem Macher der nötige Respekt zuteil und das Können und das Engagement bekommen die besondere Würdigung. Die olfaktorische Prüfung ist danach ein Fest für die Sinne, überzeugt der Silvaner doch fein duftend nach Melisse und reifem Apfel in der Nase. Das Fruchtaroma wird geschmacklich im Mund und am Gaumen bestens bestätigt, die ideale Säure trägt den Fruchtanklang optimal. 

Die 2015er Silvaner Spätlese punktet mit seinem eleganten Körper und mit seiner nachhaltigen Fülle. Der Wein ist intensiv im Geschmack, nuancenreich, kraftvoll und mit dem richtigen Volumen versehen. Seine Balance zwischen Süße und Säure ist beeindruckend und als Spätlese zeigt er neben der Frucht doch auch diese wunderbare Frische im Nachhall, die einen solchen Spitzen-Silvaner überaus animierend macht. Welch ein Trinkvergnügen und welche nachhaltige, geschmackliche Freude. Chapeau! 

Wir empfehlen diese 2015er Bergtheimer Harfenspiel Silvaner Spätlese trocken zu  "Kalbsbries mit Spargel und Morcheln"

Die 2015er Bergtheimer Harfenspiel Silvaner Spätlese trocken hat 12% vol/alc und sollte bei 10 bis 12 Grad Celsius genossen werden. 

Maximal empfehlenswert.

Peter J. und Helga König 

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  Anja Schmitt-Kraiß und Frank Kraiß 
2013 Bergtheimer Harfenspiel Cabernet Dorsa trocken 

Abschließend wird dieser ganz besondere Rotwein verkostet, dessen Trauben von der Rebsorte Cabernet Dorsa stammen und die in der Lage Bergtheimer Harfenspiel gewachsen sind. Hier am Südwesthang im Schutz des oberhalb liegenden Waldes haben die Trauben bis in den Oktober Zeit gehabt, um genügend Sonne zu tanken, bevor sie als gesundes und hochreifes Rebgut geerntet wurden. Lösslehm mit Ausläufer von Gipskeuper prägt die Bodenbeschaffenheit. Cabernet Dorsa ist eine deutsche gezüchtete Rotweinsorte. Sie entstand durch eine Kreuzung der Sorten Blaufränkisch (Blauer Lemberger) und Dornfelder. Ihr Anbau ist mit etwa 230 ha Rebfläche in ganz Deutschland als geradezu geringfügig zu bezeichnen, bedeutet dieses doch einen Anteil von nur 0,2% der deutschen Rebfläche. Aber der Anteil nimmt beständig zu, wobei Rheinhessen, die Pfalz und Baden beim Anbau an der Spitze liegen. Franken nimmt hinter Württemberg den fünften Platz ein, bei einer verschwindenden Größenordnung von etwa 20 ha.  Und doch lassen sich mit der Cabernet Dorsa Rebe prächtige Rotweine erzeugen, wie der hier verkostete Wein eindrucksvoll unter Beweis stellt. Die Maische wurde nach der Pressung kurz erwärmt, um das Farbenspiel des Cabernet Dorsa hervorzuheben. Anschließend ist er auf der Maische vergoren. So ist ein Rotwein von internationalem Charakter entstanden, der bei der AWC Vienna 2016 mit Gold ausgezeichnet wurde. 

Farblich zeigt sich der 2013er Cabernet Dorsa trocken im Glas in einer dunkelroten Farbe mit violetten Reflexen an der Oberfläche. Hat bereits der Weisswein genügend Sauerstoff benötigt, so gilt dies für einen Rotwein erst recht. Danach werden der Nase ganz besondere Anklänge offeriert, die an reife Kirschvariationen und frische Tabakblätter erinnern. Mund und Gaumen nehmen ganz intensiv die unterschiedlichen Kirschnoten geschmacklich wahr, die auch noch von feinen Tanninen ergänzt werden. Der Rotwein ist sehr dicht, komplex und besitzt einen kraftvollen Körper. Dazu ist er opulent, vielschichtig, gehaltvoll und doch fruchtig. Sein langanhaltender Nachhall zeigt noch einmal welche geschmackliche Pretiose hier im Weingut Schmitt gelungen ist, zumal er nun auch noch angenehm weich, rund und animierend daherkommt. À la bonne heure!

Wir empfehlen zu diesem 2013er Bergtheimer Harfenspiel Cabernet Dorsa trocken ein "Entrecote mit  grünen Bohnen und Paprika-Kartoffel-Gemüse"

Der 2013er Bergtheimer Harfenspiel Cabernet Dorsa trocken besitzt kräftige 14% vol/alc und sollte bei 16 bis 18 Grad Celsius genossen werden. 

Maximal empfehlenswert 

 Peter J. und Helga König 

Bitte klicken Sie auf das Foto, dann gelangen Sie zum  Privatweingut Schmitt und können den Wein dort bestellen: https://www.privat-weingut-schmitt.de/ 

 Privat-Weingut Schmitt
Nachdem wir jetzt die besonderen Weissweine und den Rotwein vom Privat-Weingut Schmitt in Bergtheim/Franken nahe Würzburg verkostet haben, hier nun unser Fazit: Alle Weine sind von höchstem Niveau und bester Qualität, wobei die besonderen Rebsorten überrascht haben, etwa mit der Perle-Rebe als Weisswein oder auch dem Cabernet Dorsa als Roten. Wie alle anderen Weine so haben auch diese beiden mit ihrem individuellen Charakter und dem ganz eigenen Geschmack überzeugt, die Perle als leichter, fruchtiger, sehr angenehmer Wein, der zu großer Trinkfreude animiert, der Cabernet Dorsa als kraftvoller, dichter und voller Rotwein, der in puncto Trinkfreude ebenfalls den Verkoster begeistert. Aber auch Sauvignon Blanc, Scheurebe Kabinett, Bacchus Kabinett und ganz besonders Silvaner Spätlese zeigen, welche exzellenten Weine im Privat-Weingut Schmitt erzeugt werden. 

Sie alle sind authentisch, Terroir-bezogen, sortentypisch, dabei doch individuell und zeigen ganz deutlich unverwechselbar die Handschrift des Kellermeisters. Dass bei den meisten hier verkosteten Weinen der Ausbau halbtrocken oder feinherb stattgefunden hat, zeugt ebenfalls von der Kunst den Weinen eine optimale Balance zu geben zwischen Frucht und Säure, ohne die eine oder andere Richtung zu bevorzugen. Hier hat selbst der "eingefleischte Trockentrinker" einen großen Genuss an einem Mehr an Restsüße, mangelt es doch nicht an der geeigneten Säure und der richtigen Frische. 

Da die Weine auch nicht zu viel Alkohol aufweisen, diesbezüglich eher moderat sind, eignen sie sich als tägliche Trinkweine oder als Begleiter leichter, frischer Speisen, wie Salate, Fisch, Geflügel oder hellem Fleisch ganz vorzüglich. Beim Cabernet Dorsa ist da eher Wild, Rind und Wild-Geflügel angesagt. 

Hervorheben wollen wir noch diese ganz wunderbare Silvaner Spätlese, absolut ein Spitzenwein, der nicht nur das Weingut Schmitt großartig repräsentiert sondern auch für alle Franken-Silvaner vorbildlich ist. Summa summarum: Uns haben die Weine ganz besonders gut geschmeckt und wenn man sich die vielen Prämierungen ansieht, die das Gut über viele Jahre immer wieder erhält, ist festzustellen, dass es anderen professionellen Verkostern ebenso geht. 

Deshalb: Maximal empfehlenswert.

 Peter J. und Helga König

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