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Rezension: Kloster Eberbach- 2009 Spätburgunder trocken


Kloster Eberbach 2006 Urheber Fritz Geller-Grimm
GNU Lizenz für freie Dokumention (GFDL)
und der CreativeCommons (CC) lizensiert
 Jedem, der den Film "Im Namen der Rose" gesehen hat, sind die Innenräume des Klosters Eberbach vertraut, denn  die Innenaufnahmen für diesen Film wurden in dem Rheingauer Kloster gedreht. Das Kloster selbst stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde einst von Bernhard von Clairvaux gegründet.

Seit Jahren  besuche ich im Frühling und im Sommer  Kloster Eberbach, nicht zuletzt, um dort im Klostergarten spazieren zu gehen und  auf einer der Bänke zu verweilen, ein Buch zu lesen  und  ein wenig zu meditieren.  Bei allem vergesse ich natürlich nie auch der Klosterschänke einen Besuch abzustatten und  dort ein Glas Wein zu trinken, denn die  Weine der Abtei sind wirklich ein Hochgenuss.

Die Rotweintradition von Kloster Eberbach geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die französischen Zisterzienser nämlich brachten aus ihrer burgundischen Heimat die ersten Rotweinreben mit.

Inhaber der "Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach" ist das Land Hessen. Ich empfehle an dieser Stelle gerne den "Gutsausschank Baiken", aber ebenso das Zisterzienser-Museum in Kloster Eberbach.

Der 2009er Spätburgunder ist angenehm fruchtbetont und soll von reifen aromatischen Trauben stammen. Diese verleihen dem Wein sein köstliches Himbeer-Kirsch-Aroma und die subtil angelegte Textur.

Als Essensbegleiter eignet sich der Tropfen sehr gut zu Fasan, zu Filet vom Hasen oder auch Filet vom Reh. Zu Rindfleisch oder Wildschweinbraten würde ich ihn nicht trinken. Dazu passen besser schwere Franzosen oder Weine aus dem Piemont.

Der Wein ist bist 2014 haltbar und sollte bei einer Temperatur von 16 Grad getrunken werden.

Empfehlenswert.

Rezension: Deidesheimer Paradiesgarten, 2008, Reichrat von Buhl

Das Weingut Reichsrat von Buhl in Deidesheim/Pfalz habe ich bereits mehrfach aufgesucht, um dort Rieslinge und Weißburgunder zu verkosten. Weine der Lage "Deidesheimer Paradiesgarten" schätze ich seitdem ebenso, wie jene von der Lage "Forster Ungeheuer" und "Pechstein", die das Weingut ebenfalls auf ganz hohem Niveau herzustellen weiß.

Ich kann jedem bei einem Besuch in der Pfalz nur empfehlen, die Verkostungsstube von "Reichsrath von Buhl" aufzusuchen und sich all die Lagen und Weine genau erklären zu lassen. Das betont freundliche Personal gibt sich mit Erläuterung viel Mühe und zeigt auf einer Terroir-Karte, wo sich die einzelnen Lagen befinden und welches Terroir konkret vorliegt.


Das Weingut gehört dem VDP-Weinverband an. Dies zeugt allein schon für die Güte der Weine. Der Begriff "Großes Gewächs" bekundet, dass der "Deidesheimer Paradiesgarten" zu den hochwertigsten trockenen Weinen des Weinguts zählt. Der Wein zeichnet sich duch opulente und dabei harmonische Aromen aus und ist der ideale Begleiter zu edlen Fischgerichten, wie etwa Steinbeißer, Seezunge oder auch Lotte. Zu Spargel würde ich ihn nicht reichen, denn zu Spargel passt ein guter Silvaner oder Weißburgunder besser.


Ich zähle zu dem Personenkreis, der Rieslinge generell nur zu Speisen genießt. Ein in Butter sautierter Edelfisch, der nur wenig gewürzt auf den Tisch kommt, macht diesen Wein zu einem wirklichen Erlebnis, an das man noch lange zurück denkt.


Wie alle Rieslinge sollte man auch diesen auf 10 Grad kühlen. Der Alkoholgehalt des Weines beträgt übrigens 12%. In der Produktbeschreibung des Weingutes werden 7,00g/l Zuckergehalt und eine Säure von 9,50 g/l angegeben. Dieser Wein ist bei sachgerechter Lagerung bis 2016 haltbar.




Rezension: Picpoul de Pinet Cotaux du Languedoc A.C., Beauvignac, Frankreich

Diesen wirklich preisgünstigen, perfekt abgrundeten Weißwein trinke ich am liebsten zu Fischgerichten, Meeresfrüchten und Krustentieren. Er besticht durch seine grünen und gelben Reflexe und schmeckt sehr spritzig, passt insofern auch zu Austern.

Seine Aromen erinnern an Grapefruit, Mango und Limetten.

Ich mag ihn besonders gerne unter 10 Grad gekühlt als Begleiter zu einfachen Fischgerichten und zu Muscheln. In Verbindung mit Fischspeisen mit Tomatensaucen schätze ich ihn nicht so sehr, besser harmoniert er zu Fischgerichten mit Sahnesaucen, die mit Grapefruit-oder Limettensaft aromatisiert sind.


Als Begleiter zur "Frankfurter Grünen Sauce" ist der "Picpoul de Pinet" eine Offenbarung.


Zu Hartkäse harmoniert er dann, wenn der Käse nussige Geschmacksnoten aufweist.




Rezension: Cinq Cépages Rosé- Chateau Vignelaure

Dieser mediterrane Rosé des renommierten Chateau Vignelaure zählt zu den Top Ten der Region. Das kristallklare Rosa mit seinen pink-farbenen Reflexen ist sehr appetitanregend. Der Wein schmeckt nach Walderdbeeren. Zwischen belebenden Fruchtnoten und feiner Säure besteht eine angenehme Harmonie.

Diesen Rosé sollte man gekühlt trinken.

Er passt hervorragend zu Vorspeisen, wie Gambas, Garnelen und Lachs. Sehr gut schmeckt er auch als Essensbegleiter zu Kalbsfilet mit einer leichten Rahmsauce und zu Züricher Geschnetzeltem.

Im Sommer ist er der ideale Wein an lauen Abenden im Garten.


Rezension; Castillo Ygay- Grand Reserva Especial

Land: Spanien, Anbauregion: Rioja
Rebsorte(n): Tempranillo 76%, Mazuelo 15%, Grenache 8%, Graciano 1%
Alkoholgehalt : 13.00%, Restzucker: 2.00 g/l, Säure: 6.30 g/l
Haltbarkeit bis: 2012
Harmoniert mit: Ente, Wild


Dieser Castillo Ygay ist der beste, den ich bislang getrunken habe. Der Wein stammt aus dem Vorzeigeweingut von Marqués de Murrieta, das 1852 durch Luciano Francisco Ramón gegründet wurde. Es besitzt einen legendären Ruf auf der ganzen Welt. Das amerikanische "Wine & Spirits Magazin" hat 2009 diese Bodega zum Weingut des Jahres ausgerufen.

Der Wein, den Sie einen Tag vor dem Genuß dekantieren sollten, schmeckt nach Pflaumen, Kräutern, Kirschen und Röstnoten, wie Kaffee und Kakao und tausend anderen Köstlichkeiten mehr.

Ich finde, dass man diesen Wein nicht als Essensbegleiter nutzen sollte, sondern ihn stattdessen mit dem Menschen, den man am meisten mag, bei schöner Musik genießen sollte.

Die Gespräche sollten sich in diesem Fall um nichts anders als um diesen Rioja drehen, dessen letzte Nuance man nicht nur erschmecken, sondern auch sprachlich auf den Punkt bringen sollte. Er hat es verdient, dass man sich seiner im besonderen Maße annimmt.
Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.

Rezension: Baden und Elsass (Broschiert)

Das Autorenteam Manfred Lüer und Chandara Kurt sowie der Fotograf Andreas Durst nehmen den Leser mit auf eine Weinreise entlang der Bergstraße in den Kraichgau, von dort in die Ortenau, anschließend in den Breisgau und das Markgräflerland, zum Kaiserstuhl und schließlich in das Elsass.

Interessante Orte und Ereignisse in den Regionen werden hervorgehoben. Schön , dass man das "Auerbacher Schloss" an der Bergstraße und das "Felsenmeer" nicht unerwähnt lässt. Den "Wissenschaftlichen Lehrpfad am Limberg"/ Kaiserstuhl habe ich vorletzten Spätsommer näher kennengelernt. Die Wanderstrecke verfügt über 100 Tafeln, die Besonderheiten in Archäologie, Geschichte, Geologie, Mineralogie, Flora und Fauna, Forstwirtschaft und Weinbau am Kaiserstuhl aufzeigen.


Alle Weingebiete werden sehr gut skizziert und die Winzer und ihre Weine werden aufschlussreich thematisiert. Seltenere Rebsorten wie etwa der "Cabernet Mitos", auch der "Schwarzriesling" werden zufriedenstellend erklärt und es wird immer wieder auf Fachbegriffe der Winzersprache aufmerksam gemacht.


Berichtet wird u .a . vom Kraichgauer "Weingut Reichsgraf und Marquis zu Hoensbroech" und dessen eleganten Weinen. Zudem wird auf eine Auswahl guter Bergsträßer Weine aufmerksam gemacht und man erfährt Näheres zur "Domaine Bergstraße - Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach. Der Vorzeigeweinberg ist die Lage "Heppenheimer Centgericht", die Weine von dort sind wirklich exzellent.


Neben einer großen Anzahl von Weingütern werden auch Hotels und Restaurants an der Bergstraße und im Kraichgau genannt. Hocherfreut habe ich gelesen, dass man auch auf das "Weinhaus Blauer Aff" in Bensheim verweist, das ich als 20 jährige mit Freunden bereits aufsuchte. Das Ambiente hat sich seitdem kaum geändert. Noch immer geht es dort urig zu. Die Weinkarte ist regional ausgerichtet.


In der Folge lernt man die Weine und Weingüter der Ortenau näher kennen. Dieses Gebiet mutet geradezu paradiesisch an, Obst, Blumen in Hülle und Fülle, sanft geschwungene Weinkämme, idyllische Täler und steile Hänge. Vorgestellt wird u.a. "Weingut Andreas Laible" in Durbach, dessen Weine zu den besten in der Republik zählen. Sie wachsen auf Gneis, Porphyr und dem seltenen Achat. Dies ist für seine Rieslinge ideal. Sein "Durbacher Plauelrain" ist mehr als nur köstlich.


Zwei der genannten Winzergenossenschaften in der Ortenau kenne ich gut. Zum einen die "Durbacher Winzergenossenschaft" mit sehr delikaten Weinen und der "Winzerkeller Hex von Dassenstein" in Kapelrodeck, die einen superleckeren, fruchtigen Spätburgunder keltern.


Von den Restaurants in der Ortenau kenne ich nur das "Restaurant Fallert Hotel Talmühle". Das ist übrigens genau so gut, wie im Buch beschrieben. Den Breisgau und das Markgräflerland schätze ich landschaftlich sehr. Natürlich muss man hier vom "Gutedel" sprechen, der in der Schweiz und in Frankreich "Chasselas" heißt. Es handelt sich um die meist angebaute Rebsorte im Markgräflerland. Der Wein ist zumeist säurearm und sehr erfrischend.


Es werden sehr gute Winzer in der Region vorgestellt u.a. das "Weingut Hartmut Schlumberger", aber auch Dörflinger, Jähnisch und Schneider sind überzeugende Beispiele für den Weißwein-Aufschwung des Markgräflerlandes. Auch in dieser Region werden gute Restaurants und Hotels benannt. Im "Hotel Colombi" in Freiburg habe ich vorletzten Herbst zu Mittag gegessen. Dort kocht man auf höchstem Niveau. Ebenfalls auf ganz hohem Niveau kocht man im "Hotel und Restaurant Hirschen" in Sulzburg und im "Romantik-Hotel Spielweg". T.Ungerer liebt dieses Hotel sicher nicht grundlos.


Der Kaiserstuhl ist ein Paradies für Weinliebhaber. Die Autoren haben die Region sehr schön beschrieben. Auch meine Lieblingswinzergenossenschaft wurde erwähnt: die "Winzergenossenschaft Königsschaffhausen ".


Dr. Hegers Weine in Ihringen muss man probieren, die Weine von "Franz Keller", vom "Weingut Bercher", "Weingut Johner" und "Weingut Salwey" ebenfalls. Die Weine dieser VDP- Winzer werden sehr gut beschrieben, auch werden Restaurants am Kaiserstuhl benannt. Leider kenne ich nur den "Schwarzen Adler" in Oberbergen. Der ist sehr gut. Die Beschreibungen der anderen Restaurants machen mich neugierig.


Sehr gut auch werden die Weine im Elsass nahe gebracht. Die französischen Qualitätsbezeichnungen werden bestens erklärt.


Die Weine von "Hugel u. Fils" sind prima. Stimmt. Die anderen kenne ich nicht. Sie klingen aber vielversprechend. Die offerierten Restaurants sind vom Feinsten. Leider war ich noch nie in der "L `Auberge de L`ill". Ich habe aber davon immer nur das Beste gehört. "Am 17. September 1967 überreichte Paul Bocuse dem Sternekoch Marc Haeberlin in dessen Restaurant Illhäusern das Kreuz der Ehrenlegion. Diese hohe Auszeichnung honoriert eine ganze Familie von Köchen, die seit 40 Jahren das berühmte Restaurant an der Spitze der französischen Gastronomie halten. Die Familie Haeberlin führt nach wie vor diese weltweit bekannte Gourmetadresse, die man mindestens einmal im Leben besuchen sollte. Ein Muss für alle Foodies."


Umfangreiches Kartenmaterial und viele schöne Fotos begleiten die hochinformativen Texte im Buch, das den Leser bestens auf eine Weinreise nach Baden und in den Elsass vorbereitet.

Rezension:Spaniens Küche Spaniens Weine: Von Andalusien bis Valencia (Gebundene Ausgabe)

Verfasser dieses sehr empfehlenswerten Buches sind der Journalist und Weingutachter John Radford und der jüngste Chefkoch Spaniens Mario Sandoval. Die beiden Autoren verbinden im Text ausgewählte Weine Spaniens mit kulinarisch interessanten Speisen aus den einzelnen Regionen des Landes.

Diese Regionen heißen: Andalucia, Aragon, Asturia, Balearen, Canarias, Cantabria, Castilla y Leon, Castilla- La Mancha, Cataluna, Extremadura, Galicia, La Rioja, Madrid, Murcia, Navarra, Pais Vasco und Valencia. Berichtet wird lukullisch Bemerkenswertes über diese einzelnen Landesteile. Zudem werden Rezepte regionaltypischer Gerichte vorgestellt und jeweils ausgesuchte, regionale Weinempfehlungen angefügt und zwar sowohl für besondere Anlässe, fürs Sonntagessen und für den täglichen Genuss. Die Weine der Regionen werden sehr gut beschrieben.


Sherry beispielsweise ist der berühmteste Wein aus Andalusien, diesen gibt es schon seit etwa 500 v. Chr. Der Leser wird über besagten andalusischen Tropfen, aber auch über andere Weine Andalusiens gut aufgeklärt und kann sich in der Folge über die wichtigsten Bodegas informieren. Nach diesem Konzept werden alle Regionen kulinarisch abgehandelt. Dabei wird mit einer Fülle von Informationen aufgewartet.


Die Informationen zu Weinen aus dem Rioja - Gebiet fand ich besonders spannend. Das Rioja war es, der dem spanischen Weinbau im 19. Jahrhundert ein neues Gesicht verlieh. Marques de Murrieta und Marques de Riscal leisteten dort Pionierarbeit.


Die klassischen Weine des Rioja werden aus der Tempranillo - Traube gemacht.


Dass Marques de Murrieta qualitativ besonders gute Weine anbietet, kann ich bestätigen. Mit großem Interesse habe ich allerdings im Buch viele andere hervorragende Bodegas im Rioja entdeckt und freue mich schon jetzt auf den Genuss des ein oder anderen leckeren Roten. Weine aus dieser Region schätze ich besonders.


Die Rezepte im Buch sind problemlos nachkochbar. Auch die Beschaffung der Zutaten dürfte kein all zu großes Problem darstellen. Die Weine kann man in der Regel per Post zugestellt bekommen, sodass man ohne Bauchmerzen Gäste zu einen "Marinierten Lammrücken mit Rosmarien, Thymian und getrüffelten Brotwürfeln" einladen und im Vorfeld bereits auf die Flasche "Hiru 3 Racimos, Luis Canas , Rioja Alavesa" hinweisen kann, um die Neugierde der Weinfreunde herauszukitzeln.


Die thematisch ausgewählten Fotos von Land, Leuten und deren Speisen unterstreichen den kulinarischen Tenor des Buches.


Empfehlenswert!


Rezension:Stuart Pigotts Weinreisen: Schweiz: Schweiz und Bodensee. Weine - Winzer - Weinlandschaften (Gebundene Ausgabe)

Die Autoren Chandra Kurz und Ursula Heinzelmann stellen in diesem Buch Weine, Winzer und Weinlandschaften in der Schweiz und am Bodensee vor. Anhand von beigefügten Karten erhält man eine konkrete Vorstellung davon, wo sich die beschriebenen Punkte im Einzelnen befinden.

Thematisiert werden die Weine des Bodensees, von Graubünden und Liechtenstein, von den Schweizer Seen, der nördlichen Schweiz und aus dem Wallis. Man lernt eine Vielzahl von Winzern näher kennen und erfährt, worauf diese beim Weinmachen jeweils besonderen Wert legen. Die unterschiedlichen örtlichen Rebsorten werden vorgestellt und es werden immer wieder Weine hervorgehoben, die auffallend lecker schmecken. So wird in diesem Zusammenhang der "Weissburgunder Trocken Hohenwieler Olgaberg" vom Staatsweingut Meersburg genannt und wie folgt beschrieben:
"Vulkanische Kraft, Höhenluft und südliches Licht, das bedeutet Zartheit, Ausdruck und Schmelz zugleich, und Harald Gutemann vom Staatsweingut versteht dies bestens in die Flasche zu begleiten." Ich spüre diesen Wein förmlich auf der Zunge und denke, dass er sich als Begleitung zu "Züricher Geschnetzeltem" gut eignet.

Man erhält zu jeder Region Tipps zu Orten und Ereignissen, die lohnenswert erscheinen, näher unter die Lupe genommen zu werden. Empfohlen wird u.a., von Meersburg aus zum Barock-Juwel Birnau zu wandern, eine Kirche, die zu den außergewöhnlichen Barockschöpfungen Süddeutschlands gehört oder das Schloss von Rapperswil zu besuchen, eines der wichtigsten Baudenkmäler am Züricher See. Diese 800 Jahre alte Burganlage steht für die Freiheit und Anerkennung aller Völker.

Es werden die Adressen von Weingütern, aber auch Anschriften von Hotels und Restaurants genannt. Alle Betriebe werden kurz skizziert, so dass man eine erste Vorstellung davon erhält, was man zu erwarten hat.

Einige Rebsorten werden ausführlich beschrieben, nicht zuletzt auch der "Pinot Noir". Natürlich wird in diesem Zusammenhang auch auf das Winzerehepaar Gantenbein hingewiesen, das Weine nach dem Vorbild großer Vosne-Romanée-Abfüllungen produziert und in Sachen Qualität keine Kompromisse macht. Im Vergleich zu anderen Pinots Noirs der Graubündener Region zeigen die Abfüllungen der Gantenbeins übrigens feinere und komplexere Gerbstoffe sowie einen Charakter, der mit jedem Jahr Lagerung weiter aufzublühen scheint.

Für Weinliebhaber eine erfreuliche Bereicherung.

Rezension: Wein

Im Laufe der vergangenen Jahre habe ich gut drei Dutzend Bücher über Wein gelesen. Andre Domines Nachschlagwerk wurde nicht umsonst in Frankreich als das beste Weinbuch ausgezeichnet. Ich schließe mich der Beurteilung der Franzosen ohne Vorbehalte an.

Beginnend mit der Geschichte des Weines, wird in der Folge der Umgang mit Wein erläutert. Muß ein Wein zwingend dekantiert werden? Wie alt sollte er sein? Wie wird er serviert? Über die Farben des Weines, über Blume und Bukett, und die richtigen Gläser kann man sich hier informieren und natürlich auch über die korrekte Lagerung.


Die Weinreben und ihre Sorten werden umfangreich beleuchtet und man befasst sich ausgiebig mit dem so genannten Terroir. Auch die Bewirtschaftung und die Rebkrankheiten werden thematisiert, um schließlich irgendwann die Grundlagen der Weinbereitung detailliert zu erläutern. In diesem Zusammenhang bekommt man alles über Fässer erklärt und weiß hinterher genau wie gutes Fasssholz beschaffen sein muß.


Ab Seite 160 bis Seite 885 erfahren sie alles über die Weine dieser Welt. Die besten Franzosen, Italiener, Spanier, Portugiesen, Griechen, Österreicher, Schweizer, Osteuropäer schließlich die Deutschen werden ebenso präsentiert, wie Südafrikaner, Australier, Südamerikaner u.s.w.u.s.f.........


Da ich gerne Rioja trinke, habe ich mit großer Neugierde die Geschichte des Riojas gelesen und mich über gute Erzeuger informieren lassen, das gleiche funktioniert bei allen anderen Weinregionen und Weinen auch. Jetzt ein schöner Bandol oder vielleicht besser noch einen kühlen, leckeren Veltliner aus dem Kremstal! Wunderbar.


Wenn man mich auf einer einsamen Insel aussetzen würde, (gäbe es einen Grund? Hoffentlich nicht) und ich mich auf zehn Bücher beschränken müsste, wäre dieses Buch ganz gewiß auf meiner Wunschliste.


Dass man sogar in Indien und China Wein anbaut, wäre mir zuvor nie in den Sinn gekommen.


Hinterher weiß man halt mehr.

Rezension:Wein weit weg: Expeditionen von Norwegen über den Kaukasus nach China (Gebundene Ausgabe)

Der weltweit bekannte Weinautor Stuart Pigott untersucht in seinem neuen Buch "Wein weit weg", ob durch die Erderwärmung neue Weingebiete im Entstehen sind. Deshalb hat er sich auf weite Reisen begeben, um vor Ort Weine zu entdecken, die früher nur in den klassischen Weinanbaugebieten in Italien, Frankreich, Deutschland und Spanien zu finden waren.

So war er beispielsweise in Norwegen und Schweden, um herauszufinden ob Terroir und klimatische Bedingungen es zulassen Weine zu produzieren, die man beispielweise aus dem Elsass und der Pfalz kennt. Tatsächlich haben die klimatischen Veränderungen dazu beigetragen, dass man mittlerweile Dänemark, Norwegen und Schweden zu den Wein produzierenden Ländern zählen muss. Schon machen sich deutsche Winzer auf den Weg, um dort Weinbau zu betreiben.

Des Weiteren ist Pigott auch nach Japan und China gereist, um dort ebenfalls Erfahrungen in punkto Weinanbau anzustellen, aber nicht nur der Wein aus Reben hat ihn interessiert, sondern seine Neugierde bezog sich auch auf "Sake", den legendären, japanischen Reiswein. Hierbei wollte er wissen wie Sake erzeugt wird und wie groß die Bandbreite der Qualität dieses japanischen Nationalgetränkes ist.

In China vermutet Pigott einen neuen überdimensionalen Weinmarkt, der sich aufgrund der rasant steigenden Mittelschicht zu einem der größten Verbrauchermärkte zu entwickeln beginnt. Wo heute noch die klassischen französischen Bordeaux- und Burgunderweine als das Nonplusultra bevorzugt werden, entwickeln sich mit neuen heimischen Rebsorten neue Qualitätsweine, die bald den Vergleich mit europäischen Nobelprodukten nicht mehr scheuen müssen.

Auch in den nordamerikanischen Staaten der USA fängt der Weinanbau an sich zu etablieren. Waren über Jahrzehnte nur kalifornische Weine Spitzenprodukte, die weltweit Absatz gefunden haben, so entdeckt man mittlerweile auch neue Anbaugebiete wie etwa in Michigan.

Weitere Reisen führten den unorthodoxen Weinjournalisten in die Staaten der ehemaligen UDSSR, um nach deren Zusammenbruch zu ergründen, wie sich dieser große Weinmarkt entwickelt hat. In Georgien, wo seit Jahrhunderten bereits Wein angebaut worden ist und dessen Weinproduktion zur Zeit der UDSSR komplett in den Binnenmark floss, werden heute durch den Importboykott Russlands neue, kommerzielle Strategien notwendig, um die riesenhafte Produktion auf dem Weltmarkt abzusetzen. Dabei ist es zwangsläufig notwendig auf Weltmarktniveau zu produzieren.

All dieses hat Pigott in seinem Buch hervorragend recherchiert und keine Strapazen gescheut sich mit befreundeten Weinexperten weltweit kundig zu machen.

Dieses spannend geschriebene Buch ist ein Muss für jeden interessierten Weinliebhaber, der weltweit die Produktion von neuen Weinen im Auge haben möchte.


Rezension: Die schönsten Weindörfer

Francois Morel ist duch französische Weinanbaugebiete gereist und hat dort bemerkenswerte Weindörfer aufgesucht. Besagte Orte sind zumeist historisch gewachsen und haben archiktektonisch vieles zu bieten, was lohnt näher betrachtet zu werden. Das gilt für die elsässischen Glanzlichter Eguisheim, Kientzheim und Riquewihr, für das burgundische Beaune, für die Renaissance-Perle Azay-le Rideau im Loiretal, für Les-Baux de Provence und für den pittoresken Kleinod Saint-Emilion im Bordelais, um nur einige der hier fokussierten Orte aufzuzählen. Möchte man nähere Informationen über das jeweilige Terroir, die Weingüter, die Weine oder gar Hoteladressen haben, sollte man in diesem Buch danach nicht suchen.

Wer allerdings optische Anregungen für ein hübsches Reiseziel im Sinn hat und sich an kleinen Randbemerkungen über seltene Rebsorten und kleine Appellationen erfreuen kann, ist bei Morel bestens aufgehoben. Der Mondeuse, welcher in Savoyen bereits in der Antike angebaut wurde und Nuancen von Veilchen, Iris und Trüffel entwickelt, ist dem Autor ebenso eine Notiz wert, wie seine Kurzbetrachtungen über Grenache, Clairette, Rousanne etc...


An einem trüben Januartag, lohnt sich ein Blick auf die Felsenbucht von Cassis. Dort sind die Weinberge in Terrassen auf den steilen Hängen angelegt und alles ist in das wunderbare Licht des Mittelmeeres getaucht. Eine zauberhafte Impression!

Rezension: Stuart Pigott: Weine, Winzer, Weinlandschaften (Gebundene Ausgabe)

Im Fokus stehen dieses Buches stehen: das nördliche und südliche Württemberg, das östliche und westliche Franken, die Bergstraße und der Kraichgau, die Ortenau, der Breisgau und das Markgräflerland, der Kaiserstuhl, die Weinberge rund um den Bodensee, Graubünden und Liechtenstein, die Schweizer Seen, die nördliche Schweiz, das Wallis, das Elsass, die Pfalz, Rheinhessen, die Nahe, das Zentrum des Rheingaus, der östliche Rheingau, das Mittelrheinthal, die Ahr, die Mittelmosel die Terrassenmosel, Saar , Ruwer und Trier, Obermosel und Luxembourg, die Wachau und die Krems, die Donautäler, Wien, das Weinviertel, die Thermenregion, das Burgenland, Carnuntum, das nördliche und südliche Südtirol, die Steiermark, Sachsen, Saale und Unstrut und sogar Norddeutschland.

In der Einleitung befasst sich Pigott mit dem Ursprung des Weincharakters, reflektiert den Begriff Terroir, den der Rebe sowie den der Trauben, und informiert über das Kelterhaus und den Keller, um schließlich einige Grundsätzlichkeiten zu Weißwein, Rotwein und Rose preiszugeben. Über die Vermarktungsstrategien der Winzer im Allgemeinen lässt sich Pigott ebenfalls in der Einleitung aus. Dann befasst er sich ausgiebig mit den Weinlandschaften, Winzern und deren Weinen .


Man erfährt u.a. welche Weine, von welchen Weingütern in den einzelnen Regionen besonders munden, auch weshalb das so ist und erhält eine Fülle von Fachwissen, das aus Platzgründen in dieser Rezension leider noch nicht einmal im Ansatz erläutert werden kann. Schade!


Das "Carnuntum" beispielweise ist eine aufstrebende Weinregion in Österreich und gilt als das österreichische Rotwein- Eldorado. Über dieses Gebiet einiges zu erfahren, fand ich besonders spannend. Blaufränkisch und Zweigelt sind die wichtigsten Rebweinsorten dieser mir bislang völlig unbekannten Region. Zweigelt wurde dort zur Leitsorte gewählt. Mit ihr will sich das Carnuntum dem Burgenland gegenüber profilieren, das als österreichisches Rotweinwunderland gilt.


"Rubin Carnuntum" von Marko/Göttelsbrunn, aber auch "Zweigelt Dornenvogel" von Glatzer sollen besonders gut schmecken. Wonach die Weine speziell munden beschreibt Pigott detailliert.


Eine Hochburg des Blauburgunders sind Graubünden, Liechtenstein und das Wallis.


Bündner Pinot noirs sind besonders fleischig, komplex und haben eine süßlichere Frucht als die Walliser eher kargen, strengen Rotweine dieser Sorte. Pigott empfiehlt Pinot noir u.a. von Gantenbein/Fläsch, einem Weingut, dem auch "Der Feinschmecker" bereits gehuldigt hat.


Die Fotos von Herrn Dönnhoff, aber auch von Werner Schönleber erinnern mich an eine alljählich von mir besuchte VDP-Weinverkostung in Bad Kreuznach, aber auch an leider bereits leer getrunkene Flaschen vorzüglichen Rieslings dieser beiden Spitzenwinzer. Ich teile Pigotts Meinung hinsichtlich der präferierten Weine von der Nahe vollkommen.


Die Betrachungen des Autors im Hinblick auf Hochheim, dort halte ich mich am Wochenende sehr oft auf, habe ich ebenfalls mit großem Interesse gelesen.


Künstlers "Hochheimer Hölle" Riesling Kabinett trocken wird geschmacklich exakt so beschrieben , wie er sich tatsächlich im Mund entfaltet. Bravo!


Ein tolles Buch, mit unendlich vielen Informationen, das man immer wieder zur Hand nehmen kann, um die Geheimnisse des Weins in deutschsprachigen Gebieten von Neuem zu lüften.


Diese Regionen können Sie in der Folge aufsuchen, dabei an Verkostungen teilnehmen und sich immer wieder einige Kisten der edlen Tropfen ins Haus schicken lassen. So erfreuen Sie die Winzer, aber auch sich, denn Sie haben mit der Zeit einen wahren Schatz im Keller, sofern Sie sich beim Trinken nicht zu gierig verhalten.


Neben einem Glossar mit Fachbegriffen finden Sie im Anhang des über 700 Seiten dicken Buches die Kontakt-Adressen aller hochgeschätzten Weingüter und Winzer. Worauf warten Sie?