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Rezension:Sherry: Kultur und Genuss (Gebundene Ausgabe)

Auf den Weg gebracht haben dieses schöne, reich bebilderte und dabei informative Buch der Journalist Werner Obalski und der Spirituosenexperte Jürgen Deibel.

 Das Vorwort beginnt mit dem Satz: "Sherry ist einer der berühmtesten Weine der Welt". Das ist ein nicht unwichtiger Merksatz. Obalski erklärt dann, wo genau in Andalusien dieser Wein angebaut wird und dass man mittels des Buches beabsichtigt, den Sherry von seinem hierzulande aufgedrückten Image als "Nur-Aperitif" zu befreien, indem man ihn nicht zuletzt auch zum Aromatisieren von bestimmten Gerichten der gehobenen Küche verwendet. Dieser Ansatz wird vermutlich nicht jedem Sherry-Genießer schmecken.

Zunächst wird man mit der Geschichte dieses Weines vertraut gemacht, der seit rund 3000 Jahren in Andalusien angebaut wird. Dabei wurde die erste große Erfolgsgeschichte des Sherrys zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert geschrieben, denn zu diesem Zeitpunkt wurde er zum wichtigsten Exportartikel vor allem nach Nordeuropa. 1933 verabschiedete das spanische Parlament die "Denomination of Origin", aufgrund dieser Malaga und die Region des Sherry-Dreiecks per Gesetz geschützt wurde.

Der Name Sherry entstand übrigens aufgrund einer Sprachbarriere, die die Engländer beim Verbalisieren des Namens der Stadt hatten, aus der ihr Lieblingswein kam. So wurde aus dem spanischen Jerez mit der Zeit der Name Sherry.

Informiert wird man die drei Rebsorten, die die Basis für den Sherry bilden, dann lernt man die Sherry-Grundtypen kennen, erfährt Wissenswertes zur Reifeprüfung, die neben den Rebsorten das entscheidende Kriterium für den außergewöhnlichen Geschmack dieses Getränks verkörpert.

Spitzensherrys benötigen zumeist insgesamt zwischen fünf und acht Jahre Reifezeit. Das gilt vor allem für die Finos und Manzanillas. Doch es gibt auch Sherrytypen, die 30 Jahre reifen müssen. 

Man unterscheidet trockene, halbtrockene und süße Sherrys. Die Autoren erläutern hier die Besonderheiten der einzelnen Sherrytypen und thematisieren auch Raritäten. In diesem Zusammenhang lernt man die Begriffe VOS und VORS kennen und liest, was sich dahinter konkret verbirgt.

In der Folge erfährt man die Kriterien, die für den Sherrygenuss von Bedeutung sind und darf sich dann näher mit 64 Bodegas beschäftigen. Aufgewartet wird jeweils mit einem brauchbaren Textporträt der jeweiligen Bodega und mit entsprechendem Adressenmaterial.

Fast zum Schluss dann werden verschiedene delikate Rezepte vorgestellt, in denen Sherry eine Rolle spielt und man erfährt die Zubereitungsart von einigen Cocktails mit Sherry, allen voran den "Sandeman`s Cocktail", der 1929 in Köln den Ehrenpreis bei der International Cocktail Competition gewann.


Nicht vergessen werden kurze Reisetipps und wichtige Telefonnummern.

Betrachtet man sich etwas intensiver die schönen Fotos im Buch, dann möchte man am liebsten sofort seine Koffer packen... Das Buch bietet alles, was Einsteiger wissen müssen.

 Empfehlenswert. 

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Rezension:Staatsweingut Meersburg, Meersburger Jungfernstieg, Spätburgunder Blanc de Noirs, 2011 trocken

Dr. Jürgen Dietrich
Zum Einstieg unserer kleinen Verkostungsreihe von Weinen vom Bodenseegebiet, das  weintechnisch zur Region Baden  zählt,  verkosten wir drei Weine des Staatsweingutes Meersburg. Beginnen möchten wir mit einem Spätburgunder Blanc de Noirs, der zeigt zu welchen wunderbaren Weinen dieses Staatsweingut in der Lage ist. Der Weißwein stammt von der Spätburgundertraube, die an sich rot, durch einen besonders schnellen Keltervorgang weiß zustande kommt, da mittels dieser Methode kein Farbstoff in den Rebensaft gelangt.

Die Trauben für den Wein sind aus der Lage Meersburger Jungfernstieg. Vor den Toren des alten Meersburg gelegen, ist dieser Weinberg nach Süden ausgerichtet.

Das Terroir besteht aus weichem, hellgelben Sandsteinfels, über dem eine Schicht Verwitterungsboden aus Moränenschotter gelagert ist. Da diese Lage unmittelbar an den Bodensee angrenzt, kommt es hier zu einem besonderen Effekt, der ein mediterranes Klima hervorbringt. Zum einen werden die Sonnenstrahlen vom Wasser reflektiert, in die Rebenzeilen zurücktransportiert, zudem sorgt das Wasser als Wärmespeicher dafür, dass die Wärme nachts wieder abgegeben wird. So ist eine optimale, natürliche Bedingung vorhanden, um große Weine zu erzeugen.

Die Farbe des Weines hat einen  feinen Gelbton, der  eine gewisse Brillanz  ausstrahlt, dabei ist der Duft leicht kräutrig. Dieser Wein zeichnet sich durch eine unverkennbare Fülle aus. Die Substanz entstammt zweifellos der Spätburgundertraube, die den gesamten Mundraum einnimmt und die besondere Güte dieses Weines andeutet. Als erkennbare Geschmacksnuancen haben wir Himbeer-und grüne Tomatenanklänge entdeckt.

Als Weißwein ist er kein  Leichtgewicht mit 13% vol/alc, was jedoch zur Folge hat, dass er sehr ausgewogen ist. Alles in allem ein harmonischer, voller Wein.

Wer mehr den Weißwein mit Substanz liebt, ist mit diesem Spätburgunder Blanc de Noir  bestens bedient.
Wir empfehlen den Wein zu Kalbsfilet,  zu einem Bresse-Huhn oder auch zu Quiche Lorraine.

Die Trinktemperatur liegt wie bei allen guten Weißweinen bei 8-10 Grad, wobei sich die Qualität dieses Tropfens besonders zeigt, wenn er  nicht allzu gekühlt getrunken wird. Dieser Wein ist ein gelungenes Beispiel für einen  Blanc de Noir. Selten haben wir etwas ähnlich Geschmackvolles an einer solchen Sorte Wein getrunken.

Empfehlenswert.

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 Staatsweingut Meersburg

Rezension:Staatsweingut Meersburg, Meersburger Jungfernsteg, Weißburgunder 2011 trocken

Dr. Jürgen Dietrich
Ebenfalls vom Meersburger Jungfernstieg stammt der zweite Wein, der heute verkostet wird, ein Weißburgunder 2011 trocken. Die Reblage hat ihren Namen aus früheren Zeiten, da sie den Liebenden als heimlicher Treffpunkt diente. Dieser romantische Aspekt wird ergänzt durch die sonnenverwöhnte Südlage, die bis heute dem Wein dort zu Gute kommt.

Im Glas zeigt sich dieser Wein in einer hellgelben Farbe mit leicht grünen Reflexen. In der Nase erinnert er an eine bunt blühende Frühlingswiese und vermittelt einen intensiven frischen Duft, der die Freude an dem ersten Schluck aufkommen lässt. In der Mundhöhle vermittelt dieser besondere Tropfen Geschmacksnuancen von Birne, grünem Apfel und Nektarine, gepaart mit einer knackigen Säure, die den Wein zu einem besonderen Erfrischungserlebnis werden lässt. Dabei ist dieser Weißburgunder kein typischer Sommerwein, sondern für alle Jahreszeiten geeignet, wenn die Lust auf einen frischen, geschmackvollen Wein den Genießer packt.

Dieses Geschmackserlebnis ist in einer perfekten Balance zwischen Fruchtnoten sowie Säureanteil und hat einen langen Nachhall.

Der Bodensee-Weißburgunder mit 13 % vol/alc ist beileibe kein Leichtgewicht, dafür hat schon die intensive Sonnenbestrahlung gesorgt.

Natürlich ist dieser Wein ein angestammter Essensbegleiter des Bodenseefelchens, ebenso schmeckt dieser Weißburgunder   zu anderen Süßwasserfischen, aber durchaus auch zu einem Wiener Schnitzel oder  zu einem Kalbsnierenbraten. 

Der Meersburger Jungfernsteg, Weißburgunder 2011 trocken ist ein wirklich gelungener Wein, der es jederzeit mit anderen Spitzenweißburgundern aufnehmen kann. 

Empfehlenswert.

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 Staatsweingut Meersburg



Rezension:Staatsweingut Meersburg, Hohentwieler Olgaberg, Spätburgunder 2011 trocken.

 Dr. Jürgen Dietrich
Als dritter Wein kommt ein Spätburgunder trocken zur Sprache. Spätburgunder sind die meist hergestellten Weine des Staatsweinguts Meersburg, immerhin beträgt die Quote 50%.

Wie der Name verrät, ist die Lage am erloschenen Vulkan des Bergkegels Hohentwiel angesiedelt. So steht das Terroir ganz im Zeichen des hitzigen, vulkanischen Gesteins, der dem Wein eine besondere mineralische Note verleiht.

Der Olgaberg legt Zeugnis über die außergewöhnliche Geschichte dieses Namens ab. Als Zarentochter wurde Olga einst württembergische Königin und die Lage wurde nach ihr benannt. Zudem ist er der höchst gelegene Weinberg Deutschlands.

Dieses besondere Terroir bringt einen ganz wunderbaren Spätburgunder hervor. Die Farbe des Weins ist ein kräftiges Rot. Schon im Glas duftet der Spätburgunder angenehm nach Herzkirschen und schmeckt auch ganz intensiv danach. 

Das Vulkangestein sorgt für die mineralische Note. Dabei ist es gelungen, alles bestens miteinander abzustimmen. Der Wein präsentiert sich weich und elegant und animiert,  mehr als ein Glas zu genießen. 
Dafür sorgt auch der intensive Abgang. 

Das ist Lust pur.

Mit 13,5 vol/alc hat er die nötigen Prozente, die ein runder, weicher und gehaltvoller Spätburgunder haben muss. In diesem Wein zeigt sich, wie sonnenverwöhnt die Region am Bodensee um Meersburg ist. 

Damit der Wein auch eine passende Grundlage erhält, können wir uns sehr gut ein zart rosa Roastbeef am Stück vorstellen, aber auch einen Fasan oder eine auf den Punkt gebratene Kalbsleber. Nach dem Essen muss aber noch lange nicht Schluss sein mit diesem Tropfen. Zur angenehmen Geselligkeit darf auch ruhig eine zweite oder gar dritte Flasche geöffnet werden. 

Empfehlenswert.

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 Staatsweingut Meersburg