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Rezension: Weingut Gunderloch: 2012 Messidor Beerenauslese

 Agnes und Fritz Hasselbach
Weingut Gunderloch
Diese Beerenauslese kommt aus dem berühmten Weingut Gunderloch in Nackenheim/ Rheinhessen. Die speziellen Weine vom Roten Hang sind weltweit bekannt, immerhin wird die Hälfte der Produktion des Weinguts Gunderloch ins Ausland verkauft. Sie gelten global als Inbegriff des deutschen Weißweines überhaupt. Neben Riesling, Weiß- und Grauburgunder sowie Silvaner ist das hier verkostete Cuvée eine ganz besondere Spezialität des Hauses.

Die "Messidor" Beerenauslese 2012 besteht aus Müller-Thurgau, Gewürztraminer und Riesling. Im Glas zeigt sich der Wein in einer klaren strohgelben Farbe. Die Nase wird von einem fruchtigen Gesamteindruck beglückt. Im Mund und am Gaumen zeigen sich neben diesen fruchtigen Nuancen Anzeichen einer ausgewogenen Süße, wobei alles bestens ausbalanciert ist. Im Abgang werden zudem mineralische Noten registriert, wie sie so typisch für die Rebsorten vom Roten Hang sind. Dieses gewährt einen entsprechend langen Nachhall.

Der Wein ist ein Gedicht, speziell wenn man auch  das sensationelle Preis-Qualitätsverhältnis mit hinzu zieht. Mit einer entsprechenden Gänsestopfleber-Terrine als Vorspeise ist er eine Offenbarung. Als Begleiter einer Aprikosen-Tarte ist er ebenso genüsslich.

Der Wein hat 8% vol/ alc und sollte bei 8-10 Grad getrunken werden.

Sehr empfehlenswert.

Peter J. und Helga König

Rezension Peter J. König: Tilar J. Mazzeo-Veuve Clicquot- Die Geschichte eines Champagnerimperiums und die Frau, die es regierte

Veuve Clicquot Ponsardin eines der führenden Champagnerhäuser unsere Zeit hat schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts einen höchst respektablen Klang, gilt als Inbegriff des luxuriösen Genusses auf allen Märkten weltweit und gehört zu den bekanntesten Labels überhaupt. Wie es dazu kam und welche Person unverrückbar damit verbunden ist, ohne die diese Weltmarke niemals zustande gekommen wäre, schildert dieses spannende und überaus informative Buch.

Madame Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin ist als Tochter des reichen Tuchhändlers Monsieur Ponsardin in Reims in den Wirren der Französischen Revolution aufgewachsen, hat den Sohn des ebenfalls begüterten Mitbewerbers im Tuchhandel und Nachbarn Monsieur Clicquot geheiratet, dessen ganze Leidenschaft dem Weinhandel galt. Weine besonderer Güte wurden schon immer an den Hängen der Berge im Marnetal angebaut. Diese galt es innerhalb und außerhalb Frankreichs zu vermarkten, eine Aufgabe und ein neuer Geschäftszweig, dem sich das junge Ehepaar mit aller Kraft widmete. Doch das Familienglück sollte nicht von langer Dauer sein. Wenige Jahre später wurde aus Madame Clicquot Ponsardin die Witwe, "Veuve Clicquot Ponsardin", die nun mit einer kleinen Tochter und dem gerade erst sich mit Schwierigkeiten entwickelnden Weinhandelshaus alleine dastand. Ohne eine kaufmännische Ausbildung, nur mit Intelligenz und einem unbändigen Willen ausgestattet, entschied sie, alleine das Unternehmen zu betreiben. Dies sollte nicht nur der Beginn einer der größten weiblichen Unternehmenskarrieren aller Zeiten werden, sondern durch die Erweiterung der Weinherstellung zu einer fortan revolutionären Champagnerproduktion wurde die Witwe Clicquot zu einer der reichsten Frauen Frankreichs, ja der ganzen Welt.

Dabei waren die Zeiten alles andere als hilfreich für den Aufbau eines internationalen Handelshauses. Die napoleonischen Kriege, politische Umstürze und Handelsbarrieren, einhergehend mit miserablen Weinernten in der nunmehr als Champagne bekannten Landschaft um Reims stellten die später als „grande dame“ gefeierte Madame Veuve Clicquot vor fast unlösbare Aufgaben. Letztendlich hat sie diese Probleme mit der ihr eigenen Weitsicht, dem Mut zum Risiko und ihrem unermüdlichen Arbeitswillen gemeistert. In Russland und in England war ihr Champagner legendär und dort auch konnte sie ein sagenhaftes Vermögen verdienen. Dies investierte sie wiederum in neue Weinbergs Lagen, erwarb Landsitze und Schlösser und hatte Zugang zu den allerhöchsten Adelskreisen in ganz Frankreich.

Im Zuge ihrer Expansion entwickelte sie neue Verfahren bei der Champagnerherstellung und sie war die erste Unternehmerin überhaupt, die sich die Mitarbeit externer Manager sicherte und nicht allein auf Familienmitglieder zurückgriff, was sich als überaus erfolgreich herausstellte und wegweisend für die zukünftige, allgemeine Unternehmenskultur werden sollte.

Da in der Literatur so gut wie gar nichts über das Leben und Wirken von Madame Veuve Clicquot Ponsardin veröffentlicht worden ist, im Gegensatz zur Firmengeschichte des Champagnerhauses Veuve Clicquot Ponsardin in Reims, das ihren Namen trägt und heute mehr denn je für ein besonderes Trinkvergnügen steht, ist das hier vorliegende Buch von großer Bedeutung. Nicht nur das die Entwicklung des Champagners hier deutlich gemacht wird, der Leser hat auch einen sehr erhellenden Einblick in die europäische Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts, die Entwicklung der fortschreitenden Industrialisierung mit der neuen Mobilität durch die Eisenbahn, bis hin zum Gezeitenwandel der französischen Gesellschaft und welche Rolle die Frauen dabei spielten oder auch nicht.

Die Autorin Tilar J. Mazzeo hat mit viel Akribie und voller Neugierde das Leben von Madame Clicquot Ponsardin recherchiert. Neben unendlichen Stunden in Archiven hat sie alle jene Plätze aufgesucht wo "La Veuve Clicquot" gelebt und gearbeitet hat. Sie hat mit den Menschen in der Champagne gesprochen, um zu erfahren, ob und wieweit das Leben der "grande dame" hier noch nachwirkt. Alles zusammen wurde zu einem sehr lesenswerten Buch zusammengefasst, das nicht nur exemplarisch eine einzigartige Unternehmerpersönlichkeit skizziert sondern auch eine ganz besondere Frau würdigt.

Sehr empfehlenswert

Peter J. und Helga König

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Rezension: 2013 Weingut Schmitt Herrnsheim, Sauvignon Blanc, trocken

Volker Schmitt
Weingut Schmitt Herrnsheim
Das Weingut Schmitt Herrnsheim befasst sich seit Generationen mit dem Weinanbau und dies mit Engagement und Leidenschaft. 

Seit 1999 hat mit Volker Schmitt die junge Generation die Verantwortung für das Familienweingut übernommen. Er gehört zu der neuen Riege von Winzern, die innovativ sowohl im Weinberg als auch im Keller und bei der Vermarktung besondere Wege gehen. 

Dabei liegt das Augenmerk komplett auf der Qualität der kreierten Weine. Ihre Erstklassigkeit dokumentieren sie mit ihrem individuellen Charakter. 

Volker Schmitt hat sich aber nicht nur auf die traditionellen Rebsorten, die in Rheinhessen bevorzugt gedeihen, wie Silvaner, Riesling oder Burgunder spezialisiert, sondern ist auch erfolgreich mit alten Rebsorten, wie z.B. dem Albarino, einer sehr alten Weißweintraube, die schon im Mittelalter von Mönchen in Deutschland angebaut wurde. Über den Jakobsweg gelangte sie nach Galizien und wird jetzt wieder von dem jungen engagierten und innovativen Winzer  erneut angebaut. 

Der hier verkostete Sauvignon Blanc ist ein Weißwein, der traditionell an der Loire wächst, aber auch mittlerweile in Rheinhessen erfolgreiche Ergebnisse erzielt. In der Klassifikation des Weingutes gehört der Sauvignon Blanc zu den Weinen des mittleren Segments. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf optimales Traubengut gelegt, denn nur so können Weine von guter Qualität entstehen.

Im Glas zeigt sich ein brillantes Hellgelb. Leichte Anklänge von exotischen Früchten gepaart mit einer angenehmen Frische machen den Wein zu einem täglichen Trinkerlebnis zu vielen Speisen. Wir empfehlen ihn zu einem Kalbsbraten mit Rahmsauce und handgeschöpften Nudeln oder auch zu einem Krabbensalat mit Limonendressing. 

Der Wein hat 11,5% vol/ alc. Er sollte bei 8-10 Grad getrunken werden. 

Empfehlenswert.
Peter J. und Helga König
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Rezension: 2011 Weingut Schmitt Herrnsheim, Volker Schmitt Cuvée Rubeo, trocken

Volker Schmitt
Weingut Schmitt Herrnsheim
Einen weiteren Lagenwein stellt Volker Schmitt mit diesem besonderen Cuvée Rubeo her, das aus 60% Merlot und 40% Dornfelder kreiert wurde.

Auch hier wieder zeigt Volker Schmitt Innovation, denn Dornfelder ist zwar eine schon immer  heimische Rotweinsorte in Rheinhessen, aber der Merlot gehört zu der Rebsorte, die erst in jüngerer Zeit hier angebaut wird.

Mit diesem Cuvée wurden vielversprechende neue Wege beschritten. Dass dies gelungen ist, zeigt der Wein, da er ausgestattet mit einer tiefdunkelroten Farbe, eine feine, ausbalancierte Struktur aufweist.

Beerenaromen und leichter Veilchenduft werden von der Nase wahrgenommen, während Anklänge an Vielfruchtkonfitüre und leichter Bittermandelgeschmack auf der Zunge und am Gaumen einen positiven Anklang finden.

Der Wein hat einen gehaltvollen Charakter und ist weich im Abgang. Wir empfehlen ihn zu einer gebratenen Kalbsleber mit Kartoffelschnee oder auch zu gefüllten Rinderrouladen.

Der Wein hat 13,5 vol/alc und sollte bei 16-18 Grad getrunken werden.

Empfehlenswert
Peter J. und Helga König
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